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title: "Martin Horn gewinnt OB-Wahl in Freiburg 2026; absolute Mehrheit im ersten Wahlgang"
sdDatePublished: "2026-08-01T13:41:00Z"
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Martin Horn gewinnt OB-Wahl in Freiburg 2026; absolute Mehrheit im ersten Wahlgang

OB-WAHL 2026
Ergebnisse und Analysen

Inhaltsverzeichnis
Kurz gefasst …
3
1. Ergebnisse in Freiburg
4
Politische Rahmenbedingungen
4
Wahlberechtigte und Wahlbeteiligung
4
Kandidat*innen
5
2. Freiburger Stadtbezirke
6
Wahlbeteiligung
6
Kandidat*innen
8
3. Wahlorganisation
14
Gesetzliche Fristen
14
Wahlbezirke
14
Wahl im Wahllokal
15
Briefwahlbeantragung
15
Wahlhelfende
16
4. Historie der OB-Wahlen
17

3
Kurz gefasst …
Die OB-Wahl) 2026 brachte ein eindeutiges Ergebnis.
Der Amtsinhaber Martin Horn, der 2018 überra-
schend in zwei Wahlgängen gegen den damaligen
Amtsinhaber Dr. Dieter Salomon gewonnen hatte,
konnte dieses Mal bereits im ersten Wahlgang die
absolute Mehrheit der Stimmen erringen, sodass
keine Stichwahl erforderlich wurde.
Dass OB-Wahlen Persönlichkeitswahlen sind wurde
einmal mehr deutlich: Die Herausforderin Monika
Stein, wie bereits 2018 die einzige Frau im Bewer-
ber*innenfeld, wurde zwar von der Hälfte des Ge-
meinderats unterstützt, errang aber nur ein Viertel der
Stimmen. Der Wahlsieger Horn hatte dagegen nur ein
Fünftel des Gemeinderats im Rücken.
Der positive Trend bei der Wahlbeteiligung setzte
sich auch bei der OB-Wahl fort. Im Vergleich der ba-
den-württembergischen Großstädte liegt die Freibur-
ger OB-Wahlbeteiligung aktuell sogar an der Spitze.
Der Wahlsieger erreichte in allen Stadtbezirken mehr
als 40 % Stimmenanteil. Seine besten Ergebnisse mit
jeweils deutlich über 60 % wurden in den Ortschaften
am Tuniberg, in Lehen und Hochdorf vermeldet.
Horns Herausforderin Monika Stein konnte dagegen
nur in den Stadtbezirken Vauban und Altstadt-Ring
die meisten Stimmen einfahren. Insbesondere in den
Tuniberg-Gemeinden fielen ihre Ergebnisse gering
aus.
Aus organisatorischer Sicht lief alles reibungslos, ob-
wohl die Vorbereitung der OB-Wahl in die heiße
Phase der Landtagswahl fiel und bei der Briefwahl
und der Zahl der Unterstützungsunterschriften für die
Kandidierenden neue OB-Wahl-Rekorde erreicht
wurden.

