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title: "Jessica Peppel-Schulz gibt dem österreichischen Standard in Wien ein Interview; 85 Prozent des Umsatzes stammt aus Print"
sdDatePublished: "2026-07-31T04:06:00Z"
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Jessica Peppel-Schulz gibt dem österreichischen Standard in Wien ein Interview; 85 Prozent des Umsatzes stammt aus Print

Lauter Lämpels – Zackbum

Tamedia ist voll von Oberlehrern. Angeführt von einer Plappertante.

Ehre, wem keine gebührt, oder zumindest Ladies first: Jessica Peppel-Schulz (oder ihr Avatar oder eine Sprechpuppe) hat dem österreichischen « Standard » ein Interview gegeben. Zwei Jahre Sabbatical, dann seit zwei Jahren CEO von Tamedia . Mancher fragt sich: wieso dieser Aufstieg? Das lässt sich nur damit erklären, dass der unkaputtbare Big Boss Pietro Supino keine Kompetenz-Konkurrenz möchte. Und da liegt die Latte ziemlich tief.

Die Frage hingegen, wo genau der Unterschied zwischen Sabbatical und Leitungsfunktion sei, zeugt von abgrundtiefem Sexismus und Misogynie, was ZACKBUM aufs schärfste verurteilt.

Peppel-Schulz verschmäht ihre eigenen Blätter und weicht nach Wien aus. Zum Einstieg versucht sie, witzig zu sein. So auf der Ebene von Arrigoni : « Als gefühlte Schweizerin tröstet mich immerhin: Wir sind bei der Fußball-WM weiter gekommen als andere. Aber im Ernst … » Im Ernst gesteht sie unbekümmert ihr Versagen: « Von vier Schweizer Franken Werbespendings gehen drei an die großen Tech-Plattformen. » So ein knackiges englisches Wort, wofür es problemlos auch ein deutsches gäbe – das macht das Bullshit Bingo des Managergequatsches aus.

Dazu gehört auch, Fake News zu verbreiten: « Unser digitales Werbegeschäft ist 2025 um 30 Prozent gewachsen – in einem Markt, der insgesamt schrumpft .» Display-Werbung ist in der Schweiz 2025 um 0,6 Prozent – gewachsen. Das hat auch damit zu tun, dass Google Änderungen an der Erfassung von Search-Werbung vorgenommen hat, sonst wäre das gemessene Wachstum noch stärker.

Das ist nur die Einleitung zum richtigen Hammer: « Aber strategisch zählt für uns nur eines: das Abonnement. » Ergänzt mit: « Wir hängen noch zu mehr als 85 Prozent von Print-Einnahmen ab. » Bei Tamedia. Bei TX stammen inzwischen zwei Drittel des Konzernumsatzes aus digitalen Geschäften.

Bei Ringier sieht es so aus, dass inzwischen 83 Prozent des operativen Gewinns aus dem Digitalgeschäft stammen. Werbung insgesamt (digital und Print) machen 82,5 Millionen des Gesamtumsatzes aus, « digitale Aktivitäten » insgesamt dagegen 459,4 Millionen. Print-Abos dürften noch für rund 130 Millionen Franken zuständig sein. Tendenz abnehmend.

Tagianer, fürchtet euch, oder sagten wir das schon? Im September läuft die Beschäftigungsgarantie für die überlebenden Journalisten ab. Und wie soll’s denn in die Zukunft gehen, mit dem einzigen Zähler Abo? Da läuft das Bullshit Bingo zu Höchstformen auf:

« Journalismus muss serviceorientierter, alltagstauglicher sein. Er muss unterschiedliche Perspektiven anbieten – «vielstimmig statt eintönig» ist der Claim unserer aktuellen Werbekampagne. Wir müssen Lokaljournalismus neu denken. Denn wenn wir die regionale, die lokale Geschichte nicht erzählen, erzählt sie niemand. »

Toll, also mehr Power ins Regionale? Jein, also eigentlich nein, aber dann doch irgendwie ja:

« Das heißt jetzt nicht, dass wir neue Regionalredaktionen eröffnen. Wir können nicht mehr in Büros denken und investieren, wir investieren in Reichweite vor Ort. Nähe zu den Menschen, das schafft Vertrauen – ergänzt um Hyperlokalität mithilfe von KI, die uns hilft, auch kleinste Gemeinden abzudecken, die wir mit klassischen Redaktionsstrukturen nie erreicht hätten .» Hä?

Und wie wirkt sich die nächste Qualitätssteigerung durch Rausschmeissen aus, wie das die journalistische Leiter nach unten Simon Bärtschi formulieren würde? « Das Medienunternehmen verändert sich dynamisch weiter. Und wer das ehrlich sagt, kann keine absoluten Garantien über die Zukunft geben. Was ich aber versprechen kann: Unser Fokus liegt klar auf Wachstum mit wirtschaftlich nachhaltigem, unabhängigem Journalismus », plappert Peppel-Schulz.

In Wirklichkeit liegt der Fokus auf penetranter Belehrung und eintöniger Rechthaberei, übernommen zu grossen Teilen aus München. Aber auch die wenigen Wortmeldungen aus dem Glashaus an der Werdstrasse kommen im Lehrer-Lämpel-Gestus daher. So schurigelt « Sportjournalist » Thomas Schifferle : « Infantino wird immer dreister – Europa muss ihn endlich stoppen ». Los, marsch, Europa, tu endlich was. Damit sich Schifferle befriedigt zurücklehnen kann:

«Ach!“ spricht er, „die größte Freud Ist doch die Zufriedenheit!“ Wilhelm Busch

Ganz anders gestimmt ist die SZ -Unke Hubert Wetzel. Er tut wieder das Unglaubliche : « Trump tut im Ukrainekrieg doch noch das Richtige ». Da wird Trump aber aufatmen und ZACKBUM fragt sich, ob das auch mit der Hitze zu tun haben könnte. Allerdings, da der Irre im Weissen Haus seine Positionen schneller wechselt als seine Bräunungscreme, kann es wieder passieren, dass Wetzel diesen hier macht:

Wer soll nun für Lämpel leiten Seine Amtestätigkeiten Wilhelm Busch

Die Wirklichkeit wäre dann sozusagen Max & Moritz , und die spielt Arrigoni, Supino, Peppel-Schulz, Bärtschi, Schiferle und Wetzel ständig böse Streiche. Das Sextett eint dabei eines: sie tun ihr Mögliches, den Journalismus aus dem Hause Tamedia abzuschaffen.

Schlagworte: Abos , Arrigoni , Avatar , Beschäftigungsgarantie , Digitalmarkt , Google , Hubert Wetzel , Infantino , Jessica Peppel-Schulz , KI , Lehrer Lämpel , Max & Moritz , Pietro Supino , Ringier , Simon Bärtschi , Standard , Tamedia , Thomas Schifferle , Trump , TX

Abos , Arrigoni , Avatar , Beschäftigungsgarantie , Digitalmarkt , Google , Hubert Wetzel , Infantino , Jessica Peppel-Schulz , KI , Lehrer Lämpel , Max & Moritz , Pietro Supino , Ringier , Simon Bärtschi , Standard , Tamedia , Thomas Schifferle , Trump , TX

Bildschirmfoto-2026-07-30-um-12.13.25-e1785415649563.png 423 797 René Zeyer https:

logo1.svg René Zeyer 2026-07-31 05:00:40 2026-07-30 14:53:37 Lauter Lämpels

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