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title: "Yuliya Khrunyk forscht an biologisch abbaubaren Implantat-Materialien an der Universität Leipzig; DFG-Stelle bis 2028 stärkt regenerative Biomaterialien"
sdDatePublished: "2026-07-31T14:06:00Z"
source: "https://www.uni-leipzig.de/newsdetail/artikel/dr-yuliya-khrunyk-forscht-mit-dfg-foerderung-an-biologisch-abbaubaren-implantat-materialien-2026-07-31"
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Yuliya Khrunyk forscht an biologisch abbaubaren Implantat-Materialien an der Universität Leipzig; DFG-Stelle bis 2028 stärkt regenerative Biomaterialien

Universität Leipzig: Dr. Yuliya Khrunyk forscht mit DFG-Förderung an biologisch abbaubaren Implantat-Materialien

Ukrainische Wissenschaftlerin arbeitet schon seit mehreren Jahren mit Forschenden der Universität Leipzig zusammen

Dr. Yuliya Khrunyk forscht mit DFG-Förderung an biologisch abbaubaren Implantat-Materialien

Die ukrainische Wissenschaftlerin Dr. Yuliya Khrunyk forscht ab Anfang August mit einer selbst eingeworbenen Stelle aus dem renommierten Walter-Benjamin-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am Institut für Biochemie der Universität Leipzig. Bis Ende Juli 2028 wird die Biologin unter der Leitung von Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger an biologisch abbaubaren Implantat-Materialien mithilfe kurzer Aminosäure-Ketten (zelladhäsive Peptide) forschen.

„Die Entwicklung biologisch abbaubarer Implantate zählt derzeit zu den wichtigen Herausforderungen in den Bereichen Biomaterialien und Orthopädie. Herkömmliche Implantate, die häufig aus Metallen wie Titan bestehen, verbleiben dauerhaft im Körper. Für zahlreiche medizinische Anwendungen werden jedoch Implantate benötigt, die den Körper nur vorübergehend unterstützen und sich anschließend vollständig abbauen“, erklärt Dr. Khrunyk. Ein Beispiel hierfür seien biologisch abbaubare Gefäßstützen (Stents), die insbesondere bei Kindern von großem Interesse sind, da sie nach der Heilung nicht operativ entfernt werden müssen. Damit solche Implantate erfolgreich eingesetzt werden können, müssen sie aus biokompatiblen und ungiftigen Materialien bestehen. Gleichzeitig sollten ihre Oberflächen so gestaltet sein, dass sie das Anwachsen und die Anheftung von Zellen gezielt fördern – beispielsweise von Endothelzellen, die für die Auskleidung von Blutgefäßen essenziell sind. „Genau an dieser Schnittstelle setzt mein Forschungsprojekt an: Ziel ist es, biologisch abbaubare Implantat-Materialien durch zelladhäsive Peptide so zu funktionalisieren, dass sie die Regeneration des Gewebes optimal unterstützen“, sagt die Forscherin, die ursprünglich aus Lemberg (Lviv, Ukraine) stammt

Nach ihrem Biologiestudium in der Ukraine und ihrer Tätigkeit als Senior Scientist in Ekaterinburg, Russland, kam Dr. Yuliya Khrunyk im Jahr 2022 mit Beginn des Ukraine-Krieges nach Deutschland. Im Juli 2022 begann sie ihre Forschung in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger am Institut für Biochemie der Universität Leipzig. Khrunyks Forschung wurde zunächst durch ein Stipendium der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und anschließend durch die Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert. Khrunyk und Beck-Sickinger hatten sich zuvor bereits im Jahr 2017 bei ihrer ersten wissenschaftlichen Zusammenarbeit kennengelernt – einem dreimonatigen Forschungsaufenthalt am Institut für Biochemie der Universität Leipzig.

Khrunyks Forschung zur Entwicklung nachhaltiger, biologisch abbaubarer Biomaterialien ist maßgeblich von der Natur inspiriert. Dabei untersucht sie beispielsweise Strukturen mariner Organismen, um neue, bioaktive Bausteine für 3D-gedruckte Knochen-Gerüste zu entwickeln. Ihre Arbeit trägt maßgeblich dazu bei, die Rolle der Mikroarchitektur von Biomaterialien für die Zelladhäsion und -lebensfähigkeit besser zu verstehen – ein zentraler Aspekt für die Zukunft der regenerativen Medizin und der Entwicklung medizinisch relevanter Biomaterialien.

„Yuliya Khrunyk verbindet exzellente Expertise in der Entwicklung nachhaltiger Biomaterialien mit einer starken interdisziplinären Ausrichtung. Ihr Forschungsansatz, der naturbasierte Strukturen für innovative Anwendungen nutzt, ist wissenschaftlich vielversprechend. Mit der Walter-Benjamin-Stelle erhält sie die ideale Basis, um ihre Forschungsgruppe eigenständig weiterzuentwickeln“, sagt Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger. Die Universität Leipzig biete Yuliya Khrunyk eine exzellente Forschungsinfrastruktur, darunter moderne Labore und den Zugang zu Spezialgeräten, und enge Kooperationen mit dem Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM), dem Forschungs- und Transferzentrum b-ACT Matter und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Zudem profitiere sie von der langjährigen Expertise aus dem DFG-Sonderforschungsbereich TRR67 „Transregio 67 – Funktionelle Biomaterialien zur Steuerung von Heilungsprozessen in Knochen- und Hautgewebe" , der die Grundlage für ihre Arbeit bildet.

Die erfolgreiche Einwerbung der eigenen DFG-Stelle ist nach den Worten Beck-Sickingers ein klares Zeichen dafür, dass die Universität Leipzig nicht nur ein attraktiver Standort für internationale Wissenschaftler:innen ist, sondern auch aktiv zur Integration und Förderung von Forschenden aus Krisenregionen beiträgt – mit einem besonderen Fokus auf wissenschaftliche Exzellenz, Nachhaltigkeit und interdisziplinäre Innovation.

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