OB-Wahl 2026
4
1. Ergebnisse in Freiburg
Politische Rahmenbedingungen
Die OB-Wahl fand nur sieben Wochen nach der
baden-württembergischen Landtagswahl statt.
Diese war durch ein Kopf- an Kopf-Rennen der
beiden Regierungsparteien geprägt, bei dem
Bündnis 90/DIE GRÜNEN mit ihrem Spitzenkandi-
daten Cem Özdemir trotz leichter Verluste einen
knappen Vorsprung vor der CDU bewahren
konnte. Klare Verlierer der Wahl waren die SPD
und die FDP, während die AfD ihr Ergebnis ver-
doppeln konnte.
Der Krieg der USA und Israel gegen den Iran, die
Ablehnung einer deutschen Beteiligung an die-
sem, hohe Energie-, insbesondere Ölpreise sowie
neue Perspektiven in der EU nach der Abwahl von
Viktor Orbán bei der Parlamentswahl in Ungarn
bestimmten die politische Großwetterlage. In
Deutschland insgesamt spiegelte sich in der Zeit
vor der OB-Wahl die hohe Unzufriedenheit mit der
Bundesregierung in geringen Zustimmungswerten
für Union und SPD wider. In den repräsentativen
Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen, von
FORSA, YouGov und INSA wies die AfD den
höchsten Wert aller Parteien auf.
Der Freiburger OB-Wahlkampf beschäftigte sich
derweil fast ausschließlich mit lokalpolitischen
Themen. Wie die im Auftrag der Badischen Zei-
tung durchgeführte repräsentative Umfrage des
Meinungsforschungsinstituts IM Field zeigte, lag
Martin Horn in allen abgefragten Kategorien deut-
lich vor seinen Konkurrent*innen („ist mir sympa-
thisch“, „bringt die Stadt wirtschaftlich voran“,
„findet Mittel gegen Wohnungsknappheit“, „sorgt
für solide Finanzen“). Nur bei „bringt die Stadt
ökologisch voran“ hat es Monika Stein geschafft,
zumindest bis auf einen Prozentpunkt an den
Amtsinhaber heranzukommen. Somit gab es kei-
nerlei Hinweise auf eine Wechselstimmung.
Wahlberechtigte und Wahlbeteiligung
Wahlberechtigt waren alle Freiburger*innen über
16 Jahren, welche die Staatsangehörigkeit eines
der 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union
hatten und seit mindestens drei Monaten in Frei-
burg lebten. Dies waren 173.011 Personen – so
viele wie nie zuvor in der weiterhin wachsenden
Stadt >Abb.1.
Abb.1
Wahlberechtigte bei den OB-Wahlen seit 1956
Im Vergleich der neun baden-württembergischen
Großstädte ist der Freiburger Beteiligungswert ak-
tuell der höchste. Nur in Heidelberg konnte im Ers-
ten Wahlgang ebenfalls die 50%-Marke über-
sprungen werden >Tab.1.
Abb.2
Wahlbeteiligung bei den OB-Wahlen seit 1956

Ergebnisse in Freiburg
5
Tab.1
Die jeweils letzten OB-Wahlen in den Großstäd-
ten Baden-Württembergs
Großstadt
Jahr
Kandidat*
innen
Wahl-
beteili-
gung
Gewählt
Anzahl
%
Name
Stuttgart
2020
9 / 6
49,0 / 44,6
Dr. Frank
Nopper
Mannheim
2023
8 / 3
32,2 / 30,9
Christian
Specht
Karlsruhe
2020
6
41,4
Dr. Frank
Mentrup
Freiburg
2026
9
56,1
Martin
Horn
Heidelberg
2022
8 / 3
51,3 / 44,1
Prof. Dr. Eckart
Würzner
Pforzheim
2025
2
23,5
Peter
Boch
Heilbronn
2022
3
30,5
Harry
Mergel
Ulm
2023
5 / 2
40,1 / 38,3
Martin
Ansbacher
Reutlingen
2019
5 / 4
39,5 / 40,2
Thomas
Keck
Kandidat*innen
Zur OB-Wahl wurden vom Gemeindewahlaus-
schuss neun Kandidat*innen zugelassen, das war
die zweithöchste Zahl in der Freiburger OB-Wahl-
Geschichte >Tab.2.
Der parteilose Amtsinhaber Martin Horn wurde
von der SPD, der FDP, BFF und JF unterstützt, dies
entsprach etwa einem Fünftel des Gemeinderats.
An seinem klaren Wahlerfolg ist aber deutlich ab-
lesbar, dass die OB-Wahlen in erster Linie eine
Persönlichkeitswahl sind, bei denen der Amtsinha-
ber im Normalfall mit einem Bonus ins Rennen
ging.
Nach Emilie Meyer (1982), Maria Viethen (1990),
Ursula Knöpfle (1998), Gudrun Heute-Bluhm
(2002) trat mit Monika Stein die fünfte Frau in der
Freiburger OB-Wahlgeschichte zur Wahl an.
Nachdem sie bereits 2018 mit von der Partie war,
ist sie damit auch die erste Frau, die zum zweiten
Mal kandidierte. Unterstützt wurde sie von den
GRÜNEN, der Linken Liste, der GAF, UFF, Volt, Ur-
banes Freiburg und Teilhabe und Inklusion, welche
zusammen die Hälfte der Gemeinderats-Sitze auf
sich vereinigten. Da es erkennbar keine Wechsel-
stimmung in der Stadt gab, konnte sie diesen Vor-
teil gegenüber Horn aber nicht für einen Wahler-
folg nutzen >Tab.3.
Achim Wiehle war der Kandidat der CDU, welche
rund 12 % der Gemeinderatssitze innehatten. Sein
Ergebnis lag nicht weit von dieser Prozentmarke
entfernt >Tab.3.
Alle anderen Kandidat*innen blieben klar unter
der 5 %-Marke. Insbesondere der AfD-Bewerber
Karl Schwarz konnte den Aufschwung seiner Par-
tei nicht nutzen. Als Direktkandidat bei der Land-
tagswahl im Wahlkreis Freiburg II war er nur we-
nige Wochen zuvor noch auf knapp 10 % gekom-
men >Tab.3.
Tab.2
Kandidat*innen und Ergebnisse bei den OB-
Wahlen seit 1956
Jahr
Kandidat
*innen
1. Platz
2. Platz
Anzahl
Name
%
%
1956
7
Dr. Brandel
67,6
28,4
1962 (1)
1962 (2)
3
3
Dr. Keidel
Dr. Keidel
50,4
65,0
49,2
34,9
1970
4
Dr. Keidel
78,1
20,8
1982 (1)
1982 (2)
14
6
Dr. von Ungern-Sternberg
Dr. Böhme
48,9
50,1
44,1
49,4
1990
4
Dr. Böhme
53,3
24,3
1998
4
Dr. Böhme
50,2
24,0
2002 (1)
2002 (2)
4
3
Dr. Salomon
Dr. Salomon
36,7
64,4
32,4
34,4
2010
3
Dr. Salomon
50,5
29,2
2018 (1)
2018 (2)
6
4
Horn
Horn
34,7
44,2
31,3
30,7
2026
9
Horn
52,9
29,6

