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title: "Aktivist*innen stürmen Eröffnung der Welt-Aids-Konferenz in Rio de Janeiro; Frankreich kürzt Globalen Fonds-Beitrag um 58%"
sdDatePublished: "2026-08-01T11:19:00Z"
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Aktivist*innen stürmen Eröffnung der Welt-Aids-Konferenz in Rio de Janeiro; Frankreich kürzt Globalen Fonds-Beitrag um 58%

AIDS 2026 UPDATE: „Shame!“ – Demonstrationen auf der Welt-Aids-Konferenz | Deutsche Aidshilfe

An dieser Stelle veröffentlichen wir täglich Updates von der 26. Internationalen AIDS-Konferenz in Rio de Janeiro.

„Shame!“ – Demonstrationen auf der Welt-Aids-Konferenz

Die Welt-Aids-Konferenz ist wahrscheinlich die weltweit einzige Konferenz, bei der Demonstrationen ausdrücklich erwünscht sind. Die Veranstalter*innen begrüßen die Proteste als wichtigen Beitrag zu den Debatten und zum gemeinsamen Fortschritt.

Auch wir können nur sagen: Die Aktivist*innen aus aller Welt haben in Rio de Janeiro einen großartigen Job gemacht!

Aktivist*innen stürmten die Bühne bei der Eröffnung. Der Moderator gab ihnen das Wort.

So wurde gleich bei der Eröffnung die Bühne gestürmt. Gefordert wurde unter anderem eine ausreichende Finanzierung der HIV-Maßnahmen und mehr Forschung für eine Heilung von HIV.

Der Stand Frankreichs mit der Botschafterin für globale Gesundheit des Landes, Anne-Claire Amprou, zog ebenfalls eine wütende Demonstration auf sich. Denn Frankreich hat seine Beiträge für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria um 58 Prozent gekürzt.

AIDS 2026: Protest am französischen Stand gegen Kürzungen

Ziel mehrerer Demonstrationen war die Phrama-Firma Gilead. Aufgrund hoher Preise haben bisher die meisten Menschen weltweit keinen Zugang zu dem hoch wirksamen Medikament Lenacapavir. Eine einzige Injektion schützt ein halbes Jahr lang vor einer HIV-Infektion – wenn mensch sie bekommt. In den meisten Ländern Lateinamerikas, wo das Präparat maßgeblich erforscht wurde, ist es nun noch nicht verfügbar.

AIDS 2026: Proteste am Stand von Gilead wegen der hohen Preise für Lenacapavir

AIDS 2026: Protest gegen hohe Preise am Stand von Gilead

Fazit: Die HIV-Community hat in Rio sehr deutlich gemacht, wie dringlich die Situation ist. Von der Kraft und Ungeduld der Aktivist*innen können wir alle lernen. Die aktuellen Kürzungen dürfen wir nicht hinnehmen!

Es geht um Menschenleben. Lasst uns gemeinsam kraftvoll und ungeduldig sein!

Protest bei der 26. Welt-Aids-Konferenz gegen Kürzungen bei den globalen Maßnahmen gegen HIV

+++ 30.7.2026, 15:25 Uhr +++

Fidschi: Die stille HIV-Krise im Pazifik

Wer an Fidschi denkt, hat meist Bilder von weißen Sandstränden, türkisfarbenem Wasser und einem tropischen Urlaubsparadies vor Augen. Doch hinter dieser Kulisse entwickelt sich derzeit eine der am schnellsten wachsenden HIV-Epidemien der Welt, eine Krise, die außerhalb des Pazifiks bislang kaum wahrgenommen wird.

Beim Round Table zum Thema berichtete auch der Verantwortliche für HIV-Maßnahnmen und ein offen HIV-positiver Selbsthilfe-Aktivist. Spanndende Einblicke in ein noch weithin unbekanntes Thema, bei dem die lokale Kultur eine große Rolle spielt.

