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title: "Bund der Steuerzahler e.V. begrüßt Schatteninsel am Kaisersteg, Oberschöneweide; Senatsförderung knapp 100.000 Euro"
sdDatePublished: "2026-07-30T11:20:00Z"
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Bund der Steuerzahler e.V. begrüßt Schatteninsel am Kaisersteg, Oberschöneweide; Senatsförderung knapp 100.000 Euro

Schatteninsel an der Spree | Bund der Steuerzahler e.V.

Bund der Steuerzahler begrüßt Paket zur Staatsmodernisierung

Noch eine Bretterbude gegen den Klimawandel

Von den Medien weitestgehend unbeachtet hatte das Bezirksamt Treptow-Köpenick bereits Ende April 2026 das Pilotprojekt „Schatteninsel“ feierlich eröffnet. Die neue temporäre Bretterbude auf dem Platz am Kaisersteg in Oberschöneweide erinnert stark an den hier ebenfalls schon kritisierten „Cooling Point“ im Mauerpark und soll Schutz vor Sommerhitze und UV-Strahlung bieten. Der Bund der Steuerzahler hält es allerdings für eine verfehlte Klimapolitik, die Stadt mit Holzpavillons zuzupflastern.

Mit dem neuen temporären Stadtmöbel-Ensemble aus Regenbänken, Hochbeeten und Schattenmodulen soll auf dem hitzebelasteten Platz am Kaisersteg in Oberschöneweide erprobt werden, wie ein lebenswerter Stadtraum gemeinsam mit einer engagierten Nachbarschaft gestaltet werden kann, heißt es in der Pressemitteilung des Bezirksamtes Treptow-Köpenick zur feierlichen Eröffnung der „Schatteninsel“ von April 2026.

Erklärt wird auch, was eine "Regenbank" ist.

Wozu braucht man eine Schatteninsel?

Genauere Erklärungen dazu, was diese „Schatteninsel“ überhaupt bewirken soll, liefert ein Projektaufruf der Bezirksverwaltung zu einem Interessenbekundungsverfahren für das Zuwendungsprojekt „Erprobung von Schatteninseln auf dem Platz am Kaisersteg“. Das Papier aus dem letzten Jahr bescheinigt dem Gebiet eine besonders hohe Hitzebelastung und Vulnerabilität in der Wohnbevölkerung. Der hohe Anteil an Transferleistungsbeziehern sei besonders stark durch Sommerhitze gefährdet. Das Projekt solle so zur gesundheitlichen Chancengleichheit im Bezirk beitragen und richte sich an die Menschen, die den Kaisersteg im Alltag nutzen. Für das gesamte Projekt waren ursprünglich 100.000 Euro an Fördermitteln in Aussicht gestellt worden.

Auf Nachfrage teilte das Bezirksamt dem Bund der Steuerzahler mit, dass für das Haushaltsjahr 2025 Fördermittel der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt in Höhe von 99.997,50 Euro an den Projektträger ausgezahlt worden seien. Ergänzt durch Eigenmittel des Projektträgers in Höhe von 5.000 Euro, beliefen sich die Gesamtkosten des Projekts somit auf 1.04.997,50 Euro. Davon seien 56.097,50 Euro auf Personal- und 48.900 Euro auf Sachkosten entfallen.

Die Projektsumme umfasse nicht nur den Bau und die Materialkosten der Schatteninsel, sondern fördere auch einen mehrmonatigen Beteiligungsprozess im Vorlauf, um das Objekt bedarfsgerecht zu planen und zu bauen. Dazu gehöre die Teilnahme an Stadtteilfesten mit einem eigenen Beteiligungsangebot und einem Workshop mit einem Model der Schatteninsel. Auch die Konzeptions-, Abstimmungs- und Genehmigungsprozesse seien Teil der Förderung sowie die Gewinnung von ehrenamtlichen Patenschaften und der Aufbau eines Patenschafts-Netzwerks, heißt es in der Auskunft des Bezirksamtes weiter.

Damit aber noch nicht genug!

Eine erneute Förderung im Rahmen des im Projektaufruf von 2025 genannten Förderprogramms der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sei nicht vorgesehen, dafür sei allerdings für das Jahr 2026 eine bezirkliche Weiterförderung des Projektes aus FEIN-Mitteln (Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften) der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in Höhe von 48.200 Euro sichergestellt.

