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title: "Sächsische Zulieferer profitieren vom Mobilitätswandel in Sachsen; 30 Prozent EV-Anteil in Deutschland bis 2025"
sdDatePublished: "2026-08-02T15:07:00Z"
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Sächsische Zulieferer profitieren vom Mobilitätswandel in Sachsen; 30 Prozent EV-Anteil in Deutschland bis 2025

Medienservice Sachsen - Pressemitteilung

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Medieninformation
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und
Klimaschutz
Ihr Ansprechpartner
Jens Jungmann
Durchwahl
Telefon +49 351 564 80600
Telefax +49 351 564 80680
presse@smwa.sachsen.de*
08.05.2019
Wie protieren sächsische Zulieferer vom
Mobilitätswandel?
Analyse des Transformationsprozesses Elektromobilität zeigt
Chancen und Risiken auf – Projekt begleitet Automobilzulieferer
beim Strukturwandel in der Branche
Ab 2025 sollen ca. 30 Prozent der in Deutschland produzierten
Autos einen vollelektrischen Antrieb haben. Mit VW Zwickau als
zukünftig reinem E-Mobilitäts-Werk sowie den Aktivitäten von BMW
und Porsche in Leipzig wird der Freistaat zum E-Autoland Sachsen.
Welche Auswirkungen damit für die sächsische Automobilzulieferindustrie
verbunden sind, untersuchte die Sächsische Energieagentur SAENA GmbH
in Kooperation mit dem Automobilzuliefernetzwerk AMZ und dem Chemnitz
Automotive Institute CATI in einem vom Sächsischen Staatsministerium
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr beauftragten Projekt. Erste Ergebnisse
und Handlungsempfehlungen werden im Mai und Juni auf der „Roadshow
Transformationsprozess Elektromobilität“ vorgestellt. Der Auftakt erfolgt
am 8. Mai 2019 bei der UKM Fahrzeugteile GmbH in Reinsberg bei Freiberg.
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig misst der Trendwende zur
Elektromobilität eine immense Bedeutung bei. Neben den rund 20.000
Mitarbeitern bei den Fahrzeugherstellern sind etwa 75.000 Menschen
bei Zulieferern, Dienstleistern und Ausrüstern in Sachsen beschäftigt.
„Der Standort Sachsen besitzt eine Pilotfunktion für die Produktion
von Elektrofahrzeugen in Europa und sendet ein Signal in die Welt
aus“, betont Dulig. „Die Transformation des Antriebs geht einher mit
neuen Produktionsmethoden und einem neuen Mobilitätsverständnis. Der
Freistaat ist dabei, diese Herausforderungen für sich als Chance zu nutzen.“
Einige Zulieferunternehmen werden sich nachhaltig verändern. Dulig
weiter: „Wer es versteht, dass die Wertschöpfung eines Automobils nicht
mit der Produktion endet und beispielsweise durch datengetriebene
Geschäftsmodelle dem Nutzer einen Mehrwert bietet, wird dazu beitragen,
Hausanschrift:
Sächsisches Staatsministerium
für Wirtschaft, Arbeit, Energie
und Klimaschutz
Wilhelm-Buck-Straße 2
01097 Dresden
www.smwa.sachsen.de
Zu erreichen ab Bahnhof
Dresden-Neustadt mit den
Straßenbahnlinien 3 und 9, ab
Dresden-Hauptbahnhof mit den
Linien 3, 7 und 8. Haltestelle
Carolaplatz.
* Kein Zugang für verschlüsselte
elektronische Dokumente. Zugang
für qualiziert elektronisch signierte
Dokumente nur unter den auf
www.lsf.sachsen.de/eSignatur.html
vermerkten Voraussetzungen.

