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title: "Beurteilungsgremium empfiehlt Rosenkranz und Joana de la Fontaine für Militärkaserne Zürich Kunstprojekt; Empfehlung: Rosenkranz \u0026 de la Fontaine"
sdDatePublished: "2026-07-30T04:12:00Z"
source: "https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bilder-dokumente/themen/planen-bauen/hochbau/bauprojekte/berufsfachschulen/militaerkaserne-bildungszentrum-f%C3%BCr-erwachsene/KuB_BIZ_Militaerkaserne_V06_UA.pdf"
topics:
  - name: "visual arts"
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locations:
  - "Zürich"
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Beurteilungsgremium empfiehlt Rosenkranz und Joana de la Fontaine für Militärkaserne Zürich Kunstprojekt; Empfehlung: Rosenkranz & de la Fontaine

Kunst und Bau Militärkaserne Zürich

Akosua Viktoria
Adu-Sanyah
Kang Sunkoo
Miriam Laura Leonardi
und Gabriele Garavaglia
Esther Mathis
Michael Meier
und Christoph Franz
Pamela Rosenkranz
und Joana de la Fontaine
Gesamtinstandsetzung und Umbau
Studienauftrag Kunst und Bau
Bericht des Beurteilungsgremiums
Militärkaserne
Zürich
Kanton Zürich
Baudirektion
Hochbauamt

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Militärkaserne Zürich
Gesamtinstandsetzung und Umbau
Studienauftrag Kunst und Bau
Bericht des Beurteilungsgremiums
Ausgangslage
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Verfahren
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Beurteilung und Empfehlung
8

Pamela Rosenkranz und Joana de la Fontaine
«Palimpsest Castle. Schreib so oft du kannst»
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Akosua Viktoria Adu-Sanyah «Load. Fotografische Fenster
und skulpturale Bedingungen der Entwicklung»
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Michael Meier und Christoph Franz «Paloma»
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Miriam Laura Leonardi und Gabriele Garavaglia
«BiZE.zip, MiKa.unzipped»
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Kang Sunkoo «Bed Piece»
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Esther Mathis «Fluss sein»
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Genehmigung
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«Soldatenkantine» (Visualisierung ARGE Spillmann Echsle / Takt)
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Auftraggeber und Gegenstand des Studien­
auftrags
Im Auftrag des Kantons Zürich wird die Militärka­
serne Zürich umfassend instandgesetzt. Die Nutzer­
schaft besteht aus der Kantonalen Maturitätsschule
für Erwachsene (KME) sowie der Kantonalen Schu­
le für Berufsbildung (EB). Die Bauherrschaft ist der
Kanton Zürich. Die Federführung und Projektleitung
liegen beim Hochbauamt Kanton Zürich (HBA). Die
General­planung erfolgt durch die ARGE spillmann
echsle / Takt. Im Rahmen dieses Bauprojekts führte
das Hochbauamt Kanton Zürich für die Evaluation
eines Kunst-und-Bau-Werkes einen Studienauftrag
im selektiven Verfahren durch.
Die Kantonale Maturitätsschule für Erwach­
sene
Die Kantonale Maturitätsschule für Erwachsene
wurde 1970 gegründet. Es war die erste und bis
heute einzige öffentliche Mittelschule für den zwei­
ten Bildungsweg im Kanton Zürich. Das bedeutet,
dass bereits in der Berufswelt engagierte Erwachse­
ne einen eidgenössisch anerkannten Maturitätsaus­
weis erwerben können und damit direkten Zugang
zu den Hochschulen erhalten. Die Gründung der
Schule war eine Reaktion auf die Bildungsreformen
in den 1960er-Jahren, als ein Hochschulzugang für
erwachsene Berufsleute gefordert wurde. Dies war
eine wichtige Forderung für die Chancengleichheit.
