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title: "Berufsbildungsforscher der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickeln bundesweit einsetzbares Weiterbildungsprogramm in Deutschland; Bis Ende 2028 mindestens 30 Mentorinnen geschult."
sdDatePublished: "2026-07-30T13:17:00Z"
source: "https://www.ovgu.de/unimagdeburg_media/Presse/Dokumente/Pressemitteilungen/2026/PM+Uni+Magdeburg+sta%CC%88rkt+Ba%CC%88ckerhandwerk+gegen+Fachkra%CC%88ftemangel.pdf"
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  - "Magdeburg"
  - "Germany"
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Berufsbildungsforscher der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickeln bundesweit einsetzbares Weiterbildungsprogramm in Deutschland; Bis Ende 2028 mindestens 30 Mentorinnen geschult.

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UNIVERSITÄT MAGDEBURG STÄRKT BÄCKERHANDWERK GEGEN
FACHKRÄFTEMANGEL
Neues Weiterbildungsprogramm soll Beschäftigte halten, Quereinsteiger
integrieren und Betriebe zukunftsfähig machen

Berufsbildungsforscher der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
entwickeln ein bundesweit einsetzbares Weiterbildungsprogramm, mit
dem Bäckereien Fachkräfte halten, Quereinsteiger integrieren und
Beschäftigte gezielter qualifizieren können. Bis Ende 2028 sollen dafür
mindestens 30 Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren geschult
werden. Sie sollen Weiterbildung direkt in den Arbeitsalltag der Betriebe
bringen und dort Menschen erreichen, die klassische Bildungsangebote
bislang kaum nutzen.
Das Projekt reagiert auf den tiefgreifenden Wandel im Bäckerhandwerk. In
den vergangenen 60 Jahren sank die Zahl der Handwerksbäckereien in
Deutschland von rund 55.000 auf 8.659 Betriebe. Zugleich fehlen
Fachkräfte und Nachfolger. Hohe Kosten, Zeitdruck und neue technische
Anforderungen erhöhen den Weiterbildungsbedarf.
Unter dem Titel „Beraten – Bilden – Backen. Weiterbildungsmentor*innen im
Bäckerhandwerk
BackWeiter“
entwickelt
ein
Team
um
den
Bildungsforscher Prof. Dr. Frank Bünning von der Professur für
Ingenieurpädagogik und Didaktik der technischen Bildung der Universität
Magdeburg ein Qualifizierungs- und Etablierungskonzept. Partner sind die
Bundesakademie Deutsches Bäckerhandwerk Weinheim e. V. und der
Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V.
Die Mentorinnen und Mentoren sollen direkt in den Betrieben sowie auf
Akademie-, Innungs- und Verbandsebene eingesetzt werden und
Beschäftigte
gezielt
für
Weiterbildung
gewinnen,
berufliche
Entwicklungsmöglichkeiten
sichtbar
machen
und
Lern-
und
Qualifizierungswege im Arbeitsalltag begleiten. Dafür kommen sowohl
Beschäftigte aus Bäckereibetrieben als auch Personen aus Akademien,
Nr. 59/2026
Magdeburg, 30.07.2026
Wissenschaftlicher Kontakt:
Christin Rothe
Professur für Ingenieurpädagogik
und Didaktik der technischen
Bildung
0391-67- 57257
christin.rothe@ovgu.de

Kontakt in der Pressestelle:
Lisa Baaske
Redakteurin
0391-67- 523 77
lisa.baaske@web.de