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das hohe Beschäftigungsniveau in der sächsischen Mobilitätsindustrie
sogar noch zu steigern. Der Freistaat Sachsen, der schon jetzt eine
Spitzenposition bei der Produktion von Elektrofahrzeugen in Deutschland
und Europa einnimmt, erweist sich wieder als Innovationsschmiede für
moderne Mobilität. Von Halbleitertechnik für Leistungselektronik und
Sensorik über Software für Algorithmen für vernetztes und automatisiertes
Fahren bis hin zu Leichtbau, Batterie und Brennstoffzelle – in Forschung und
Entwicklung sowie Industrie stehen exzellente Partner zum Aufbau neuer
Wertschöpfungsketten bereit. Dieser Transformationsprozess wird enorme
Anstrengungen bei Ausbildung und Qualizierung für Unternehmen, aber
auch für den Einzelnen erfordern.“
Vorausschauende Strategie für Umstrukturierung
Die UKM Fahrzeugteile GmbH produziert als Entwicklungspartner von
Automobilherstellern und Systemlieferanten Komponenten für Motor,
Getriebe, Lenkung und Karosserie. „Wir sind derzeit noch zu etwa
50 Prozent vom klassischen Antrieb abhängig, dem Bereich, in dem
die einschneidendsten Veränderungen passieren. Nochmals verschärfte
Umweltanforderungen sorgen hier für weitere Dynamik. Bereits seit drei
Jahren arbeiten wir an einer Strategie für die zukünftige Ausrichtung des
Unternehmens. Wir stellen uns zum einen im Bereich Automotive breiter
auf und wollen neben dem Pkw verstärkt die Segmente Nutzfahrzeuge und
Zweirad bedienen, letzteres u. a. mit Anbau- und Verkleidungsbauteilen.
Zum anderen erschließen wir weitere Branchen wie Aircraft, allgemeine
Industrie sowie Sport- und Freizeitindustrie“, beschreibt Geschäftsführer
Thorsten Vogt den eingeschlagenen Diversizierungskurs. Hier spielen u.
a. Leichtbau-Themen eine Rolle. Die notwendige Expertise, beispielsweise
für Aluminium-Komponenten, hat UKM mit dem Zukauf der Umformtechnik
Radebeul GmbH ausgebaut. Auch für neue Mobilitätslösungen ist
das Unternehmen gerüstet, das mit den drei deutschen und einem
französischen Standort rund 650 Mitarbeiter zählt. „Hybridantriebe stellen
hohe Anforderungen an die Maßhaltigkeit und Oberächengüte der
Bauteile. Auf diesem Feld sind wir zu Hause. Das technologische Know-
how bringen wir aus unseren angestammten Produktionsprozessen mit“, so
der Geschäftsführer. Dazu gehört die Fertigung von Turboladerwellen und
Nockenwellen sowie weiteren Komponenten für den Verbrennungsmotor.
„Diese Produktion wird uns noch Jahre begleiten. Wir werden sinnbildlich
gesprochen eine ganze Weile auf vielen Straßen fahren. Um die damit
verbundenen Aufgaben zu meistern, sind wir natürlich zuallererst als
Unternehmen gefordert. Doch gerade als Mittelständler brauchen wir hier
auch verlässliche Aussagen unserer Partner in der Wirtschaft und in der
Politik und ebenso Unterstützung, zum Beispiel durch Bürgschaften oder
Fördermaßnahmen für den kapitalintensiven Umstrukturierungsprozess“,
benennt Thorsten Vogt eine Forderung.
Veränderungen bei rund 250 Auto-Komponenten
UKM
steht
exemplarisch
für
die
sächsischen
Automobilzulieferunternehmen, von denen gemessen am Umsatz und
an den Beschäftigten ca. 40 Prozent für den Antriebsstrang arbeiten.
„Dieser Bereich ist am gravierendsten vom Strukturwandel hin zur
Elektromobilität betroffen. Etwa 60 Teile werden hier zukünftig nicht mehr

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gebraucht, beispielsweise die gesamte Abgasanlage. Dem stehen rund
20 Neuteile, z. B. für die Batterie, gegenüber. Doch auch bei Fahrwerk,
Interieur, Karosserie und Elektrik/Elektronik gibt es Veränderungen in der
Teilestruktur. Insgesamt haben wir über 250 Komponenten identiziert, die
im E-Fahrzeug entfallen, modiziert werden oder neu hinzukommen. Neben
dem batterieelektrischen Antrieb haben wir dabei auch die Hybrid- und
Brennstoffzellen-Technologie einbezogen“, erklärt Dirk Vogel, Manager des
Automobilzuliefernetzwerks AMZ.
Wie sächsische Zulieferer von den Veränderungen in der Teilestruktur
sowie daraus resultierenden Umgestaltungen in der automobilen
Wertschöpfungskette
betroffen
sind,
hat
das
Netzwerk
AMZ
in
Zusammenarbeit mit dem Chemnitz Automotive Institute CATI, einem
Geschäftsbereich der TUCed – An-Institut für Transfer und Weiterbildung
GmbH an der TU Chemnitz, untersucht. Dafür wurden ca. 200 Unternehmen
analysiert, die mit insgesamt 50.000 Beschäftigten rund 65 Prozent
der sächsischen Automobilzulieferindustrie repräsentieren und ebenso
die automobile Wertschöpfungsverteilung in den Bereichen Antrieb,
Elektrik/Elektronik, Fahrwerk, Interieur und Karosserie abbilden. Auf Basis
der Unternehmensdaten und dem Abgleich mit den zu erwartenden
Veränderungen beim Übergang zur E-Mobilität erfolgte eine Einteilung in
fünf Risikoklassen. Die Analysten von AMZ und CATI erstellten für einen
Zeithorizont bis 2030 drei Szenarien, wie sich die Beschäftigung bei einem
Anteil vollelektrischer Fahrzeuge von 15, 30 bzw. 40 Prozent an der gesamten
Inlandsproduktion verändert. „Wir haben bei unserer Analyse ausdrücklich
nicht nur die unmittelbar antriebsrelevanten Komponenten betrachtet,
sondern das gesamte Umfeld im Fahrzeug, das bei der neuen Generation
von E-Fahrzeugen Veränderungen unterworfen ist“, betont Prof. Dr. Werner
Olle, Direktoriumsmitglied des Chemnitz Automotive Institute CATI, den
ganzheitlichen Ansatz, der deutlich über vorliegende Studien hinaus geht,
in denen überwiegend die negativen Effekte im Produktbereich Antrieb
herausgestellt werden.
Tiefgreifende Umwälzungen in der Branche und der Region
Im Antriebsbereich ist auch in Sachsen das Beschäftigungsrisiko am
größten. Bei einem Szenario von 40 Prozent, das die Autoren für
2030 als realistisch ansehen, gerät ein Drittel der Unternehmen dieses
Produktbereichs unter Anpassungsdruck und steht jeder fünfte Arbeitsplatz
zur Disposition.
Dem
gegenüber
stehen
kompensatorische
Effekte,
die
aus
neuen Komponenten für den Antriebsstrang wie Elektromotoren,
Batteriesystemen oder Leistungselektronik resultieren, sowie generell
durch neue Produkte, Technologien und Applikationen in den neuen
Elektro-Fahrzeuggenerationen. Dieser weitergehende Ansatz betrifft alle
Produktbereiche und wird laut Analyse vor allem bei Elektrik/Elektronik
und Interieur zu überdurchschnittlichen Zuwachsraten führen. „Unter
Berücksichtigung aller Aspekte ergibt sich für das progressive Szenario von
40 Prozent E-Fahrzeugen ein Beschäftigungsrückgang von maximal zwei
Prozent. Diese gute Nachricht darf aber nicht darüber hinwegtäuschen,
dass dieser Strukturwandel mit massiven brancheninternen Umwälzungen
verbunden sein wird: Der Antriebsbereich verliert 20 Prozent seiner

