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title: "Statistisches Bundesamt meldet Zuwachs divers oder ohne Angabe in Deutschland; 0,012% der Bevölkerung"
sdDatePublished: "2026-07-31T10:05:00Z"
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Statistisches Bundesamt meldet Zuwachs divers oder ohne Angabe in Deutschland; 0,012% der Bevölkerung

Zahl der diversen Menschen sowie Personen ohne Angabe zum Geschlecht nimmt zu - Statistisches Bundesamt

Bevölkerungsstand Zahl der diversen Menschen sowie Personen ohne Angabe zum Geschlecht nimmt zu

31. Juli 2026 – Seit Dezember 2018 sind in den deutschen Standesämtern als Angaben zum Merkmal "Geschlecht" vier Möglichkeiten vorgesehen: männlich, weiblich, divers und der Verzicht auf eine solche Angabe. Divers oder “ohne Angabe“ ist dann als Eintragung nach dem Personenstandsgesetz erlaubt, wenn weder eine Zuordnung zum weiblichen noch zum männlichen Geschlecht möglich ist.

Mit dem Inkrafttreten des "Gesetzes über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag (SBGG)" ist es zudem seit dem 1. November 2024 für transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und nichtbinäre Menschen einfacher geworden, ihren Geschlechtseintrag im Personenstandsregister und ihre Vornamen ändern zu lassen. Damit sollen die Geschlechtszuordnung und die Vornamenswahl von der Einschätzung dritter Personen gelöst und die Selbstbestimmung gestärkt werden. Die Änderung muss drei Monate im Voraus angemeldet werden und erfolgt durch eine persönliche Erklärung gegenüber dem Standesamt. Die Person hat mit ihrer Erklärung zu versichern, dass der gewählte Geschlechtseintrag beziehungsweise die Streichung des Geschlechtseintrags ihrer Geschlechtsidentität am besten entspricht.

Vor diesem Hintergrund steigt das öffentliche Interesse an Zahlen zu diesem Thema. Seit November 2023 werden Zahlen zu den Änderungen des Geschlechtseintrags im Geburtenregister statistisch erfasst. Im vorliegenden Artikel wird die Entwicklung der Zahl der Personen nach diesen vier Eintragungsmöglichkeiten dargestellt.

Mit dem Zensus 2022 liegen erstmals Angaben zur Bevölkerung in Deutschland nach den vier Eintragungsmöglichkeiten männlich, weiblich, divers und ohne Angabe in der Statistik vor. Diese Ergebnisse bilden die Basis für eine jährliche Schätzung von Bevölkerungszahlen nach Bundesländern.

In allen anderen Veröffentlichungen aus der Bevölkerungsfortschreibung kann aufgrund der sehr kleinen Fallzahlen für die nichtbinären Möglichkeiten aus Gründen der Geheimhaltung nur nach männlich und weiblich differenziert werden. Die Datensätze mit den Eintragungsmöglichkeiten divers und ohne Angabe werden hierfür durch ein Zufallsverfahren auf männlich und weiblich verteilt.

Bevölkerung differenziert nach weiblich, männlich, divers und ohne Angabe

Nach den Schätzergebnissen lebten zum 31.12.2025 jeweils 4 800 Menschen mit dem Geschlecht divers beziehungsweise ohne Angabe zum Geschlecht in Deutschland. Zusammen waren es 9 600 Personen. Diese Zahl lag 2022 noch bei gut 2 400 Personen und hat sich seither fast vervierfacht. Nach Inkrafttreten des "Gesetzes über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag (SBGG)" nahm die Zahl der Personen mit Ausprägung divers oder ohne Angabe in den Jahren 2024 und 2025 deutlich zu.

Der Anteil der Menschen mit dem Geschlecht divers oder ohne Angaben zum Geschlecht an der Gesamtbevölkerung steigt ebenfalls an, bleibt aber weiterhin klein. Lag der Anteil im Jahr 2022 zusammengefasst noch bei 0,003 %, so stieg er im Jahr 2025 auf 0,012 %.

Die Zusammensetzung der Bevölkerung nach Geschlecht unterscheidet sich in den Bundesländern. Die drei Stadtstaaten Berlin (0,035 %), Hamburg (0,024 %) und Bremen (0,023 %) hatten zum 31.12.2025 den größten prozentualen Anteil an Menschen mit Geschlecht divers oder ohne Angabe zum Geschlecht. Das Saarland hatte mit 0,007 % den geringsten Anteil.

