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title: "US-Arbeitsmarkt deutet auf geringes Rezessionsrisiko in den USA hin; seit November 2023 Long-Position in 10-jährigen US-Staatsanleihen"
sdDatePublished: "2026-07-30T17:09:00Z"
source: "https://www.schroders.com/de-ch/ch/professional/insights/multi-asset-views-ausgabe-07-2026/"
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US-Arbeitsmarkt deutet auf geringes Rezessionsrisiko in den USA hin; seit November 2023 Long-Position in 10-jährigen US-Staatsanleihen

Multi-Asset-Views Ausgabe 07/2026

Die jüngste Stärke des US-Arbeitsmarktes deutet auf ein geringes Rezessionsrisiko hin, während die positive Wachstums- und Gewinnentwicklung dazu führt, dass wir trotz der Inflationsrisiken weiterhin optimistisch gegenüber Aktien eingestellt sind.

Wie in den vergangenen Monaten halten wir das Rezessionsrisiko in den USA angesichts der anhaltenden Stärke des Arbeitsmarktes weiterhin für gering. Die Risiken tendieren nach wie vor eher zu einer höheren als zu einer niedrigeren Inflation, zumal die durch die Beeinträchtigung der Energieversorgung im Nahen Osten entstandene Unsicherheit hinzukommt. Im Vergleich zum Jahresbeginn spiegelt sich die wichtigste Veränderung unserer Einschätzung nun an den Anleihemärkten wider. Die Erwartungen haben sich von Zinssenkungen hin zu Zinserhöhungen verschoben. Am längeren Ende der Zinskurven sind höhere Risikoprämien eingepreist. Die wichtigste Ausnahme bilden die Inflationserwartungen, die weiterhin fest verankert sind. Aufgrund der veränderten Bewertungen haben wir erstmals seit November 2023 eine taktische Long-Position in 10-jährigen US-Staatsanleihen aufgebaut. Dies ermöglicht es uns, von einem positiven Carry zu profitieren, und bietet zugleich eine Absicherung gegen mögliche Risiken für unseren prozyklischen Ausblick. Bei US-Anleihen mit Investment Grade behalten wir angesichts der engen Spreads und der Dynamik in der Spätphase des Konjunkturzyklus weiterhin einen negativen Bias bei.

Die Aktienbewertungen erscheinen nach wie vor hoch, doch aufgrund des günstigen konjunkturellen Umfelds und der Gewinndynamik bleiben wir positiv gestimmt. Wir haben unser Engagement in US-Technologieaktien im vergangenen Monat reduziert, sind über den MSCI World jedoch weiterhin in diesem Thema engagiert (wobei wir die starke Konzentration der Renditen dieses Index auf wenige Titel berücksichtigen). Zudem halten wir angesichts der fortdauernden geopolitischen Spannungen und des Bestrebens nach mehr Sicherheit in den Lieferketten an einer Long-Position in Energie- und Bergbauaktien fest.

Im Währungsbereich behalten wir eine neutrale Einschätzung des US-Dollars bei und haben keine direkten Dollar-Positionen aufgebaut. Wir halten jedoch weiterhin eine Long-Position in Schwellenländeranleihen, die von einer ausbleibenden weiteren Aufwertung des US-Dollars profitieren dürften. Zudem haben wir eine taktische Long-Position im japanischen Yen gegenüber dem kanadischen Dollar aufgebaut, da die Bank of Japan ihre Geldpolitik möglicherweise weiter normalisieren wird.

Insgesamt behalten wir weiterhin eine prozyklische Ausrichtung bei. Die Hauptrisiken für unsere Einschätzung ergeben sich aus der Möglichkeit, dass die Inflation höher als erwartet ausfällt, sowie aus der starken Konzentration der Aktienrenditen auf wenige Titel.

Wir bleiben für Aktien positiv gestimmt. Die Ertragsdynamik stützt weiterhin die robusten Aussichten. Während der Technologiesektor das Wachstum antreibt, verbreitert die Verbesserung in den zyklischen Sektoren die Basis für eine positive Entwicklung, wenngleich die hohen Bewertungen eine selektivere Auswahl erfordern.

Wir haben Staatsanleihen taktisch auf positiv hochgestuft. Höhere Realrenditen und attraktivere Bewertungen haben das Anlagepotenzial verbessert. Zudem sind die Zinserwartungen realistischer geworden, was kurzfristig für einen positiveren Ausblick spricht.

Wir bleiben für Rohstoffe positiv gestimmt. Unser Fokus liegt dabei auf Industriemetallen, die weiterhin von einem robusten globalen Wachstum, Infrastrukturinvestitionen und einer durch künstliche Intelligenz steigenden Nachfrage profitieren.

Wir behalten unsere negative Einschätzung für Unternehmensanleihen bei. Die Spreads sind weiterhin eng, während mittelfristige Risiken aufgrund schwächerer Fundamentaldaten und des Refinanzierungsdrucks weiterhin Anlass zur Vorsicht geben.

Die anhaltende Ertragsdynamik stützt unsere positive Einschätzung für US-Aktien. Das Gewinnwachstum wird vor allem vom Technologiesektor getragen, doch fiskalische Impulse kommen auch zyklischen Sektoren zugute und sorgen für eine breitere Unterstützung. Angesichts der hohen Erwartungen an die grossen Technologieunternehmen ist eine selektivere Auswahl angebracht.

Zwar dürften Finanz-, Energie- und Grundstoffwerte im aktuellen Umfeld profitieren, insgesamt sehen wir in anderen Regionen jedoch ein grösseres Aufwärtspotenzial.

Attraktive Bewertungen, robuste Gewinne und ein für längere Zeit höheres Zinsumfeld stützen europäische Finanzwerte weiterhin. Wir sehen nach wie vor Chancen ausserhalb des eng gefassten Themas KI-Führerschaft.

Die sich verbessernden Rahmenbedingungen im Inland stützen den Markt, auch wenn die Unsicherheit über das Tempo der geldpolitischen Normalisierung und die Währungsvolatilität unsere Überzeugung weiterhin abschwächen.

Robuste Gewinne und kontinuierliche Technologieinvestitionen sind die Haupttreiber für Aktien aus Schwellenländern. Allerdings sprechen ein reiferer Konjunkturzyklus und ein hohes Konzentrationsrisiko für eine stärkere Fokussierung auf die Titelauswahl.

🟢 Asien ohne Japan, China

Wir bleiben insbesondere für jene Technologiesektoren positiv gestimmt, die von KI-bezogenen Investitionen und der zunehmenden Nutzung digitaler Technologien profitieren.

🟢 Asiatische Schwellenländer ohne China

Die KI-bezogene Nachfrage entlang der gesamten Halbleiter-Lieferkette stärkt die Region weiterhin, allerdings erfordert das zunehmend reifere Marktumfeld einen vermehrten Fokus auf die Auswahl einzelner Titel.

1 Die globalen Schwellenländer umfassen Mittel- und Osteuropa, Lateinamerika und Asien.

Quelle: Schroders, Juli 2026. Die Einschätzungen zu Aktien, Staatsanleihen und Rohstoffen beruhen auf der Rendite im Vergleich zu Barmitteln in Lokalwährung. Die Einschätzungen zu Unternehmens- und Hochzinsanleihen beruhen auf Kreditrisikoaufschlägen (sprich: durationsgesichert). Die Einschätzungen zu Währungen stehen im Bezug zum US-Dollar. Der US-Dollar selbst wird an einem handelsgewichteten Währungskorb gemessen.

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