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Beschäftigung, der Elektronik-Bereich wächst um 17 Prozent. Hinzu
kommt ein weiterer Aspekt: Da die antriebsrelevanten Unternehmen, die
Beschäftigungsreduzierungen zu erwarten haben, in hohem Maße im Raum
Zwickau/Chemnitz/Erzgebirge angesiedelt sind und die vor weiteren
Beschäftigungszuwächsen stehenden Elektronik-Unternehmen vor allem
im Raum Dresden, werden zusätzlich auch regionale Umgewichtungen
erzeugt“, erläutert Prof. Olle.
Unternehmen unterschätzen vielfach Umfang und Tempo des Wandels
Gespeist werden diese Prognosen auch aus rund 60 Expertengesprächen
mit Verantwortlichen in Zulieferunternehmen als einem weiteren
Bestandteil der Analyse, welche die AMZ- und CATI-Akteure vor allem
in Betrieben aus dem Bereich Antriebsstrang geführt haben. „Die
Unternehmen verfolgen zur Bewältigung des Transformationsprozesses
eine ganze Reihe von Strategien: von wertschöpfungserhöhenden
Produkt- und Prozessentwicklungen, einer stärkeren Diversikation
ihres Produkt- und Kundenportfolios bis zu einer Forcierung ihrer
Automatisierungsanstrengungen und einer stärkeren Internationalisierung.
Eine Erkenntnis ist allerdings auch, dass die Zulieferunternehmen
überwiegend
den
Umfang
und
das
Tempo
des
bevorstehenden
Transformationsprozesses unterschätzen“, fasst AMZ-Netzwerkmanager
Dirk Vogel wesentliche Punkte der Gespräche zusammen.
Den Transformationsprozess begleiten
„Sachsen verfügt über hervorragende Akteure in Industrie und Forschung,
welche in vorderster Reihe an den Mobilitätslösungen der Zukunft arbeiten
wie Elektromobilität, autonomes Fahren und intelligente Verkehrssysteme“,
betont Christian Micksch, Geschäftsführer der Sächsischen Energieagentur
– SAENA GmbH. Mit der vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr beauftragten Kompetenzstelle Efziente Mobilität
Sachsen bei der SAENA tragen wir zur Vernetzung dieser Akteure auch mit
der traditionellen Automobilzulieferindustrie bei und zeigen Perspektiven
für zukünftige Wertschöpfung auf. Ebenso unterstützen wir als SAENA die
Unternehmen, ihre Produktion noch energieefzienter zu gestalten und
damit die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.“
Bestandteil des von der SAENA beauftragten Projektes „Konzept, Analysen
und Prognosen zur Begleitung des Transformationsprozesses in der
sächsischen Automobilzulieferindustrie aufgrund der Umstellung auf die
Produktion von Elektrofahrzeugen sowie Sensibilisierung und Information
von Akteuren“ ist die am 8. Mai 2019 bei UKM gestartete Roadshow.
Sie macht bis Ende Juni 2019 noch bei den Unternehmen Aweba
Werkzeugbau GmbH Aue, ESKA Automotive GmbH Chemnitz, Pierburg Pump
Technology GmbH Hartha, DGH Heidenau