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title: "Europäische Supranationals dominieren EUR-Angebot in Europa; Ausstehendes Volumen EUR 1.652 Mrd."
sdDatePublished: "2026-07-31T10:05:00Z"
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  - "Estonia"
  - "Iraq"
  - "Spain"
  - "Turkey"
  - "Latvia"
  - "Romania"
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  - "Switzerland"
  - "Lithuania"
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  - "Slovakia"
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Europäische Supranationals dominieren EUR-Angebot in Europa; Ausstehendes Volumen EUR 1.652 Mrd.

1 / Covered Bond & SSA View  31. Juli 2026

      Issuer Guide 2026 –
     Europäische Supranationals

   NORD/LB Floor Research

  Juli 2026
Marketingmitteilung (ergänzende Hinweise s. Disclaimer)

NORD/LB
ISSUER GUIDE 2026
Europäische Supranationals

Autoren
Dr. Norman Rudschuck, CIIA
Flooranalyst, SSA/Public Issuers
Managing Director
norman.rudschuck@nordlb.de
Lukas-Finn Frese
Flooranalyst, SSA/Public Issuers
Associate Director
lukas-finn.frese@nordlb.de

Tobias Cordes, CIIA
Flooranalyst, SSA/Public Issuers
Associate Director
tobias.cordes@nordlb.de

Mit Unterstützung von
Luc Depping

1 // NORD/LB Issuer Guide 2026 // Europäische Supranationals

Inhalt

Der europäische Supranationals-Markt im Überblick
2

Die Rettungsschirme und deren Hilfsprogramme im Überblick
3

EU: Durch die Pandemie zum Megaemittenten
5

European Financial Stability Facility (EFSF)
11

European Stability Mechanism (ESM)
13

Europäische Union (EU)
15

Europäische multilaterale Entwicklungsbanken im Überblick
17

European Investment Bank (EIB)
19

European Bank for Reconstruction and Development (EBRD)
21

Nordic Investment Bank (NIB)
23

Council of Europe Development Bank (CEB)
25

European Company for the Financing of Railroad Rolling Stock (EUROFIMA)
27

Publikationen im Überblick
29

Ansprechpartner in der NORD/LB
30

Flooranalysten:
Dr. Norman Rudschuck, CIIA
Head of Desk
norman.rudschuck@nordlb.de

Lukas Kühne
Covered Bonds/Banks
lukas.kuehne@nordlb.de
Lukas-Finn Frese
SSA/Public Issuers
lukas-finn.frese@nordlb.de

Elias Degener
Covered Bonds/Banks
elias.degener@nordlb.de
Tobias Cordes, CIIA
SSA/Public Issuers
tobias.cordes@nordlb.de

NORD/LB:
Floor Research
NORD/LB:
Covered Bond Research
NORD/LB:
SSA/Public Issuers Research
Bloomberg:
Issuer Guides: DS NDB <GO>

2 // NORD/LB Issuer Guide 2026 // Europäische Supranationals

Der europäische Supranationals-Markt im Überblick
Autoren: Dr. Norman Rudschuck, CIIA // Lukas-Finn Frese // Tobias Cordes, CIIA // mit Unterstützung von Luc Depping

