Ursulinen aus Dorsten geben Trägerschaft der St. Ursula-Schulen in Dorsten ab; Altersgerechte Wohnungen geschaffen und gemeinsames Gebet bleibt möglich.

Ursulinen in Dorsten - Bistum Münster

Im August nehmen die Ursulinen aus Dorsten die Anliegen aus dem digitalen Fürbittbuch in ihre Gebete auf: (von links) Schwester Benedicta Kimmeyer, Schwester Annette Borgmann und Schwester Teresa Büscher.

Die meisten waren als Lehrerinnen entweder an der Realschule oder dem Gymnasium St. Ursula tätig. „Vor elf Jahren haben wir die Trägerschaft der beiden Schulen mit ihren gut 1.600 Schülerinnen und Schüler an die ‚Stiftung St. Ursula‘ abgegeben. Diese Verantwortung konnten wir nicht länger übernehmen“, berichtet Schwester Teresa Büscher, die maßgeblich an der Übertragung mitgearbeitet hat.

Es war eine Entscheidung, die die Ordensfrauen mit viel Weitblick getroffen haben. „Wir sind natürlich weiterhin mit den Schulen verbunden. Wir leben ja fast auf dem Schulhof des Gymnasiums“, sagt Schwester Teresa und schaut lächelnd durch das Fenster auf den Pausenhof, auf dem sich gerade einige Schülerinnen und Schüler tummeln. Eine ebenfalls weitsichtige Entscheidung hatten die Schwestern auch schon 2012 mit dem Neubau des Klosters getroffen. „Das alte Kloster hatte eine schlechte Bausubstanz, war viel zu groß und nicht barrierefrei. Deshalb haben wir es abgerissen und neu gebaut“, erläutert Schwester Annette Borgmann. Das auf Zukunft ausgerichtete Konzept: Neben den Gemeinschaftsräumen entstanden für die Schwestern altersgerechte Wohnungen.

„Jede Zeit hat ihre Herausforderungen. Uns ist es jetzt ein Anliegen, ein Miteinander in dieser Altersstruktur zu leben und füreinander zu sorgen“, informiert Schwester Annette. „Die Schwestern können – trotz altersbedingter Beeinträchtigungen – in Würde alt werden und in Würde begleitet sterben“, betont auch Schwester Teresa. Und Schwester Benedicta fügt hinzu: „Unser Ziel ist es, dass die älteren Mitschwestern beim gemeinsamen Gebet und den Mahlzeiten dabei sind, solange es geht.“ Und wenn es nicht mehr möglich ist, dann versammeln sich die Ordensfrauen auch schon mal am Bett einer Mitschwester, um dort gemeinsam die Vesper zu beten. „Bleibt auf dem alten Weg – und lebt ein neues Leben.“ Diesen Glaubenssatz der Ordensgründerin, der heiligen Angela Merici, haben die Schwestern bei all ihrem Tun immer im Ohr.

Seit 327 Jahren leben Ursulinen in Dorsten, und sie haben in die Stadt hineingewirkt. „Unter den neun Ehrenbürgern Dorstens sind zwei Frauen. Und das sind Schwester Johanna und Schwester Paula“, verrät Schwester Annette. Schwester Johanna Eichmann war Mitbegründerin und langjährige Leiterin des Jüdischen Museums Westfalen. Schwester Paula von der Schulenburg ist weit über die Grenzen von Dorsten hinaus eine anerkannte Künstlerin. Anlässlich ihres 25. Todestages in diesem Jahr gibt es seit Februar und noch bis zum 27. September 2026 eine besondere Ausstellung einiger ihrer ungezählten Werke im Bergbaumuseum in Bochum: „Fühlst du? Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick“

Ihre Spiritualität beschreiben die Ursulinen selbst als ein Zusammenspiel aus Aktion und Kontemplation. „Wir suchen Gott mitten im Alltag. Wir möchten ihn in allem wahrnehmen, was uns entgegenkommt, offen sein, für das, was uns von außen begegnet und Zeugnis geben“, bringt es Schwester Benedicta auf den Punkt.

Wer den Ursulinen in Dorsten seine ganz persönliche Bitte anvertrauen möchte, kann das im digitalen Fürbittbuch des Bistums Münster tun.

Weitere Informationen zu den Ursulinen in Dorsten gibt es im Internet .