2024 Bevölkerung nach Bundesländern und vier Eintragungsmöglichkeiten zum 31.12.2024 Land Divers Weiblich Männlich Ohne Angabe Insgesamt Baden-Württemberg 247 5 666 064 5 579 411 176 11 245 898 Bayern 304 6 677 629 6 570 727 268 13 248 928 Berlin 333 1 874 641 1 809 999 292 3 685 265 Brandenburg 60 1 297 797 1 258 761 129 2 556 747 Bremen 38 356 187 348 632 24 704 881 Hamburg 83 950 507 911 801 174 1 862 565 Hessen 178 3 181 557 3 098 883 175 6 280 793 Mecklenburg-Vorpommern 48 803 182 770 335 32 1 573 597 Niedersachsen 265 4 052 374 3 951 677 173 8 004 489 Nordrhein-Westfalen 433 9 161 252 8 872 295 474 18 034 454 Rheinland-Pfalz 74 2 084 913 2 044 347 235 4 129 569 Saarland 26 513 459 498 642 14 1 012 141 Sachsen 149 2 051 000 1 991 109 164 4 042 422 Sachsen-Anhalt 42 1 086 826 1 048 687 42 2 135 597 Schleswig-Holstein 109 1 511 404 1 447 844 160 2 959 517 Thüringen 30 1 062 327 1 037 880 40 2 100 277 Deutschland 2 419 42 331 119 41 241 030 2 572 83 577 140 Stand 31. Juli 2026 Zur Druckansicht 2023 Bevölkerung nach Bundesländern und vier Eintragungsmöglichkeiten zum 31.12.2023 Land Divers Weiblich Männlich Ohne Angabe Insgesamt Baden-Württemberg 125 5 658 539 5 571 995 81 11 230 740 Bayern 96 6 645 018 6 531 188 124 13 176 426 Berlin 184 1 865 811 1 796 245 141 3 662 381 Brandenburg 24 1 297 143 1 257 194 103 2 554 464 Bremen 17 355 501 347 125 12 702 655 Hamburg 46 945 229 906 181 140 1 851 596 Hessen 73 3 176 132 3 091 261 80 6 267 546 Mecklenburg-Vorpommern 19 805 361 772 649 12 1 578 041 Niedersachsen 110 4 056 891 3 951 050 84 8 008 135 Nordrhein-Westfalen 204 9 158 248 8 858 780 288 18 017 520 Rheinland-Pfalz 24 2 084 171 2 040 739 229 4 125 163 Saarland 6 514 914 499 121 6 1 014 047 Sachsen 56 2 058 225 1 996 344 64 4 054 689 Sachsen-Anhalt 13 1 092 281 1 052 257 19 2 144 570 Schleswig-Holstein 80 1 509 229 1 443 779 114 2 953 202 Thüringen 9 1 070 080 1 044 761 20 2 114 870 Deutschland 1 086 42 292 773 41 160 669 1 517 83 456 045 Stand 31. Juli 2026 Zur Druckansicht 2022 Bevölkerung nach Bundesländern und vier Eintragungsmöglichkeiten zum 31.12.2022 Land Divers Weiblich Männlich Ohne Angabe Insgesamt Baden-Württemberg 117 5 636 198 5 531 328 78 11 167 721 Bayern 93 6 621 667 6 483 344 117 13 105 221 Berlin 163 1 854 811 1 777 760 119 3 632 853 Brandenburg 26 1 294 408 1 250 667 58 2 545 159 Bremen 11 352 489 343 246 12 695 758 Hamburg 42 938 038 894 455 140 1 832 675 Hessen 71 3 165 893 3 070 894 75 6 236 933 Mecklenburg-Vorpommern 17 805 308 770 712 12 1 576 049 Niedersachsen 104 4 050 458 3 932 308 77 7 982 947 Nordrhein-Westfalen 198 9 147 086 8 816 849 287 17 964 420 Rheinland-Pfalz 22 2 080 477 2 027 841 215 4 108 555 Saarland 6 514 930 496 950 5 1 011 891 Sachsen 50 2 059 961 1 989 898 58 4 049 967 Sachsen-Anhalt 13 1 097 508 1 052 700 18 2 150 239 Schleswig-Holstein 72 1 504 494 1 434 605 112 2 939 283 Thüringen 10 1 073 892 1 044 913 15 2 118 830 Deutschland 1 015 42 197 618 40 918 470 1 398 83 118 501 Stand 31. Juli 2026 Zur Druckansicht

Wie werden die Ergebnisse ermittelt?