Zum Beitrag des Aktionsbündnis gegen AIDS

Das Podium beim Round Table zur Epidemie auf Fidschi bei AIDS 2026 in Rio de Janeiro

+++ 29.7.2026, 19:14 Uhr +++

"Regierungen entscheiden über Leben wie meines"

Die HIV- und Trans-Aktivistin Erika Castellanos sprach bei der Eröffnungspressekonferenz der Welt-Aids-Konferenz für die Community. Wir dokumentieren ihre Rede im Wortlaut.

Eröffnugnspressekonferenz der Welt-Aids-Konferenz: Erika Castellanos bei ihrem Statement.

+++ 28.7., 21:45 Uhr +++

Pressemitteilung zur Eröffnung der Welt-Aids-Konferenz

Deutsche Aidshilfe zur globalen HIV-Pandemie: Auch Deutschland muss seiner Verantwortung gerecht werden

Dringend gesucht: Politischer Wille und Leadership. In der Krise müssen die Lösungen von morgen entstehen. Es ist dringend: Millionen Menschenleben stehen auf dem Spiel.

+++ 28.7., 21:30 Uhr +++

„Jahrzehnte des Fortschritts stehen auf dem Spiel“

UNAIDS warnt in seinem neuen Bericht vor Millionen neuen Infektionen und Todesfällen durch Rückschritte bei den globalen Maßnahmen gegen HIV. Und betont: Nicht die Wissenschaft muss das Problem lösen, die Regierungen der Welt müssen es tun.

Mehr als 3 Millionen HIV-Infektionen und 1,3 Millionen Todesfälle werden laut UNAIDS die Folge der globalen Mittekürzungen bis zum Jahr 2030 sein. Sie wären laut einem neuen UNAIDS-Bericht vermeidbar, wenn die Welt sich weiter an die gesetzten Ziele und den dazu gehörigen Plan halten würde.

UNAIDS-Direktorin Winnie Byanyima stellte diese Zahlen am Montag bei der Eröffnungspressekonferenz der 26. Internationalen Aids-Konferenz vor. Die HIV

Aids-Organisation der Vereinten Nationen reagiert mit ihrem Bericht zur Welt-Aids-Konferenz auf die aktuelle Krise der globalen Maßnahmen gegen Aids.

Noch nie so tief gefallen

Kongress-Präsidentin Beatriz Grinsztejn setzte den Grundton der Pressekonferenz, der insgesamt deutlich schärfer war als die Pressemitteilung von UNAIDS: „Noch nie ist die Finanzierung so tief gefallen, und viele Menschen bezahlen bereits den Preis.“

Dabei geht es geht nicht nur um Geld. Winnie Byanyima brachte auf den Punkt, wie sich die Situation gerade auf mehreren Ebenen gleichzeitig verschärft:

„Dieser Bericht erzählt zwei Geschichten: Die erste handelt von außerordentlichem wissenschaftlichem Fortschritt. Die zweite Geschichte ist eine Warnung: Finanzielle Kürzungen, wachsende Ungleichheit, Angriffe auf Menschenrechte und immer weiter eingeschränkte Handlungsspielräume der Zivilgesellschaft – all dies zusammen gefährdet Jahrzehnte des Fortschritts.“

Anders formuliert: Das UNAIDS-Ziel, „Aids als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit bis 2030 zu beenden“, rückt gerade in weite Ferne. Stattdessen ist nun laut Bericht ein „Wiederaufflammen der Epidemie“ wahrscheinlich.

Die nackten Zahlen des UNAIDS-Berichtes: 1,2 Millionen Menschen haben sich im Jahr 2025 weltweit mit HIV infiziert. 570.000 Menschen starben an Aids oder damit verbundenen Erkrankungen. Etwa ein Viertel der weltweit 41 Millionen Menschen mit HIV haben noch immer keinen Zugang zur HIV-Therapie. Fast die Hälfte der HIV-positiven Kinder bleibt unbehandelt.

All das ist tragisch genug, denn Aids ist längt vermeidbar, und HIV-Therapien verhindern auch die Übertragung des Virus. Die Welt hat jedoch enorme Fortschritte gemacht; die Zahlen sind in den letzten 30 Jahren stark gesunken. Diese Entwicklung wird sich nun angesichts der Einbrüche bei den globalen Maßnahmen gegen HIV nicht fortsetzen.

