Eurostat BIP-Wachstum Euroraum Q2 +0,4% QoQ; EZB-Zinserhöhung wahrscheinlich im Sept.

NORD/LB am Morgen stellt eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Berichte und Meldungen dar. Research NORD/LB am Morgen

  1. Juli 2026 Research NORD/LB am Morgen
  2. Juli 2026 Marktdaten 30.07.2026 29.07.2026 31.12.2025 Ytd % DAX 25.612,03 25.460,48 24.490,41 4,6 MDAX 32.216,66 32.243,82 30.617,67 5,2 TECDAX 3.829,25 3.845,33 3.622,27 5,7 EURO STOXX 50 6.344,40 6.248,84 5.791,41 9,5 STOXX 50 5.459,40 5.412,07 4.918,02 11,0 DOW JONES IND. 52.208,06 51.594,14 48.063,29 8,6 S&P 500 7.437,63 7.316,15 6.845,50 8,6 MCSI World 4.821,78 4.744,18 4.430,38 8,8 MSCI EM 1.563,01 1.559,64 1.404,37 11,3 NIKKEI 225 61.867,43 61.434,19 50.339,48 22,9 Euro in USD 1,1525 1,147 1,1745 -1,9 Euro in YEN 184,23 187,38 183,58 0,4 Euro in GBP 0,856 0,8579 0,8717 -1,8 Bitcoin (USD) 64.877,86 63.853,99 87.598,39 -25,9 Gold (USD) 4.107,51 4.092,01 4.319,37 -4,9 Rohöl (Brent ICE USD) 89,03 90,74 60,85 46,3 CO2 Emissionsrechte 81,29 82,02 87,37 -7,0 Bund-Future 124,57 124,78 127,57

Rex 122,06 122,29 124,38

Umlaufrendite 3,14 3,09 2,78

3M Euribor 2,472 2,459 2,026

12M Euribor 2,958 2,941 2,243

Bund-Rendite 10J. 3,155 3,16 2,855

Bund-Rendite 20J. 3,583 3,569 3,383

US-Treasuries 10J. 4,673 4,677 4,167

Quelle: Bloomberg

Charts

Termine Zeit CET Land Indikator für Prognose NORD/LB

Konjunktur

–:– JP Bank of Japan Zinsentscheidung

1,00% 01:30 JP Arbeitslosenquote sa Jun 2,5% 01:50 JP Industrieproduktion sa M/M, vorl. Jun P 0,4% 03:30 CH CFLP PMI Manufacturing Jul 50,0 09:55 DE Arbeitslosenquote sa Jul 6,3% 09:55 DE Arbeitslosigkeit Veränderung sa M/M Jul 1k 11:00 EU HVPI M/M, vorl. Jul P 0,2% 11:00 EU HVPI Y/Y, vorl. Jul P 2,9% 11:00 EU HVPI Kernrate Y/Y, vorl. Jul P 2,4% 15:45 US Chicago Index Jul 57,5 16:00 US Michigan Index, endg. Jul F 54,5

Unternehmen/Sektor

05:00 JP Sony Q1-Zahlen 06:30 CH Holcim Halbjahreszahlen 07:00 DE Siemens Healthineers Q3-Zahlen 07:00 AT OMV Q2-Zahlen 07:00 CH Clariant Halbjahreszahlen 07:00 FR Axa Halbjahreszahlen 07:00 FR Credit Agricole Halbjahreszahlen 07:30 DE Hensoldt AG Halbjahreszahlen 07:30 FR Forvia Halbjahreszahlen 07:45 FR Engie Halbjahreszahlen 08:00 DE Puma Q2-Zahlen 08:00 GB Pearson Group Halbjahreszahlen Marktumfeld

Europa: Die europäische Konjunktur bleibt auch im Frühjahr trotz aller Belastungsfaktoren überraschend resilient. Das reale Bruttoinlands- produkt (BIP) legte gemäß der Schnellschätzung von Eurostat im zwei- ten Quartal saison- und kalenderbereinigt um 0,4% Q/Q zu. Die Jahres- rate erhöhte sich entsprechend deutlich auf 1,0% Y/Y. Die gestern ver- öffentlichten Wachstumszahlen liegen damit sogar noch etwas über der Prognose unseres Chefvolkswirtes (die im Vergleich ohnehin schon am optimistischen Rand lag). Insofern stellen die gestrigen BIP-Daten für den Euroraum eindeutig eine positive Überraschung dar. Sicher bleibt der Irankrieg ein Risiko für das zweite Halbjahr (insbesondere bei einer massiven Eskalation). Zugleich ist im ersten Halbjahr von konjunkturel- len Bremsspuren im Euroraum kaum etwas zu sehen, weshalb sich die EZB voll auf die Inflationsrisiken konzentrieren kann. Da sich kurzfristig eher wieder ein Anziehen der Inflation abzeichnet, spricht viel für eine weitere Zinserhöhung der EZB bereits auf der Septembersitzung.

