Bistum Passau startet Waldlehrpfad in Lohhof nahe Tiefenbach; in jedem Dekanat Waldlehrpfad geplant
Waldlehrpfad Tiefenbach | Bistum Passau
Der neue Waldlehrpfad bei Tiefenbach ist ein Vorzeigebeispiel für lebendige Wälder im Sinne der Papst-Enzyklika Laudato si. Es ist das erste Kooperationsprojekt des Bistums Passau mit einer Kommune. Waldbesucher lernen anhand von anschaulich gestalteten Informationstafeln mehr über lebendige Wälder.
Das Ökosystem mit anderen Augen sehen
Wer in diesem Wald nahe Tiefenbach – bei Lohhof – mehr über „ Lebendige Wälder“ erfahren möchte, ist hier gut aufgehoben. Ein neuer Waldlehrpfad mit grafisch anschaulich gestalteten Informationstafeln führt die Waldbesucher auf einem kleinen Rundweg durch dieses Kleinod. Solche sichtbaren Vorzeigebeispiele sind gerade in Zeiten von Klimawandel wichtig, betont Matthias Drexler, Leiter des Waldreferats des Bistums Passau. „ Geschwächte Wälder sind Herausforderungen wie aktuell Waldbränden, Borkenkäferbefall und Stürmen nicht gewachsen (…). Wir sind daher überzeugt, dass wir ein Umdenken im Umgang mit unseren Wäldern brauchen. Und wir wollen mit unserem Waldentwicklungskonzept ‚ Lebendige Wälder‘ eine Alternative zu herkömmlichen Verfahren anbieten.“
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Verschiedene Waldbewohner und Kleingetier, ausreichend Totholz und wertvolle Biodiversitätsbäume zeichnen einen lebendigen Wald aus, erklärt er. All das seien Zeichen für eine gelebte Schöpfungsverantwortung, die sowohl Papst Benedikt in seiner Enzyklika ‚ Caritas in veritate‘ als auch Papst Franziskus in seiner Enzyklika ‚ Laudato si‘ betonten, so Drexler. „ Daher wollen wir mit unseren Waldlehrpfaden unser Konzept zur Entwicklung von klimafitten und resilienten Wäldern aufzeigen. Wir laden die Besucher dazu ein, das Ökosystem mit anderen Augen zu sehen.“ Ziel sei es, in jedem Dekanat des Bistums Passau einen Waldlehrpfad für die Umweltbildung in dafür geeigneten Wäldern anzulegen. „ Wir sind froh und dankbar, wenn möglichst viele Waldbesucher die Lehrpfade nutzen und uns Rückmeldung und Verbesserungsvorschläge geben.“
Dass möglichst viele Waldbesucher den Lehrpfad nutzen, erhofft sich auch Pfarrer Markus Krell. Sein Pfarrverband hatte zuletzt als Pilot-Pfarrverband beim Projekt ‚ Seine Schöpfung! Deine Zukunft!‘ mitgewirkt und damit besonders für die Schöpfung engagiert. Von September 2024 bis Oktober 2025 gab es viele verschiedene Aktionen mit dem Ziel, Ökologie, soziale Gerechtigkeit und Schöpfungsspiritualität zu kultivieren. Der Waldlehrpfad passe hier sehr gut ins Gesamtkonzept, betont er. „ In diesem Projekt ‚ Lebendige Wälder‘ geht es ja auch um den Menschen, um die Natur, um die Schöpfung. Und da ist das ein nahtloser Übergang.“ Sein Ziel ist, möglichst viele Spaziergänger, Wanderer und Naturverbundene aus dem Pfarrverband und umliegenden Gegenden für den Waldlehrpfad zu begeistern. Dieser Ort sei schließlich wie geschaffen, um zur Ruhe zu kommen, so Krell. „ Das Stichwort Waldbaden gibt es im Moment sehr häufig zu sehen und zu lesen. Und vielleicht kann so mancher ein kleines Bad nehmen.“ Und am Ende des Weges lädt die Holzliege, gespendet vom Tourismus- und Freizeitverein Tiefenbach, dazu ein, die Stille im Wald noch etwas nachwirken zu lassen.
Dr. Melanie Hackenfort hat das Projekt ‚ Seine Schöpfung! Deine Zukunft!‘ als Referentin der Stabsstelle Umwelt und Gemeinwohlorientierung des Bistums Passau begleitet. Auch ihrer Meinung nach passt der Waldlehrpfad sehr gut hierher, nicht zuletzt wegen des Engagements des Pfarrverbands für Natur und Schöpfung. „ Weil ein Waldlehrpfad einen ganz natürlichen Lern- und Erfahrungsraum öffnet, wo wir die Möglichkeit haben zu zeigen, wie wir im Bistum Passau Schöpfungsverantwortung leben.“ Sie hofft auf weitere Waldlehrpfade im Bistum. „ Ziel ist, beim Konzept ‚ Lebendige Wälder‘ – und damit verbunden die Art und Weise, wie wir im Bistum Passau Waldnutzung zukünftig gestalten wollen – Vorbild zu sein.“
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