Das Motto «Bildung für alle» als Errungenschaft aus
der 1968er Bewegung prägt denn auch die Haltung
und Atmosphäre an der Schule. Seit 2005 ist die
KME in der ehemaligen Kantonsschule Riesbach
angesiedelt und bildet dort zusammen mit der Kan­
tonalen Schule für Berufsbildung EB Zürich das Bil­
dungszentrum für Erwachsene.
Ausgangslage
Das Hochbauamt Kanton Zürich veranstaltete einen Studienauftrag
im selektiven Verfahren für die künstlerische Ausgestaltung des
Bildungszentrums für Erwachsene (BiZE) in der Militärkaserne in
Zürich (MiKa). In einem Präqualifikationsverfahren wählte das Be­
urteilungsgremium aus 60 Eingaben sechs Kunstschaffende bzw.
Teams zur Erarbeitung eines Projektes für eine künstlerische Inter­
vention aus. Das Beurteilungsgremium empfahl nach einer persön­
lichen Präsentation der Projekte durch die Kunstschaffenden dem
Projektausschuss das Projekt von Pamela Rosenkranz und Joana
de la Fontaine zur Realisierung.
Ansicht Stadtseite (Visualisierung ARGE Spillmann Echsle / Takt)
Ansicht Parkseite (Visualisierung ARGE
Spillmann Echsle / Takt)
Die Kantonale Schule für Berufsbildung
EB Zürich
1973 gründete die Stadt Zürich mit der Berufsschule
IV die erste öffentliche Institution, die sich exklusiv
für die allgemeine und berufliche Weiterbildung ein­
setzt. Die EB Zürich konnte immer wieder mit Pio­
nierleistungen in der Berufs- und Weiterbildung auf­
warten. Als Mitte der 1980er Jahre vermehrt Frauen
den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess suchten,
unterstützte sie die EB mit gezielten Weiterbildungs­
möglichkeiten. Anfang 1990er Jahre erwies sich die
berufliche Weiterbildung als Schlüsselfaktor bei der
Bewältigung der Beschäftigungskrise. Stellensu­
chende profitierten vom umfassenden Kursange­
bot. Später dazu kamen das Kompetenzzentrum für
Deutsch als Zweitsprache und Aktivitäten zur Förde­
rung von Schlüsselkompetenzen.
Gesamtinstandsetzung und Umbau Militärka­
serne
Die Militärkaserne, erbaut 1873–1876, wird bau­
technisch instandgesetzt und neuen Nutzungen
zuge-führt. Im Erdgeschoss sind attraktive, öffent­
lichkeitsorientierte Nutzungen vorgesehen, welche
die Sihlpromenade mit dem zentralen Freiraum des
Areals, der Kasernenwiese, verbinden. In den Ober­
geschossen der ehemaligen Militärkaserne wird das
Bildungszentrum für Erwachsene (BiZE) Platz finden.
Die Militärkaserne ist ein zentraler Bestandteil des
Kasernenareals, das zu den bedeutendsten Bau­
komplexen des Historismus in der Schweiz zählt.
Die Bauten wurden 1981 in das Inventar der über­
kommunalen Schutzobjekte aufgenommen. Zudem
misst das Gutachten der Eidgenössischen Kom­
mission für Denkmalpflege dem Gesamtkomplex
der Zürcher Kasernenanlage nationale Bedeutung
zu. 1987, mit der Verlegung der Armee aus der Mi­
litärkaserne in die Anlage Reppischtal, wurde das
Gebäude zuerst mit unterschiedlichen temporären
Nutzungen aktiviert, später durch die Kantonspolizei
genutzt. Mit der Übersiedlung der Kantonspolizei in
das neue Polizei- und Justizzentrum Zürich im Jahr
2022 ergab sich die besondere Chance, die Militär­
kaserne im Zusammenspiel mit der Gesamtanlage
einer neuen Nutzung zuzuführen und der Öffentlich­
keit zugänglich zu machen.