Um weitere Fortschritte zu ermöglichen, so betont UNAIDS, müsste „globale Solidarität wieder hergestellt und Ungleichheit angegangen werden“.

Denn in einigen Regionen und Ländern steigen die Infektionen ohnehin schon, so zum Beispiel in Osteuropa und Zentralasien und in Lateinamerika.

Der Erfolg hängt von globalen Mitteln ab

Zudem sind zahlreiche Länder bei ihren Maßnahmen gegen HIV noch immer in hohem Maße abhängig von den Mitteln globaler Programme – viele ärmere Ländern Afrikas zu mehr als 90 Prozent.

Bereits 2025 sind diese Mittel um fast ein Viertel zurückgegangen. Und die Kürzungen gehen weiter. Sie betreffen auch wirtschaftlich stärkere Länder.

Die müssten künftig durchaus mehr selbst bezahlen, erklärte der stellvertretende südafrikanische Gesundheitsminister, Mathume Joseph Phaahla bei der Pressekonferenz. Aber Ausfälle in dieser Größenordnung könne kein Land „über Nacht ausgleichen“.

Was also ist zu tun? Die führenden Köpfe auf dem Podium der Welt-Aids-Konferenz appellieren dringend an politische Entscheidungsträger in aller Welt.Aber auch Pharmafirmen wie Gilead wollen sie in die Pflicht nehmen. Deren hohe Preise für Medikamente schlössen die meisten Menschen von hoch wirksamen Medikamenten wie der Depotspritze Lenacapavir aus.

„Innovation ohne Zugang ist keine Innovation, sondern Ungerechtigkeit“, wiederholt Byanyima an diesem ersten Konferenztag immer wieder.

Byanyima betont, dass es nun ausschließlich um politischen Willen ginge: Die Wissenschaft habe ihren Job gemacht, es seien alle nötigen Mittel vorhanden. „Die Frage ist nicht mehr, ob wir Aids beenden können. Die Frage ist, ob wir uns entscheiden, Aids zu beenden.“

„Wir glauben, dass wir es gemeinsam können“, fügt Mathume Joseph Phaahla hinzu, in dessen Land Südafrika so viele Menschen mit HIV leben wie in keinem anderen. „Und wir bitten Sie, auf den letzten Meilen an unserer Seite zu bleiben.

UNAIDS berichtet am Abend zu Folgen der weltweiten Kürzungen

Deutsche Aidshilfe vor Ort: geänderte Kontaktinformationen

Nach einem Tag mit Vorkonferenzen wird heute in Rio de Janeiro die Welt-Aids-Konferenz eröffnet.

Um 19 Uhr deutscher Zeit wird bei der Eröffnungspressekonferenz UNAIDS einen neuen Bericht über die globale Situation vorstellen. Zentrales Thema sind die Schäden, die aktuell durch Kürzungen entstehen.

Dieses Thema wird die ganze Konferenz beherrschen: Die globalen Maßnahmen gegen HIV stehen auf der Kippe. Der Grund sind Rückschritte auf drei Ebenen gleichzeitig: Finanzielle Kürzungen, politische Entsolidarisierung und Rückbau von Strukturen.

Millionen neue HIV-Infektionen und Todesfälle könnten die Folge sein. Dabei wollten die Vereinten Nationen Aids bis 2030 beenden.

Die 26. Welt-Aids-Konferenz wird also die Stunde der Wahrheit. Mehr Informationen in unserer Pressemitteilung von Freitag, dem 24.7.2026 .

Für die Deutsche Aidshilfe beobachtet und kommentiert Pressesprecher Holger Wicht die Konferenz vor Ort . Er ist steht für Interviews und Hintergrundgespräche bereit.

0171 274 95 11 (Messenger-Calls via WhatsApp, Signal, Telegram; SMS möglich)

+55 21 97617 5128 (Brasilianische Mobilfunknummer)

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