EUR-Angebot von Supranationals klar durch die EU dominiert

Das europäische Supra-Segment ist das größte innerhalb des globalen Marktes: Mit einem
ausstehenden Anleihevolumen i.H.v. rund EUR 1.652 Mrd. gehen etwa zwei Drittel des
weltweiten Marktes auf europäische Emittenten zurück. Speziell das EUR-Angebot domi-
niert: Das ausstehende EUR-Anleihevolumen europäischer Emittenten summiert sich auf
etwa EUR 1.354 Mrd., während der entsprechende Betrag bei den sonstigen Supras nur
einen Bruchteil davon beträgt. Gleichzeitig war das europäische Segment der Teilmarkt mit
den größten Veränderungen in den vergangenen Jahren: Bedingt durch die Staatsschul-
denkrise wurden Kreditfazilitäten gegründet, die innerhalb kurzer Zeit zu den größten sup-
ranationalen Emittenten heranwuchsen und stark in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt
sind. Namentlich sind hier die EFSF und der anschließend gegründete ESM zu nennen, wel-
che bis heute aktiv sind und im Falle des ESM durch eine Mandatsveränderung zusätzliche
Aufgaben erfüllt. Aufgrund ihrer hohen Bedeutung widmen wir uns den Kreditfazilitäten im
Folgenden im Rahmen eines separaten Abschnitts, ehe wir auf die europäischen multilate-
ralen Entwicklungsbanken (MDBs) eingehen. Hinzu kommt seit Oktober 2020 die EU mit
ihren unterschiedlichen Programmen wie u.a. NextGenerationEU (NGEU) oder seit 2025
Security Action for Europe (SAFE). Hier schwingt sich die EU, so auch der Bloomberg-Ticker,
bis Ende 2026 zu einem der größten Emittenten weltweit auf. Zudem ist die Staaten-
gemeinschaft bereits seit 2021 der größte Emittent von Social Bonds (Emissionsvolumen
während COVID-19: über EUR 98 Mrd.). Bis zu EUR 250 Mrd. sind zudem insgesamt bis
Ende 2026 in Green Bonds geplant – ein zusätzlicher Schub für das ohnehin wachsende
ESG-Segment. Aufgrund des noch immer fortwährenden Paradigmenwechsels der EU ha-
ben wir im Rahmen dieser Publikation erneut eine Übersicht zu diesen aus Marktteilneh-
merperspektive dominierenden Programmen erstellt. Hinsichtlich der Einordnung in regu-
latorische Rahmenwerke profitiert die Emittentengruppe der E-Supras von einer exzellen-
ten Behandlung: Mit Ausnahme der EUROFIMA weisen alle Marktteilnehmer ein 0%-
Risikogewicht nach CRR/Basel III auf. Darüber hinaus lassen sie sich als Level 1-Assets im
Rahmen der LCR klassifizieren (EUROFIMA: „Not eligible“). Nach Solvency II sind die Emit-
tenten des europäischen Supra-Marktes zudem als „präferiert“ eingestuft (EUROFIMA:
nicht-präferiert).
Europäische Supranationals im Überblick
Institut
Typ
Eigentümer
Garantie
Risikogewicht
European Financial Stability Facility (EFSF)
Kreditfazilität
17 Mitglieder der Eurozone
Garantierahmen i.H.v.
EUR 780 Mrd.
0%
European Stability Mechanism (ESM)
Kreditfazilität
21 Mitglieder der Eurozone
Abrufbares Kapital i.H.v.
EUR 627,5 Mrd.
0%
Europäische Union (EU)
Kreditfazilität
27 EU-Mitgliedsstaaten
Maintenance Obligation
0%
European Investment Bank (EIB)
Förderbank
27 EU-Mitgliedsstaaten
Abrufbares Kapital i.H.v.
EUR 226,6 Mrd.
0%
European Bank for Reconstruction and
Development (EBRD)
Förderbank
77 Staaten, EU und EIB
Abrufbares Kapital i.H.v.
EUR 23,6 Mrd.
0%
Nordic Investment Bank (NIB)
Förderbank
Acht skandinavische und
baltische Staaten
Abrufbares Kapital i.H.v.
EUR 7,5 Mrd.
0%
Council of Europe Development Bank (CEB)
Förderbank
43 Staaten des Europarats
Abrufbares Kapital i.H.v.
EUR 7,9 Mrd.
0%
European Company for the Financing for
Railroad Rolling Stock (EUROFIMA)
Förderbank
26 Bahngesellschaften von
25 europäischen Staaten
Abrufbares Kapital i.H.v.
EUR 1,9 Mrd.
20%
Quelle: Emittenten, NORD/LB Floor Research