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Innungen und Verbänden infrage, die in der Weiterbildung, Ausbildung,
Personalentwicklung oder betrieblichen Beratung tätig sind. Sie sollen
Beschäftigte ansprechen, Stärken und Entwicklungsbedarf erkennen und
Hindernisse auf dem Weg zur Qualifizierung abbauen.
„Besonders in den Blick nehmen wir an- und ungelernte Beschäftigte sowie
Menschen mit negativen oder fehlenden Bildungserfahrungen“, sagt
Projektleiter Prof. Frank Bünning. „Gerade sie werden von klassischen
Weiterbildungsangeboten häufig nur schwer erreicht.“
Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks
beschäftigt die Branche rund 232.000 Menschen in 8.659 Meisterbetrieben
und erzielt einen Jahresumsatz von 18,14 Milliarden Euro. Damit bleibt das
Bäckerhandwerk ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Gleichzeitig steht es
unter erheblichem Druck: Es fehlen Fachkräfte und Betriebsnachfolger, die
Kosten steigen und der Weiterbildungsbedarf wächst. Auch bei der
Ausbildung bleibt die Lücke groß: Im Jahr 2025 bot das Bäckerhandwerk
rund 11.400 jungen Menschen einen Ausbildungsplatz und lag damit deutlich
unter dem Niveau von 2015.
„Während Brot und Brötchen teurer werden und die Branche Milliarden
umsetzt, kämpfen viele Handwerksbäckereien mit Personalmangel,
Nachfolgeproblemen und wachsendem Weiterbildungsdruck“, sagt Prof.
Bünning. „Beschäftigte berichten von hoher Arbeitsintensität und großem
Zeitdruck.
Weiterbildung,
gute
Arbeitsbedingungen
und
gezielte
Personalentwicklung werden deshalb entscheidend, um Fachkräfte zu halten
und Nachwuchs zu gewinnen.“ Viele Betriebe bräuchten nicht nur neue
Auszubildende, so der Bildungsforscher. „Sie müssen vorhandene
Beschäftigte besser fördern, Quereinsteiger integrieren, digitale Technik
nutzen
und
die
Nachfolge
sichern.
Genau
dort
setzen
Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren an.“
Weiterbildung scheitere häufig nicht daran, dass es keine Angebote gebe.
„Sie scheitert daran, dass Beschäftigte im Alltag nicht erreicht, nicht
begleitet oder nicht ausreichend motiviert werden“, sagt Prof. Bünning.
Sein Team der Universität Magdeburg entwickelt, erprobt und bewertet
dafür
ein
flexibles
Weiterbildungsprogramm
mit
mindestens
64
Qualifizierungsstunden. Ergänzt wird es durch eine Praxisbegleitung und
die unterstützte Umsetzung in den Betrieben. Auf die besonderen
Bedingungen des Bäckerhandwerks zugeschnitten, soll es sich mit
Schichtarbeit, Familienaufgaben und betrieblichen Abläufen vereinbaren
lassen. Zu den Inhalten gehören Kommunikation und Beratung,
Lernbegleitung,
Organisations-
und
Personalentwicklung
sowie
Fördermöglichkeiten. Hinzu kommen Zukunftsthemen wie nachhaltige

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Entwicklung, unternehmerisches Denken, Demokratiebildung, technische
Bildung und Digitalisierung.
Bis
zum
Ende
der
Projektlaufzeit
sollen
mindestens
30
Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren qualifiziert werden. Ein
Übertragungskonzept soll zudem zeigen, wie die Ergebnisse später auch im
Lebensmittelhandwerk und in der Lebensmittelindustrie genutzt werden
können.
„Die besondere Stärke des Verbundprojekts liegt in der engen Verbindung von
Praxis, Verbandsarbeit und Wissenschaft“, sagt der Wissenschaftler. „Wir
entwickeln kein abstraktes Konzept, sondern erproben und verbessern die
Maßnahmen direkt mit der Branche. So entstehen Lösungen, die zu den
tatsächlichen Bedingungen kleiner und mittlerer Bäckereibetriebe passen.“
Das Konzept werde gezielt für das Bäckerhandwerk entwickelt, solle aber
darüber hinaus wirken. „Was hier gelingt, kann auch anderen Branchen
helfen, in denen Fachkräfte fehlen, Arbeit sich verändert und Weiterbildung
im Alltag oft zu kurz kommt“, so Prof. Bünning.
Das Projekt „Beraten – Bilden – Backen. Weiterbildungsmentor*innen im
Bäckerhandwerk BackWeiter“ läuft vom 1. Dezember 2025 bis zum 30.
November 2028. Es wird im Rahmen der Förderrichtlinie zur Qualifizierung
und Etablierung von Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren vom
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
gefördert. Das Bundesinstitut für Berufsbildung begleitet das Vorhaben
wissenschaftlich und administrativ.
Weitere Informationen: https://link.ovgu.de/backweiter