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Stimmberechtigte Mitglieder des Beurteilungsgremiums
Adriano Tettamanti
Baudirektion, Hochbauamt, Baubereich C, Abteilungsleiter (Vorsitz)
Sabian Baumann
Direktion der Justiz und des Innern, Fachgruppe Bildende Kunst
Myriam Bernauer
Bildungsdirektion, Generalsekretariat, Projektleiterin Immobilien
Ann Demeester
Kunsthaus Zürich, Direktorin
Martin Klee
Kantonale Maturitätsschule für Erwachsene, Rektor
Matthias Krebs
Krebs und Herde Landschaftsarchitekten, Landschaftsarchitekt
Caroline Morand
Baudirektion, Hochbauamt, Projektdienste, Fachstelle Kunstsammlung, Leiterin
Annette Spillmann
Spillmann Echsle Architekten AG, Architektin
Beratende Mitglieder des Beurteilungsgremiums
André Barthel
Baudirektion, Archäologie und Denkmalpflege, Bauberater
Markus Dreher
Spillmann Echsle Architekten AG, Planungsleiter
Mara-Luisa Müller
Hochbauamt, Fachstelle Kunstsammlung, Projektleiterin Kunst und Bau
Sigrun Rohde
Grün Stadt Zürich, Fachbereich Freiraumplanung, Projektleiterin
Magnus Zwyssig
Baudirektion, Hochbauamt, Baubereich C, Gesamtprojektleiter
Koordination des Verfahrens
Caroline Morand
Baudirektion, Hochbauamt, Projektdienste, Fachstelle Kunstsammlung, Leiterin
Vorprüfung
André Barthel
Baudirektion, Archäologie und Denkmalpflege, Bauberater
Michael Hanak
Externer Fachexperte Kunst
Caroline Morand
Baudirektion, Hochbauamt, Projektdienste, Fachstelle Kunstsammlung, Leiterin
Magnus Zwyssig
Baudirektion, Hochbauamt, Baubereich C, Gesamtprojektleiter
Teilnehmende
Akosua Viktoria Adu-Sanyah, Zürich; Kang Sunkoo, Basel; Miriam Laura Leonardi & Gabriele Garavaglia,
Zürich; Esther Mathis, Zürich; Michael Meier & Christoph Franz, Zürich; Pamela Rosenkranz & Joana de la
Fontaine, Zürich
Budget und Entschädigung
Für das frist- und programmgerechte Einreichen eines beurteilungsfähigen Beitrags wurde eine Ent­
schädigung von 5000 Franken inkl. MWST ausbezahlt. Insgesamt stehen für die Realisierung des Kunst­
und-Bau-Projekts 445 000 Franken inkl. MWST zur Verfügung. Mit der Projektentschädigung und der
Realisierungssumme müssen sämtliche Aufwendungen, insbesondere Honorar, Realisierungskosten,
Reisespesen, allfälliger Aufenthalt in der Schweiz, Aufträge an Dritte usw. abgedeckt werden.
Beurteilungskriterien
Das Beurteilungsgremium begutachtete die eingereichten Projekte nach den folgenden Kriterien.
Die untenstehende Reihenfolge der Kriterien enthält keine Gewichtung. Das Beurteilungsgremium nahm
unter Abwägung aller Kriterien eine Gesamtwertung vor.
	– ästhetischer Ausdruck
	– Sinnfälligkeit für den jeweiligen Ort
	– Integration in die architektonische Gesamtanlage
	– Einhaltung der Kosten-, Qualitäts- und Terminvorgaben
Die Kunstwerke sollten eine eigenständige und starke Bildsprache sprechen, die jedoch mit den spezi­
fischen Eigenschaften der Nutzung korrespondiert.