Deutschland: Auch die dt. Konjunktur hat sich im Frühjahr überra- schend widerstandsfähig gegenüber den vielfältigen äußeren Be- lastungsfaktoren gezeigt. Gegenüber dem Vorquartal legte die reale Wirtschaftsleistung um 0,2% zu. Zudem wurde das Wachstum für Q1 aufwärts revidiert. Damit trotzt die dt. Wirtschaft nicht nur den Folgen des Irankriegs, zugleich zeichnen die teils deutlichen Aufwärtsrevisio- nen ein positiveres Wachstumsbild für die Vorjahre als bislang gedacht. Es ist so gut wie sicher, dass die dt. Wirtschaft 2026 auf den Wachs- tumspfad zurückfindet. Der Patient lebt, allen Unkenrufen zum Trotz!

USA: Fed-Chef-Kevin Warsh scheint die momentanen Inflationsprob- leme in den USA wirklich einfach aussitzen zu wollen. Entsprechend ist das Leitzinsniveau in den Vereinigten Staaten vom Federal Open Mar- ket Committee (FOMC) auch am aktuellen Rand in dieser Woche nicht angepasst worden. Die obere Grenze der Fed Funds Target Rate ver- harrt somit weiterhin bei einem Wert von 3,75%. Warsh folgt damit letztlich der unter weltweiten Notenbankern derzeitig ziemlich populä- ren Strategie „Worte statt Taten“ – und dabei will der neue Fed-Chef eigentlich gar kein Freund der Worte sein!

Tagesausblick: Diese Woche hat sehr klar eine Konstante gezeigt. Die Geldpolitik bleibt im Fokus der internationalen Finanzmärkte! Nach den Notenbanksitzungen in Washington, London und (heute) in Tokio rü- cken nun Inflationsdaten ganz eindeutig ins Blickfeld der Anleger. Heute werden vorläufige Zahlen zur Entwicklung der Verbraucherpreise in Eu- roland gemeldet. Zudem werden in den USA revidierte Daten zu den Stimmungsindikatoren der Universität von Michigan publiziert. Hier wird vor allem auch auf die Angaben zu den Inflationserwartungen der privaten Haushalte zu achten sein. Zentrale Frage dürfte sein, ob es noch zu einer deutlicheren Revision der Zahlen zu den Erwartungen in 12 Monaten kommen wird. Diese Zeitreihe war nach vorläufigen Anga- ben auf einen Wert von 4,2% gefallen. Rentenmärkte

Die anhaltenden, weltweiten, energiepreisinduzierten Inflationssorgen treiben die Renditen von Treasuries weiter nach oben. Die 30-jährige US-Staatsanleihe erreichte in dieser Woche nach der US-Notenbank-Sit- zung mit 5,23% den höchsten Stand seit 19 Jahren (Anleger haben Zwei- fel an einer ausreichend restriktiven Fed-Politik). Auch Bundesanleihen gerieten in diesem Umfeld unter Druck, wobei die Rendite 10-jähriger Bunds auf 3,17% und die 30-jähriger Laufzeiten auf 3,66% anstieg. Unternehmen

BMW leidet weiter unter der Schwäche des chinesischen Automarkts. Im zweiten Quartal brach der Gewinn um 34,9% auf EUR 1,2 Mrd. ein, während der Umsatz um 7,9% auf EUR 31,3 Mrd. sank. Die operative Marge im Automobilgeschäft fiel auf lediglich 2,3%, weshalb der Kon- zern seinen Sparkurs verschärft. BMW hält an der gesenkten Jahres- prognose fest und erwartet einen Rückgang des Vorsteuergewinns von mehr als 15%. Zudem sollen bis Ende 2027 rund 8.000 Stellen in Deutschland über freiwillige Programme abgebaut werden.

Aumovio (ehem. Teil von Continental) beendet den Rechtsstreit mit BMW um ein integriertes Bremssystem durch eine Vergleichszahlung von EUR 350 Mio. und schafft damit Klarheit über ein wesentliches Rechtsrisiko. Gleichzeitig vereinbaren beide Unternehmen eine Aus- weitung ihrer Technologiepartnerschaft (langfristige Zusammenarbeit). Devisen

Der japanische Yen legte gestern deutlich zu und erreichte mit 158 Yen je US-Dollar den „tiefsten“ Stand seit Mitte Mai (wobei Marktteilneh- mer aufgrund der ungewöhnlich starken Tagesbewegung über eine mögliche Intervention der jap. Behörden spekulieren). Eine offizielle Bestätigung des jap. Finanzministeriums lag zunächst jedoch nicht vor.

Weitergabe am: 31.07.2026 06:38:51

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