Wall Street Bullen übernehmen Kommando in New York; Microsoft +15.5% best day since 2008

Kommentar Aktien International

Marktkommentar 31. Juli 2026

Aktien International

Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum

Übersicht

Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 52'208

  • 1.2 S&P 500 7'437
  • 1.7 NYSE: 1.37 Nasdaq Composite 25'122
  • 2.8 Nasdaq: 9.25 Nikkei 225 64'365
  • 4.0 Hang Seng 25'830
  • 0.1 Shanghai Composite 3'833
  • 0.8

Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 25'822 25'450 – 25'950 USD/CHF 0.8073 EUR/CHF 0.9289 EuroStoxx 50 6'344 6'175 – 6'475 Gold 4'079 USD/Unze Stoxx 50 5'459 5'350 – 5'550 NY WTI-Rohöl-Future 81.71 USD

New York An der Wall Street übernehmen die Bullen wieder das Kommando. Starke Zahlen von Microsoft treiben den gesamten Halbleiter- und Cloud-Sektor an. Meta bricht hingegen nach enttäuschendem Ausblick ein. Konjunk- turdaten bestätigen eine hartnäckige Inflation. Nach den Abgaben am Mittwoch haben sich die US- Börsen am Donnerstag eindrucksvoll zurückgemeldet. Die Enttäuschung über die Zinspause der Fed rückte schnell in den Hintergrund. Stattdessen übernahm die Berichtssaison der Tech-Giganten das Geschehen. Schnäppchenjäger nutzten den jüngsten Ausverkauf, um

www.bekb.ch | Marktkommentar | 31. Juli 2026 2 sich bei gebeutelten Chip- und KI-Aktien einzudecken. Der Nasdaq Composite kletterte um 2,8 Prozent auf 25.122 Punkte und beendete damit eine sechstägige Verlustserie. Für den Nasdaq 100 ging es um 3,4 Pro- zent auf 28.106 Zähler nach oben. Der S&P 500 ge- wann 1,7 Prozent auf 7.437 Punkte, während der Dow Jones um 1,2 Prozent auf 52.208 Zähler stieg. Die Er- holung zeigte sich besonders im Halbleitersektor, wo der Branchen-ETF SOXX um über acht Prozent zulegte. Konjunkturseitig untermauerten die Daten den restrikti- ven Kurs der Währungshüter: Das US- Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal auf Jahressicht um 1,5 Prozent, während der Markt mit 1,8 Prozent gerechnet hatte. Die von der Fed genau beo- bachtete Kerninflation (PCE) verharrte mit 3,3 Pro- zent auf erhöhtem Niveau. Microsoft (+15,5 Prozent): Der Softwareriese erlebte seinen besten Handelstag seit 2008. Der Börsenwert legte an einem einzigen Tag um rund 450 Milliarden Dollar zu. Auslöser war ein starkes Quartal mit beschleunigtem Wachstum in der Cloud-Sparte Azure und das Signal, die KI-Investitionen im Zaum zu halten.