OB-Wahl 2026
6
Über die „Freie Zeile“ wurden dieses Mal 53 Stim-
men abgegeben. Mit 14 die meisten hat der ehe-
malige Trainer des SC Freiburg, Christian Streich,
bekommen. Bereits bei der OB-Wahl 2018 lag er
mit 35 „Freie-Zeilen-Stimmen“ vorn.
Abb. 3 Vorstellung der Kandidat*innen im Amtsblatt
vom 11. April 2026
Tab.3
Ergebnis der OB-Wahl 2026
Anzahl
%
Wahlberechtigte
173.011
x
Wähler*innen / Wahlbeteiligung
97.085
56,1
ungültige Stimmabgaben
150
0,2
gültige Stimmabgaben
96.935
99,8
Horn, Martin
51.310
52,9
Stein, Monika
28.736
29,6
Wiehle, Achim
10.153
10,5
Mihajlović, Dejan
2.435
2,5
Schwarz, Karl
2.162
2,2
Braune, Florian
1.304
1,3
Probst, Claudio
396
0,4
Borgmann, Martin
314
0,3
Kölker, Wim
72
0,1
Sonstige (Freie Zeile)
53
0,1
2. Freiburger Stadtbezirke
Wahlbeteiligung
Mit 56,1 % lag die Wahlbeteiligung deutlich höher
als bei den beiden Wahlgängen der OB-Wahl
2018. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen
in den Stadtbezirken wider.
Die Wahlbeteiligung zwischen den einzelnen
Stadtbezirken unterscheidet sich einmal mehr er-
heblich. Spitzenreiter ist Vauban – hier nahmen
71,3 % der Wahlberechtigten an der Wahl teil.
Dicht dahinter liegen die Ober- und die Mittel-
wiehre, wo ebenfalls fast 70 % der Wahlberech-
tigten ihre Stimme abgaben. Am anderen Ende der
Skala liegen Weingarten und Landwasser. Hier lag
die Wahlbeteiligung bis zu 20 %-Punkte unter der
gesamtstädtischen Wahlbeteiligung >Karte 1.