3 // NORD/LB Issuer Guide 2026 // Europäische Supranationals

Supranationals
Die Rettungsschirme und deren Hilfsprogramme im Überblick

Krise bei Staaten der Eurozone bedingte Gründung neuer Kreditfazilitäten

Fazilitäten zur Unterstützung von Staaten, die finanzielle Schwierigkeiten erfahren, existie-
ren nicht erst seit 2010: Irland wurde als erster Sovereign der Eurozone durch den
Internationalen Währungsfonds (IWF) und den European Financial Stabilisation Mechanism
(EFSM), eine zu diesem Zweck eingerichtete Kreditfazilität der EU, gestützt. Bereits zuvor
bestand eine (wenn auch kleine) Darlehensfazilität, die eine maximale Kapazität i.H.v.
EUR 12 Mrd. aufwies: Das Balance-of-Payments-Programm (BoP-Programm). Dieses steht
derzeit weiterhin für die Unterstützung von Nicht-Eurostaaten der EU bereit und wurde
angesichts negativer Entwicklungen 2008 bereits auf EUR 25 Mrd. und 2009 auf EUR 50
Mrd. aufgestockt. 2010 folgte dann die European Financial Stability Facility (EFSF) als tem-
porärer Rettungsschirm für Staaten der Eurozone. Sie wurde 2012 schließlich durch den
European Stability Mechanism (ESM) ersetzt. Während der EFSM und die EFSF dabei mitt-
lerweile nicht mehr für etwaige Hilfsprogramme zur Verfügung stehen, ist der ESM dauer-
haft zur Unterstützung von Staaten der Eurozone eingerichtet. Im Folgenden blicken wir auf
die in den letzten Jahren vereinbarten Hilfsprogramme und die Beteiligung der Kreditfazili-
täten, woran sich detailliertere Analysen anschließen.
Kreditfazilitäten im Überblick
Kreditfazilität
Institution
Mitgliedsstaaten
Maximale Kapazität
Befristung bis
BoP
EU
27 EU-Mitgliedsstaaten
EUR 50 Mrd.
unbefristet
EFSM
EU
27 EU-Mitgliedsstaaten
EUR 60 Mrd.
2012
EFSF
EFSF
17 Staaten der Eurozone
EUR 440 Mrd.
2013
ESM
ESM
20 Staaten der Eurozone
EUR 500 Mrd.
unbefristet
Quelle: Emittenten, NORD/LB Floor Research
Hilfsprogramme (Zusagen) im Überblick (in EUR Mrd.)
Staat

IWF
EFSM / BoP
EFSF
ESM
Sonstige
Summe
Beginn (Ende)
Ungarn
Gesamt
12,5
6,5
-
-
1,0
20,0
2008 (2010)
Lettland
Gesamt
1,7
3,1
-
-
2,7
7,5
2008 (2012)
Rumänien
I. Programm
13,0
5,0
-
-
2,0
20,0
2009 (2011)

I. Vorsorglich
3,5
1,4
-
-
1,2
6,1
2011 (2013)

II. Vorsorglich
2,0
2,0
-
-
1,9
5,9
2013 (2015)
Griechenland
I. Programm
30,0
-
-
-
77,3
107,3
2010 (2013)

II. Programm
19,8
-
144,7
-
-
164,5
2012 (2015)

davon
Bankenrekap.
-
-
-
-
-
50,0

III. Programm
-
-
-
86,0
-
86,0
2015 (2018)

davon
Bankenrekap.
-
-
-
25,0
-
25,0

Irland
Gesamt
22,5
22,5
17,7
-
22,3
85,0
2010 (2013)

davon
Bankenrekap.
-
-
-
-
-
35,0

Portugal
Gesamt
26,0
26,0
26,0
-
-
78,0
2011 (2014)

davon
Bankenrekap.
-
-
-
-
-
12,0

Spanien
Gesamt
-
-
-
100,0
-
100,0
2012 (2014)

davon
Bankenrekap.
-
-
-
100,0
-
100,0

Zypern
Gesamt
1,0
-
-
9,0
-
10,0
2013 (2016)