Asien Angeführt von einer starken Erholungsrally in Südkorea zeigen sich die asiatischen Aktienmärkte am Freitag überwiegend mit Aufschlägen. Vor allem Halbleiter- und Technologiewerte sind gesucht, nachdem diese bereits an der Wall Street am Vorabend das Tableau angeführt hatten. Auch mit Enttäuschung aufgenom- mene Geschäftszahlen von Apple belasten die Stim- mung im Sektor nicht, die Aktie gab im nachbörslichen US-Handel um 5,9 Prozent nach, obwohl das Unterneh- men ein Rekord-Drittquartal mit einem Umsatzplus von 16 Prozent gemeldet hat. Der Kospi erholt sich nach dem Einbruch der vergangenen Tage dank einer Hausse der zuletzt arg gebeutelten Halbleiterwerte um 15,9 Prozent - begleitet von etlichen Handelsunterbrechun- gen aufgrund der starken Volatilität. Die Schwergewich- te Samsung Electronics und SK Hynix erholten sich um 20,5 bzw, 25,3 Prozent, nachdem die positiven Quar- talsergebnisse Microsoft und Amazon das Vertrauen in KI-bezogene Ausgaben erneuert haben. Zweifel über das Erwirtschaften der immensen KI-Kosten und zunehmen- der Wettbewerb durch chinesische Chiphersteller hatten die südkoreanischen Halbleiterwerte zuletzt massiv un- ter Druck gesetzt. Trotz der Aufschläge am Freitag steuerte der Kospi noch immer auf einen monatlichen Rückgang von rund 25 Prozent zu. In Japan stützen ebenfalls Halbleitertitel, aber auch ein schwächelnder Yen. Denn die japanische Notenbank hat Leitzinsniveau bestätigt, immerhin ein Ratsmitglied stimmte für eine Anhebung der Zinsen. Da die Kernverbraucherpreise im Großraum Tokio im Juli stärker als gedacht gestiegen waren, sorgt die Geldpolitik für etwas Erleichterung. Denn die Zentralbank erklärte, die Risiken für die Inflati- on seien weiterhin nach oben gerichtet. Dies gilt umso mehr, weil die Industrieproduktion im Juni deutlicher als veranschlagt zugelegt hat. Auch der Einzelhandel- sumsatz im Juni stieg. Der Nikkei klettert vor diesem Hintergrund um 4 Prozent auf 64.360 Punkte. Im Chip- sektor ziehen Advantest und Tokyo Electron um 15,1 bzw. 6,1 Prozent an. Die chinesischen Aktien, die vom Absturz der Halblei- tertitel der vergangenen Tage kaum berührt waren, be- weisen einmal mehr relative Eigenständigkeit mit Kon- zentration auf heimische Aspekte. Der Shanghai- Composite legt um 0,8 Prozent zu, der HSI in Hong- kong gibt 0,1 Prozent nach. Der chinesische Einkaufs- managerindex für das nicht-verarbeitende Gewerbe ist im Juli entgegen der Markterwartung in den Kontrakti- onsbereich gerutscht. Auch die chinesische Industrie- produktion ist im Juli unerwartet wieder in den Schrumpfungsbereich gefallen. Investoren beobachten aufmerksam, ob es weitere politische Unterstützungs- maßnahmen aus Peking geben wird. Die Daten für das verarbeitende Gewerbe deuten auf einen schwachen Start in die zweite Jahreshälfte hin, urteilt ING- Chefvolkswirt für China Lynn Song. In Australien klet- tert der S&P/ASX-200 um 0,2 Prozent. Ähnlich wie in China hatte der Ausverkauf im Halbleiterbereich hier keine Spuren hinterlassen, denn der Technologiesektor spielt im Leitindex keine Rolle. Capital Economics hat ihre Prognose für eine weitere Zinserhöhung in Australi- en im nächsten Monat indes verworfen. Die diese Woche veröffentlichten Verbraucherpreisdaten seien mode- rat genug gewesen, um die Reserve Bank of Australia davon zu überzeugen, dass die Geldpolitik straff genug sei, heißt es.

Europa Stark erholte Techwerte in den USA und Asien sowie die Berichtssaison mit überwiegend positiv aufgenomme- nen Unternehmenszahlen dürften am Freitag auch am hiesigen Aktienmarkt für Auftrieb sorgen. Der Broker IG taxierte den Dax gut zwei Stunden vor Beginn des Xetra-Handels 0,46 Prozent höher auf 25.730 Punk- te. Damit nimmt der deutsche Leitindex Kurs auf sein Rekordhoch von 25.900 Punkten von Anfang Juli. Am Vortag hatte der Dax freundlich geschlossen und den

www.bekb.ch | Marktkommentar | 31. Juli 2026 3 Widerstand von dieser Woche bei etwas über 25.550 Zähler überwunden. Auf Wochensicht deutet sich ein Plus von 2,5 Prozent an, auf Monatssicht sind es fast 3 Prozent.

Marktnachrichten

Amazon: Hohe Speicherkosten machen KI-Ausbau noch teurer Amazon wird in diesem Jahr wegen stark gestiegener Speicherchip-Preise noch 20 Milliarden Dollar mehr in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur stecken. Konzernchef Andy Jassy schraubte die Prognose für Kapitalausga- ben von 200 auf 220 Milliarden Dollar (derzeit rund 191 Mrd Euro) hoch. Selbst damit werde man immer noch nicht genug Kapazitäten haben, um die Nachfrage der Kunden nach Rechenleistung zu erfüllen, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Das werde sich wohl auch 2027 nicht ändern. Der Handels- und Tech- nologiekonzern profitiert vom aktuellen KI-Boom vor allem über die Cloud-Sparte AWS, die der weltgrößten Anbieter von Rechenleistung aus dem Netz ist. Im ver- gangenen Quartal stieg der AWS-Umsatz im Jahres- vergleich um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit Erlösen von rund 40,5 Milliarden Dollar gerechnet. Jassy sprach davon, dass sich selbst für 2028 bereits eine “bemer- kenswerte” Nachfrage abzeichne. Amazon glaube inzwi- schen, dass AWS beim jährlichen Umsatz mit der Zeit auch die Billionen-Marke überschreiten könne. An der Börse kamen die Zahlen und solcher Optimismus gut an: Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel um zehn Prozent. Insgesamt stieg der Amazon-Quartalsumsatz im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 200,6 Milliar- den Dollar. Unter dem Strich sprang der Gewinn von 18,1 Milliarden Dollar im Vorjahr auf knapp 62,65 Milli- arden Dollar hoch. Allerdings schließt das auch zusätzli- che Buchgewinne etwa durch die Neubewertung der Beteiligung an der KI-Firma Anthropic ein. Sie lagen vor Steuern bei 53,4 Milliarden Dollar.