Freiburger Stadtbezirke
7
Karte 1: Wahlbeteiligung in den Stadtbezirken bei der OB-Wahl 2026
Karte 2: Veränderung der Wahlbeteiligung gegenüber dem 1. Wahlgang der OB-Wahl 2018 in den Stadtbezirken
bei der OB-Wahl 2026

OB-Wahl 2026
8
Kandidat*innen
Sowohl auf der Ebene der Stadt- als auch der
Wahlbezirke konnten nur der Wahlsieger Martin
Horn und die zweitplatzierte Monika Stein relative
Mehrheiten erringen >Karte 3.
Martin Horn konnte in allen Stadtbezirken mehr
als 40 % erreichen. In den Tuniberg-Gemeinden,
Lehen und Hochdorf erzielte er seine besten Er-
gebnisse. Bis auf Vauban und Altstadt-Ring lag er
vor dem Feld der Konkurrent*innen. Von den 199
Wahlbezirken konnte der Wahlsieger 180 für sich
entscheiden >Karten 3 und 4.
Monika Stein konnte in den GRÜNEN-Hochburgen
ihre besten Ergebnisse erzielen. In den Bezirken
Altstadt-Ring und Vauban gelang es ihr sogar,
den Amtsinhaber hinter sich zu lassen. In Vauban
war ihr Vorsprung vor Horn mit 7,6 %-Punkte ein-
deutig, im Altstadt-Ring lag sie hingegen nur 1,5
%-Punkte vor dem Wahlsieger. Die Spanne ihrer
Ergebnisse war enorm - von 8,9 % in Hochdorf bis
49,5 % in Vauban. In 18 Wahlbezirken lag Monika
Stein vorn, in einem Wahlbezirk (421-01 Ober-
wiehre) schaffte sie eine Stimmengleichheit >Kar-
ten 3 und 5.
Achim Wiehle konnte sein bestes Ergebnis mit
21,1% im Stadtbezirk Hochdorf erzielen. Auch in
den Ortschaften Lehen/Waltershofen sowie Tien-
gen/Munzingen und im Bezirk Mooswald-West er-
zielte er überdurchschnittliche Ergebnisse. Am
schlechtesten schnitt er im Stühlinger und im Vau-
ban ab >Karte 6.
Dejan Mihajlovićs Ergebnisse wiesen nur eine re-
lativ geringe Streuung auf, er kam jedoch in kei-
nem Stadtbezirk über 4 % der Stimmen >Karte 7.
Karl Schwarz erreichte in den AfD-Hochburgen
Weingarten und Landwasser 8,4 bzw. 5,4 %, in
den GRÜNEN-Hochburgen bekam er dagegen nur
wenige Stimmen >Karte 8.
Florian Braunes beste Stadtbezirke waren
Haslach-Haid, Weingarten und Landwasser, je-
weils mit weniger als 3 % der Stimmen >Karte 9.
Karte 3: Stimmengewinner*innen in den Urnen- und Briefwahlbezirken bei der OB-Wahl 2026

Freiburger Stadtbezirke
9
Karte 4: Stimmenanteile Martin Horn in den Stadtbezirken bei der OB-Wahl 2026
Karte 5: Stimmenanteile Monika Stein in den Stadtbezirken bei der OB-Wahl 2026

OB-Wahl 2026
10
Karte 6: Stimmenanteile Achim Wiehle in den Stadtbezirken bei der OB-Wahl 2026
Karte 7: Stimmenanteile Dejan Mihajlović in den Stadtbezirken bei der OB-Wahl 2026

Freiburger Stadtbezirke
11
Karte 8: Stimmenanteile Karl Schwarz in den Stadtbezirken bei der OB-Wahl 2026
Karte 9: Stimmenanteile Florian Braune in den Stadtbezirken bei der OB-Wahl 2026

OB-Wahl 2026
12
Karte 10: Stimmenanteile Claudio Probst in den Stadtbezirken bei der OB-Wahl 2026
Karte 11: Stimmenanteile Martin Borgmann in den Stadtbezirken bei der OB-Wahl 2026

Freiburger Stadtbezirke
13
Karte 12: Stimmenanteile Wim Kölker in den Stadtbezirken bei der OB-Wahl 2026

OB-Wahl 2026
14
3. Wahlorganisation
Kurz nach der Landtagswahl am 8. März 2026
fand die OB-Wahl statt, sodass das Wahlamt be-
reits während der Landtagswahl die Wahl vorbe-
reiten musste. Die kurz aufeinanderfolgenden
Wahlen stellten für das Team des Wahlamts eine
besondere Herausforderung dar, die jedoch erfolg-
reich gemeistert werden konnte.
Gesetzliche Fristen
Gemäß § 2 des Kommunalwahlgesetzes
(KomWG) Baden-Württemberg bestimmt zu-
nächst der Gemeinderat den Wahltag für Gemein-
dewahlen, zu denen auch die OB-Wahl zählt. Die-
sem