Die Eckzahlentabelle mit den vier möglichen Angaben zu Geschlecht und Bundesländern ermitteln wir anhand einer gesonderten Fortschreibung. Ausgangsbasis ist der Zensus 2022. Für die Fortschreibung der Bevölkerungszahl berücksichtigen wir die Daten aller Bevölkerungsbewegungen, die die Zahl der Personen nach Geschlecht auf Bundeslandebene verändern: Hierzu gehören Geburten, Sterbefälle, Wanderungen über die Bundeslandgrenzen einschließlich der Korrekturen dieser Daten sowie Änderungen des Geschlechtseintrags.

In der umfassenden Bevölkerungsfortschreibung mit allen demografischen Merkmalen (Geburtsjahr, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Familienstand) hingegen werden die Änderungen des Geschlechtseintrags nicht berücksichtigt. Darüber hinaus werden die Eintragungsmöglichkeiten „divers“ oder „ohne Angabe“ in den Daten der einfließenden Bevölkerungsbewegungen (Geburten, Sterbefälle, Wanderungen sowie Staatsangehörigkeitswechsel, Eheschließungen und Beendigungen von Ehen und Lebenspartnerschaften einschließlich der Korrekturen dieser Daten) nach einem Zufallsverfahren auf männlich beziehungsweise weiblich umgesetzt. Diese Umschlüsselung findet bei der gesonderten Fortschreibung nach den vier möglichen Angaben zum Geschlecht nicht statt.

Die Eckzahlentabelle unterscheidet sich aufgrund des abweichenden Verfahrens in der Zusammensetzung der Bevölkerung nach Geschlecht von den sonstigen Veröffentlichungen der Bevölkerungsfortschreibung. Die Gesamtbevölkerungszahlen auf Bundes- und Bundeslandebene stimmen aber in beiden Berechnungen überein.

Die Ergebnisse der Eckzahlentabelle enthalten Unschärfen und stellen daher kein exaktes Bild der Realität dar. Die Unschärfen entstehen durch Ungenauigkeiten in den verwendeten Datengrundlagen und die nachfolgend aufgeführten Erfassungslücken.

Daten zu den Änderungen im Geschlechtseintrag im Geburtenregister fließen als wesentlicher Bestandteil in die Eckzahlentabelle ein. Sie wurden erstmalig im November 2023 nach Inkrafttreten der gesetzlichen Regelung in § 5 Absatz 3 Bevölkerungsstatistikgesetz erfasst. Somit besteht für den Zeitraum vom Zensusstichtag 15. Mai 2022 bis zum 31. Oktober 2023 eine Erfassungslücke. Dieser Zeitraum wurde für die Eckzahlentabelle mit einer Schätzung überbrückt.

Eine weitere Erfassungslücke zu den Änderungen im Geschlechtseintrag betrifft die Personen ohne Eintrag in einem deutschen Geburtenregister. Aktuell werden nur Erklärungen von Personen übermittelt, für die ein Eintrag im Geburtenregister vorliegt. Personen ohne Eintrag in einem deutschen Geburtenregister können eine Erklärung zur Änderung ihres Geschlechtseintrags beim Standesamt der Eheschließung oder des Wohnorts abgeben. Es wird jedoch darüber keine Mitteilung für die statistische Erfassung gesendet. Das bedeutet, dass momentan die Zahl der insgesamt abgegebenen Erklärungen in den vorliegenden Zahlen unterschätzt wird. Dies wirkt sich auch auf das Ergebnis der Eckzahlentabelle aus. Es wird dennoch davon ausgegangen, dass die meisten Änderungen des Geschlechtseintrags in der Schätzung erfasst sind. Die Erfassungslücke soll auf längere Sicht geschlossen werden.

Eine Differenzierung der Eckzahlentabelle nach weiteren Merkmalen ist aufgrund der kleinen Fallzahlen und des rechtlichen Rahmens nicht möglich. Nach § 5 Absatz 3 des Bevölkerungsstatistikgesetzes dürfen nur wenige Merkmale von den Standesämtern an die statistischen Landesämter übermittelt werden. Diese Merkmale sind das Bundesland des Wohnorts, der Geschlechtseintrag vor und nach der Änderung sowie der Tag der Änderung und das Standesamt, das die Änderung eingetragen hat. Weitere Merkmale wie das Alter oder die Staatsangehörigkeit liegen für statistische Auswertungen nicht vor.