Verfahren
Kuratorisches Konzept
Kunst und Kaserne: Militär-Monument-
Bildung-Utopie
Kunst und Bau umfasst in diesem Fall künstlerische
Interventionen an, in oder bei einem Denkmal. Bei
der Militärkaserne in Zürich handelt es sich um ein
seit 1876 bestehendes Baudenkmal von nationaler
Bedeutung, das unter Denkmalschutz steht und ak­
tuell für eine Nutzung als Schule umgebaut wird. Die
Transformation der Kaserne in ein Bildungszentrum
mit öffentlicher Sockelnutzung bildet den Anlass zu
einer künstlerischen Intervention. Angesichts der ho­
hen städtebaulichen, architektonischen, geschicht­
lichen und politischen Bedeutung der Militärkaserne
ist bei einer wie auch immer gearteten künstlerischen
Invention eine vertiefte Auseinandersetzung mit der
Geschichte des Baus und seiner Nutzung angezeigt.
Zudem kann sie die Aneignung durch die Schule und
die Öffentlichkeit unterstützen. Kunst und Bau bietet
die Gelegenheit, die verschiedenen inhärenten The­
men zur Diskussion zu stellen und den historischen
Bedeutungsebenen eine gegenwärtige Haltung ent­
gegenzusetzen.
Denkmalpflegerisches Monument
Bei der Militärkaserne handelt es sich um ein mo­
numentales Bauwerk, dessen axialsymmetrischer
Aufbau das ganze Kasernenareal und die weitere
Umgebung prägt. Die imposante Wirkung und der
Wehrcharakter des historistischen Bauwerks basie­
ren mitunter auf der burgenhaften Rahmung und Be­
krönung des Mittelrisalits mit dem mittigen Tor, wo
über den Zinnen zwei steinerne Löwen mit dem Zür­
cher Wappen die staatliche Macht repräsentierten
(derzeit in Konservierung/Restaurierung). Was sagt
uns das ikonografische Bauprogramm des monu­
mentalen Gebäudes heute und was lässt sich des­
sen Wirkung entgegensetzen?
Militärische Repräsentation
Der Ursprung und die langjährige Nutzung durch
das Militär ist dem Kasernengebäude eingeschrie­
ben. Als monumentales Bauwerk, das Teil der um­
fassenden Kasernenanlage mit Zeughäusern und
Stallungen ist, repräsentiert die Kaserne die militäri­
sche Kraft und Macht des Kantons Zürich. Dies regt
zur Reflexion an, welche Rolle das ehemals die mili­
tärische Macht repräsentierende Gebäude oder ge­
nerell das Militär gegenwärtig spielt, und in Zukunft
spielen könnte, zumal Kriege und die geopolitische
Lage unsere Sicherheitsvorstellungen immer wieder
beeinflussen. Kurz: Was bedeuten uns militärische
Symbole, Macht und Sicherheit heute?
Anregung zu Utopien
Seit dem Wegzug des Militärs und der Umnutzung
der Kaserne war das Kasernenareal wiederholt Ge­
genstand von Planungen und Ideenwettbewerben.
Während der Jahre der Zwischennutzung wurde
immer wieder über das Zukunftspotential des teil­
weise unzugänglichen Areals sinniert und diskutiert.
Für das umfangreiche Areal mit der grossen ehe­
maligen Exerzierwiese wurden im Lauf der Zeit zahl­
reiche Ideen, oft auch utopischer Art, ausgeheckt
und vorgebracht. Besonders die grosse «Leerstel­
le» mitten in der Stadt regte gleichsam zu Visionen
und Utopien an. – Welche Möglichkeiten eröffnen
die Gebäude und das Areal heute? Was wäre auch
denkbar, vorstellbar, wünschbar?
Ort der Bildung
Nach der Gesamtinstandsetzung des denkmalge­
schützten Gebäudekomplexes dient die ehemalige
Militärkaserne als Bildungszentrum für Erwachse­
ne. Die Kantonale Maturitätsschule für Erwachsene
(KME) und die Kantonale Schule für Berufsbildung
(EB) mit ihrer eigenen, auf die 1968er-Bewegung
zurückgehenden Geschichte, zeichnen sich durch
eine zutiefst demokratische und inkludierende Phi­
lo­sophie aus. Ein neuer, aus dem Mittelrisalit wach­
sender Dachaufbau tritt parkseitig in Erscheinung