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title: "Larissa Eifler gewinnt WM-Gold in Hong Kong; Positives Signal für junge Frauen im Fechtsport"
sdDatePublished: "2026-08-01T13:11:00Z"
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Larissa Eifler gewinnt WM-Gold in Hong Kong; Positives Signal für junge Frauen im Fechtsport

Britta Heidemann exklusiv über Larissa Eiflers WM-Gold: "Für junge Frauen in unserem Sport ein wahnsinnig positives Signal“

Britta Heidemann exklusiv über Larissa Eiflers WM-Gold: "Für junge Frauen in unserem Sport ein wahnsinnig positives Signal“

Bei den Fecht-WM 2026 trat Larissa Eifler die Nachfolge der bis dato letzten deutschen Weltmeisterin Britta Heidemann an. Anlässlich dessen äußert sich die Olympiasiegerin von Beijing 2008 exklusiven Olympics.com-Interview über die Zukunftsaussichten der Traditionssportart und berichtet, was sie ihrer Erbin wünscht.

Am vergangenen Wochenende sorgte Larissa Eifler bei der Fecht -WM in Hong Kong für den größten deutschen Erfolg in dieser traditionsreichen Olympia-Sportart in jüngerer Vergangenheit.

Tatsächlich handelt es sich um die erste große internationale Goldmedaille einer deutschen Athletin seit fast 20 Jahren. Britta Heidemann war es, die zwischen 2007 und 2009 das Golden Triple aus WM, EM und natürlich dem bis heute in Erinnerung gebliebenen Olympiasieg bei Beijing 2008 schaffte.

Es liegt also nahe, die 42-Jährige, die nach ihremKarriereende dem Sport stets verbunden blieb und zum Zeitpunkt der WM in Fernost weilte, zum Eifler-Coup zu befragen.

Im exklusiven Interview mit Olympics.com schildert Heidemann ihre Eindrücke von Eifler, bewertet den möglichen Einfluss auf das deutsche Fechten und erklärt, worauf es ankommt, damit dieser Triumph kein „One-Hit-Wonder“ bleibt.

Britta Heidemann über historisches WM-Gold von Larissa Eifler: „Für die jungen Frauen in unserem Sport ein wahnsinnig positives Signal“

Knapp 48 Stunden nach Eiflers Goldmedaille im Säbelfechten der Frauen erreichte Olympics.com die ehemalige Degenfechterin, die bis zum Karrierende 2018 noch viele weitere Medaillen holte (u.a. Silber bei London 2012).

„Es ist natürlich fantastisch, dass dieser Weltmeistertitel zustande gekommen ist“, freut sich Heidemann . Dass die vor der WM als 33. der Weltrangliste geführte Eifler den Titel als große Außenseiterin gewann, macht den Erfolg nur noch besonderer.

„Es macht diesen Sport aus, dass man als ‚David gegen Goliath‘, unabhängig von der Weltranglistenposition und dem Spielstand gewinnen kann“, meint die Expertin. Eifler lieferte im Finale nach einem 0:5-Rückstand Anschauungsmaterial, warum das Fechten bei Olympischen Spielen eine besondere Rolle spielt.

Dem Fechten aber auch dem Sport im Allgemeinen ist die Britta Heidemann stets verbunden geblieben. Seit 2012 ist sie auch in verschiedenen Funktionen für den IOC tätig, zunächst als Mitglied der Athleten Kommission, inzwischen bekleidet sie ein Vorstandsamt bei der Olympic Refuge Foundation. Dennoch bedeutet dieser deutsche Titel der Kölnerin besonders viel.

„Ich habe mich sehr gefreut. Selbst wenn man international so viel tätig ist, ist das glaube ich auch ganz natürlich, dass man sich freut, wenn der eigene Sport im eigenen Land auch mal wieder mit Erfolgen aufzuwarten hat. (…) Wir haben grundsätzlich und übergeordnet einfach die letzten Jahre nicht viele Erfolge feiern können auf so einem hohen Niveau.“

Tatsächlich kam Heidemanns EM-Gold in Plowdiw im Jahr 2009 dem letzten internationalen Einzeltitel einer deutschen Fechterin gleich – kann durch Eiflers Erfolg eine neue Ära entstehen?

„Ich denke schon, dass es für die komplette Mannschaft, den kompletten Nachwuchs im Fechtsport und aber insbesondere auch für die Mädchen und die jungen Frauen in unserem Sport ein wahnsinnig positives Signal ist" schätzt die 42-Jährige ein.

Auch weil Eifler schwierige Zeiten erlebte.

Fencing World Championships, Hong Kong 22-31 July 2026 In photo: EIFLER Larissa GER Photo by Eva PavÃ­a #bizziteam - FIE

Warum Eifler besonders prädestiniert ist, um der nachfolgenden Generation ein Vorbild zu sein, verrät der Blick in die Vita der 27-Jährigen.

Obwohl großes Talent stets zu erkennen war (Silber bei U17-WM, Gold bei U23-EM), verlief der Übergang in die internationale Elite nicht reibungslos. Besonders die verpasste Olympia-Qualifikation für Paris 2024 hinterließ bei Eifler zunächst eine sportliche Narbe.

Im europäischen Zonen-Ausscheid hatte sie sich ins Halbfinale gekämpft, ein 13:15 gegen die damalige Top-Favoritin Yoana Ilieva beendete den Traum vom Olympia-Debüt, nur der Siegerin des Turniers wurde der letzte Quotenplatz für die Spiele 2024 zugesprochen.