Apple: Legt kräftig zu; Gewinn und Umsatz wachsen zweistellig Apple hat im dritten Geschäftsquartal Umsatz und Ge- winn deutlich gesteigert. Ausschlaggebend waren ein kräftiges Wachstum bei iPhone, Mac und dem Dienstleistungsgeschäft sowie Zuwächse in allen Regionen. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 29,79 Milliarden US-Dollar nach 23,43 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie ver- besserte sich auf 2,02 Dollar von zuvor 1,57 Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um 16,4 Prozent auf 109,42 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahresquartal hatte Apple 94,04 Milliarden Dollar umgesetzt. Die Erlöse mit Hard- ware stiegen von 66,61 Milliarden auf 78,68 Milliarden Dollar. Das Servicegeschäft wuchs von 27,42 Milliarden auf 30,74 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge verbesser- te sich von 46,5 auf 50,1 Prozent. Positiv wirkten sich dabei unter anderem Zollerstattungen aus, die die Marge um rund zwei Prozentpunkte erhöhten. Vorstandschef Tim Cook bezeichnete das abgelaufene Quartal als das stärkste Juni-Quartal der Unternehmensgeschichte. Nach seinen Angaben verzeichnete Apple zweistellige Umsatzzuwächse bei iPhone, Mac und den Dienstleis- tungen sowie in sämtlichen geografischen Regionen. Größter Umsatzträger blieb das iPhone-Geschäft. Die Erlöse stiegen hier auf 54,25 Milliarden US-Dollar nach 44,58 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Mac-Sparte steigerte ihren Umsatz auf 10,35 Milliarden Dollar von zuvor 8,05 Milliarden Dollar. Dagegen gingen die iPad-Erlöse leicht auf 6,19 Milliarden Dollar zurück, nach 6,58 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Die Umsätze mit Wearables, Home-Produkten und Zubehör erhöh- ten sich auf 7,88 Milliarden Dollar nach 7,40 Milliarden Dollar.

Siemens Healthineers: Schwaches Diagnostik- Geschäft – senkt Umsatzprognose Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers senkt wegen der anhaltend schwachen Entwicklung seiner zur Disposition stehenden Labordiagnostik-Sparte die Um- satzprognose für das laufende Geschäftsjahr. So sollen die Erlöse auf vergleichbarer Basis 2025/26 (per Ende September) nun noch bei 3,5 bis 4,0 Prozent liegen, wie das Unternehmen am Freitag in Erlangen mitteilte. Dabei ausgeklammert sind Währungs- und Portfolioeffekte. Zuvor hatte Healthineers jeweils einen Prozentpunkt mehr erwartet. Analysten haben hier der- zeit ein Plus von 4,5 Prozent auf dem Zettel. Nach einer Rückerstattung rechtswidrig erhobener US-Zölle erhöhte das zum Technologiekonzern Siemens gehörende Un- ternehmen dagegen seine Gewinnprognose und erwar- tet ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,35 bis 2,45 Euro, das sind jeweils 15 Cent mehr als zuvor in Aussicht gestellt. Im dritten Quartal stieg der ver- gleichbare Umsatz um 2,8 Prozent auf 5,76 Milliarden Euro, wie Healthineers weiter mitteilte. Analysten hatten mit einem höheren Wachstum gerechnet. Neben einem Rückgang in der Labordiagnostik verzeichnete der Kon-

www.bekb.ch | Marktkommentar | 31. Juli 2026 4 zern in seiner größten Sparte, der Bildgebung, ein eher maues Wachstum von 2,3 Prozent, während das Ge- schäft Precision Therapy mit dem US-Krebsspezialisten Varian um 9,2 Prozent zulegte. Dank der Zoll- Rückerstattung stieg der Gewinn nach Steuern um gut ein Fünftel auf 676 Millionen Euro.

Hensoldt: Verdoppelt Aufträge im ersten Halbjahr – Zahlen leicht über Erwartungen Die Aufrüstung der Nato-Staaten beschert Hensoldt eine hohe Nachfrage. “Die politischen Entscheidungen für höhere Verteidigungsausgaben konkretisieren sich nun in unserem Auftragsbuch”, sagte Firmenchef Oliver Dör- re am Freitag zur Vorlage von Geschäftszahlen in Tauf- kirchen. In den ersten sechs Monaten verdoppelte der Rüstungselektronikkonzern s