davon
Bankenrekap.
-
-
-
-
-
2,5

Quelle: EU, ESM/EFSF, IWF, NORD/LB Floor Research

4 // NORD/LB Issuer Guide 2026 // Europäische Supranationals

Zwei deutlich unterschiedliche Haftungsstrukturen: EFSF v1 vs. EFSF v2

Bezüglich des Garantierahmens ist zu beachten, dass bei der EFSF zwei deutlich unter-
schiedliche Haftungsstrukturen bestehen. Bis zum 13. Oktober 2011 haftete jeder Anteils-
eigner der EFSF für bis zu 120% des nach der EZB-Einlage eines Staates bestimmten Anteils
(EFSF v1). Die letzte Anleihe mit dem Haftungsrahmen der EFSF v1 ist im Mai 2021 fällig
geworden. In der darauffolgenden Konstellation (EFSF v2) garantiert jedes Mitglied bis zu
165% des eigenen Anteils, der sich ebenfalls nach der EZB-Einlage bestimmt. Dieser wurde
jedoch entsprechend der Haftungsaustritte Griechenlands, Irlands und Portugals adjustiert.
So beträgt der maximale Rahmen EUR 780 Mrd., wobei sich die Garantien durch den Haf-
tungsaustritt der vier Staaten (Zypern fiel 2013 ebenfalls aus der Haftungskonstellation;
EFSF v2.2) bei EFSF v2 effektiv nun auf EUR 724,5 Mrd. belaufen. War im Rahmen der
EFSF v1 die Vorhaltung einer Liquiditätsreserve und/oder Garantien von AAA-Anteilseignern
erforderlich, ist diese Regelung bei EFSF v2 entfallen und berechtigt stattdessen die Bege-
bung von Commercial Paper zur kurzfristigen Liquiditätssteuerung. Zudem führt die EFSF
einen Liquiditätstest vor jedem Schuldendienst durch. Ergibt der Test einen Liquiditäts-
mangel, kann im Notfall Kapital von den Garantiegebern abgerufen werden. Sowohl zehn
als auch drei Tage vor einer bevorstehenden Zahlung erfolgt eine derartige Prüfung.

EFSF v2.1 seit dem 29. April 2013 und EFSF v2.2 seit dem 28. Juni 2013

Durch den Haftungsaustritt Zyperns galt zunächst für Anleihen, die nach dem 29. April 2013
begeben wurden, die Garantiekonstellation EFSF v2.1. Zum 28. Juni 2013 ergab sich ferner
eine Änderung der Deed of Guarantees, durch die nun v2.2 besteht. Diese Umstrukturie-
rung zielte darauf ab, einen rechtlichen Rahmen für Anleiheemissionen zu schaffen, nach-
dem das Rating eines gewichtigen Garantiegebers der EFSF herabgestuft wurde. Anleihen,
die vor dem 28. Juni 2013 begeben wurden, können seitdem nicht aufgestockt werden.
Wesentliche Unterschiede zwischen EFSF v1 und EFSF v2
EFSF v1 (bis 12. Oktober 2011)
EFSF v2 (seit 13. Oktober 2011)
Garantien jedes Anteilseigners der EFSF bis zu 120% des eigenen Anteils,
der nach der Höhe der EZB-Einlage bestimmt wird
Garantien jedes Mitglieds für bis zu 165% des eigenen Anteils,
der nach der Höhe der EZB-Einlage und entsprechend dem
Haftungsaustritt von Griechenland, Irland und Portugal bestimmt wird
Vorhaltung einer Liquiditätsreserve und/oder Garantien von
Anteilseignern mit einem AAA-Rating
Keine Liquiditätsreserve notwendig, stattdessen Durchführung
von Liquiditätstests vor bevorstehendem Schuldendienst

Statt Sanierung oder Insolvenz: Collective Action Clauses (CACs) in Europa

Durch eine geplante Reform des ESM sind sog. „Single-Limb-Collective Action Clauses“ w