Die Mittel dem FEIN-Projekt „Förderung des nachbarschaftlichen Engagements für die ‚Schatteninseln‘ auf dem Platz am Kaisersteg in Schöneweide“ dienten zur Finanzierung der Freiwilligenkoordination vor Ort, Wartung und Pflege, Monitoring, Aufwandsentschädigung für Freiwillige, Anschaffung und Bau von Erweiterungen zur Schatteninsel und der laufenden Projektkoordination und Abstimmung mit der Verwaltung.

Nachhaltiger Klimaschutz auf kurze Dauer?

Die Schatteninsel soll über Projektzeitraum weiterbetrieben werden. Die Sondernutzungserlaubnis für den Platz am Kaisersteg gelte bis zum 1. Oktober 2028. Da die Schatteninsel modulartig konzipiert sei, könne sie entweder durch die Beantragung einer Nutzungsverlängerung über das Jahr 2028 hinaus auf dem Platz verbleiben oder an einem anderen Standort im Bezirk erprobt werden. Die verbauten Materialien seien so gewählt worden, dass eine langfristige Nutzung - mit entsprechender Pflege und Wartung - gewährleistet werden kann.

Auf die obligatorische Frage nach der haushaltsrechtlich vorgeschriebenen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung antwortete das Bezirksamt mit immerhin über 400 Wörtern. Die Gegend sei als einer der Kieze mit der höchsten Priorität für Hitzeschutzmaßnahmen identifiziert worden. Die Umsetzung einer Schatteninsel ermögliche eine zeitnahe Verbesserung der Situation vor Ort durch zusätzliche Verschattung und Aufenthaltsmöglichkeiten und diene gleichzeitig als Erprobungs- und Lernprojekt. Es könnten Erfahrungen gesammelt werden, die auf andere hitzebelastete Plätze und Orte übertragen werden können. Auch könne die Hitzekompetenz gestärkt werden. Die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit seien durch eine Ausschreibung gewährleistet und der Zuwendungsnehmer mit Zuwendungsbescheid zur Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit verpflichtet worden.

Bund der Steuerzahler vor Ort

Der Vorsitzende des Bundes der Steuerzahler Berlin, Alexander Kraus, schaute sich die „Schatteninsel“ persönlich an und sprach vor Ort mit zwei jungen Migranten, die es sich dort gemütlich gemacht hatten, um den Vormittag totzuschlagen. Die neuen Bänke würden gut angenommen. Besonders abends kämen immer viele Leute, um `was zu rauchen. Dass es dabei wohl nicht nur um Tabak ging, war klar, waren die Beiden auffällig an der Frage interessiert, welche Art von Drogen der Mann, den sie offenbar für einen Journalisten hielten, wohl bevorzugen würde.

Insgesamt macht die „Schatteninsel“ nach Meinung von Kraus einen eher provisorischen Eindruck: „Ich finde, dass das eine ganz schön armselige Bretterbretterbude ist. Mit fast 150.000 Euro wird eine halbherzig überdachte Bank gefördert, damit dort gleichzeitig maximal sieben bis acht Personen von den überdurchschnittlich vielen arbeitslosen Transferleistungsempfängern im Bezirk in der Mittagshitze mitten auf diesem riesigen baumlosen gepflasterten Platz sitzen können und keinen Sonnenstich beim Kiffen bekommen? Das ist offenkundig kompletter Blödsinn und ein weiteres Beispiel für arglose Steuergeldverschwendung!“

"Schatteninsel" vs. "Cooling Point". Was ist der größere Unfug?

Nach Auffassung des Bundes der Steuerzahler wäre es hierbei auch ohne Probebetrieb unmittelbar einleuchtend, dass diese ganzen Stadtmöbel nicht die richtige Lösung für einen Hitzeschutz sind. Der „Cooling Point“ im Mauerpark hatte immerhin auch schon fast 45.000 Euro gekostet. „Wie viele solcher Bretterbuden bräuchte man denn überhaupt in einer Metropole mit bald vier Millionen Einwohnern?“, fragt sich Kraus. Stattdessen hat er eine bessere Idee: „Von den 150.000 Euro hätte der Bezirk auch an die 50 Bäume pflanzen können!“

Bund der Steuerzahler Berlin e.V. Lepsiusstr. 110 12165 Berlin

Dipl.-Volkswirt Alexander Kraus Vorstandsvorsitzender Tel.: 030 790107-14

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© Alexander Kraus, BdSt Berlin

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