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title: "Vorgeschichtspfad Pipinsburg führt durch Flögeln archäologische Denkmale; einmaliges Fundstellenensemble in Nordwestdeutschland"
sdDatePublished: "2026-07-31T08:07:00Z"
source: "https://www.tsv-bederkesa.de/wanderung-24-sepember-2026-spurensuche/"
topics:
  - name: "archaeology"
    identifier: "medtop:20000744"
  - name: "history"
    identifier: "medtop:20000747"
locations:
  - "Cuxhaven"
  - "Bremen"
  - "Germany"
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Vorgeschichtspfad Pipinsburg führt durch Flögeln archäologische Denkmale; einmaliges Fundstellenensemble in Nordwestdeutschland

Wanderung 24. Sepember 2026 – Spurensuche | TSV Bederkesa

Wanderung 24. Sepember 2026 – Spurensuche

Der Sand, auf dem wir laufen und die Steine, über die wir steigen, bergen Fußabdrücke. Spuren aus vergangenen Zeiten. Zurückgelassen von Menschen, die hier vor uns gesiedelt und Wege angelegt haben, die das Land bearbeitet, nutzbar gemacht und auch verteidigt haben. Wenn wir heute mit offenen Augen die Wege beschreiten, fallen uns am Wegrand Hinweise auf, die zurückgelassen wurden, bewusst als Symbole einer Epoche oder zufällig als Relikt eines vorübergehenden Nutzens.

Gräber, Wallanlagen und Siedlungsspuren belegen, dass lange vor uns Menschen auf den gleichen Wegen gelaufen sind und in der gleichen Gegend gelebt haben. Nicht jeder Stein birgt ein Geheimnis, doch mancher erzählt gleich eine ganze Geschichte. Fundstücke, wie Bücher, deren Hieroglyphen erschlossen werden können.

Da findet sich im Wald verborgen das Kreuz für gefallene Soldaten und Andeutungen von Schützengräben oder Wallanlagen, die daran erinnern, dass sich auch hier Menschen nicht nur friedlich begegnet sind. An anderer Stelle steht zwischen alten Bäumen der Grabstein eines Försters als Zeichen der Verbundenheit von Leben und Arbeit eines Menschen oder die Grabanlage aus riesigen Felsen, errichtet in vorgeschichtlicher Zeit als Zeugnis früherer Siedlungen und Rätsel um ihre Bedeutung.

Alle diese Fundstücke belegen, dass Wege nicht nur Orte miteinander verbinden, sondern auch Zeiten. Zum Begreifen der geschichtlichen Zuordnung ist neben der Kenntnis historischer Daten vor allem auch eine detaillierte Analyse der Fundstücke notwendig, um ihre Originalität zu belegen und sie für ihren Erhalt zu konservieren und zu sichern.

Aus dem ganzen Kreisgebiet sind zahlreiche Spuren aus vor und frühgeschichtlichen Epochen bekannt. Dazu gehören beispielsweise Grabhügel und Großsteingräber. Solche Denkmale sind am Vorgeschichtspfad in Flögeln oder am Wanderweg rund um die Pipinsburg eindrucksvoll zu erleben.

Besonders der Vorgeschichtspfad an der Pipinsburg schließt ein besonderes Ensemble von Denkmalen ein. Zusammen mit landschaftsgestalterischen Elementen (Heide, Moor usw.) werden archäologische Denkmale erlebbar. Das sind hier das Großsteingrab Bülzenbett, zahleiche Grabhügel unterschiedlicher Epochen, die etwa 2000-1500 Jahre alten Wallanlagen Heidenstadt und Heidenschanze und natürlich die eindrucksvolle Wallanlage Pipinsburg. Dies ist ein in Nordwestdeutschland einmaliges Fundstellenensemble. Das Bülzenbett ist eines der eindrucksvollsten Großsteingräber in der Region. Es besteht aus riesigen Granitblöcken, die von Menschen ohne Kran und LKW bewegt und zu einer stattlichen Grabanlage umgesetzt wurden. Ich glaube, wesentlich größere Steine sind im Bereich des heutigen Landkreises kaum verbaut worden. Das Grab zeigt auch den späteren Umgang mit solchen Anlagen: In der Neuzeit wurde das Grab als Steinbruch genutzt. Einer der riesigen Decksteine ist gespalten und weist noch Keillöcher auf, die zur weiteren Zerlegung des enormen Steins gedient haben.

Ein wohl ebenso mühsames Unterfangen wie das Errichten der Gräber selbst. Die Pipinsburg ist eine kreisrunde Wallanlage mit einem Durchmesser von etwa 60 Metern. Wenn Sie sich die heute auf dem Wall wachsenden Bäume wegdecken, dann haben Sie vom Wall aus einen eindrucksvollen, weiten Blick in das Land Wursten. Die Burg wurde im 10.

11. Jahrhundert errichtet und wurde 1343

44 zu einer Befestigung in den kriegerischen Konflikten zwischen der Wurster Bevölkerung und den Herren von Bederkesa bzw. dem Bischof von Bremen genutzt. Mit Pipin, dem König der Franken, hat die Burg aber nichts zu tun. Der Name ist viel später, Anfang des 17. Jh., aufgekommen. Ursprünglich wurde die Burg u. a. Siverdesburg genannt, also die Burg von Sievern.

Wenn man von dem Ablauf des ausgeschilderten Wanderweges abweichen, können Sie die gesamte Burg noch eindrucksvoller erfahren. Vom Bülzenbett ausgehend führt der Weg, über den die Burg auch während ihrer Nutzung am ehesten erreichbar war, zunächst durch eine moorige Senke und dann auf einen erhobenen Geestsporn. Mehrere Wälle und Gräben riegeln diese Geländekuppe ab, besonders unmittelbar vor dem Ringwall. Ein eindrucksvoller und damals sicherlich sehr wirksamer Schutz der Burg, die ansonsten rundum durch feuchte Niederungen umgeben und so kaum erreichbar war.

Die Heidenstadt und Heidenschanze stammen aus der frühen bzw. späten römischen Kaiserzeit

Völkerwanderungszeit (1.-5. Jh. n. Chr.). Aus dieser Zeit kennen wir aus dem norddeutschen Raum kaum eine vergleichbare Befestigung. Das macht die Denkmale so besonders. Wozu sie gedient haben, ist noch nicht geklärt. Es können burgähnliche Befestigungen, aber auch eingehegte Marktorte oder Ähnliches sein.

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31. Juli 2026 31. Juli 2026

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