Eiflers mentale Verfassung litt unter dieser verpassten Chance, sie nahm sich eine Pause, und geht mit den Gründen mutig und offensiv um.

„Ich habe mich für die Pause entschieden, auch, um herauszufinden, wer ich eigentlich neben dem Fechten bin“, hatte sie jüngst im WDR-Interview bekräftigt. Das habe ihr geholfen, wieder den Spaß am Fechten zu finden, erklärte die Heidemann-Nachfolgerin.

Für Weltmeister-Vorgängerin macht Eifler genau das zum Vorbild: „Ich finde das total schön, wenn auch Athleten mal solche Geschichten teilen, um einfach auch jedem draußen oder jedem zu zeigen: Uns kann es genauso gehen wie euch."

Rückschläge sind nicht schön, sie die gehören aber einfach zum Leben dazu. Und wenn man sie schon hat, dann kann man sie im besten Falle auch nutzen, um negative Energie, in positive Energie umzuwandeln.“

Diesen Schritt kann die erste deutsche Säbelfecht-Weltmeisterin der Geschichte nun abhaken. Und das nächste Level? Die positive Energie konservieren, um nachhaltigen Erfolg zu ermöglichen?

Hinter den Kulissen mit Britta Heidemann

Schauen Sie hinter den Kulissen: die Testveranstaltung für RIO 2016.

Britta Heidemanns Rat: „Selbst-Analyse - sich selbst zu kennen, sich zu trauen, in sich hinein zu hören - ist das A und O"

Heidemann, die über zwölf Jahre internationale Medaillen sammelte (19 davon drei olympische – Juniorenbereich ausgenommen), scheint als Mentorin eine naheliegende Wahl.

„Wir kennen uns, haben nach dem WM-Entscheid auch gesprochen. Wir werden uns auch in Zukunft sicher hin und wieder persönlich austauschen. Sie trainiert in Dormagen mit den Säbelfechtern, ich war früher viel in Leverkusen und Bonn beim Degentraining – und da sie eben auch aus Köln kommt, ist sie mir ohnehin sympathisch“, lacht Heidemann.

Allerdings lasse sich ein Konzept nicht von Athletin und Athletin Eins-zu-eins übertragen, meint die Ex-Sportlerin. „Ich denke, dass jeder individuell ein gelungenes Modell finden muss. Man kann nicht nur auf Person A oder Person B oder auf Modell A oder B hören, die Kunst liegt darin, in sich selbst hineinzuhören und herauszufinden, was einem selbst wirklich guttut.“

Einen Tipp ließ sich die Trägerin des Silbernen Lorbeerblatts dann aber doch entlocken.

Zwar sei der Wunsch, dass sich nach Eiflers WM-Titel nun Schwung für die Olympischen Spiele LA 2028 in Fecht-Deutschland entwickelt, auch bei der dreifachen Olympia-Teilnehmerin präsent, die Protagonistin des Erfolgs täte aber eher gut daran, „im Moment zu leben, und nicht zu sehr überlegen, was jetzt in zwei Jahren bei den Olympischen Spielen kommt.“

Dazu ordnet Heidemann ein: „Um sich nicht überrollen zu lassen, auch von den äusseren Einflüssen, fand ich es immer passend auch nach größeren Erfolgen bei den einzelnen Schritten zu bleiben.“

LONDON, ENGLAND - JULY 30: Britta Heidemann of Germany gestures after an issue with an expired clock was addressed in her bout against A Lam Shin of Korea during the Women's Epee Individual Fencing Semifinals on Day 3 of the London 2012 Olympic Games at ExCeL on July 30, 2012 in London, England. (Photo by Alexander Hassenstein

Auch um zu gewährleisten, das mögliche Misserfolge auch eine amtierende Weltmeisterin nicht kalt erwischen. Denn nun kann sich das eingangs erwähnte Prinzip ‚ David gegen Goliath‘ durchaus drehen. Eine neue Rolle für Eifler.

„Die Voraussetzungen sind nun andere, es ist sicher nicht einfacher die Erfolge zu wiederholen. Hinzu kommt sicher auch eine andere Art mentale Einstellung, die wahrscheinlich von Nöten ist. Aber ist ja das Spannende, es wird nie langweilig, es kommt ein neues Ziel – und die Möglichkeit nochmal von einer anderen Blickrichtung anzugreifen.“

Larissa Eifler scheint nach ihren Vorerfahrungen jedenfalls in der Lage auch die neue Situation zu adaptieren.

In schwierigen Zeiten hat sie bereits ihre mentale Stärke bewiesen, nach dem größten Karriereerfolg sind neue Umstände zu meistern. Für Heidemann heißt das nicht, dass ihre Nachfolgerin dafür ihren eingeschlagenen Weg verlassen muss:

„Selbst-Analyse - sich selbst zu kennen, sich zu trauen, in sich hinein zu hören - ist das A und O“ - und ist womöglich das entscheidende Rüstzeug für jeden Sportler, um nicht nur ein Champion zu werden, sondern auch um einer zu bleiben.

Damen Einzel Degen Finale - Fechten | Wiederholungen Beijing 2008

Erleben Sie das Degen-Finale der Damen (Einzel) in Beijing 2008 nach.

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14 - 30. Juli 2028

Los Angeles 2028 | Olympische Sommerspiele | Vereinigte Staaten