Martina Englhardt-Kopf Festrede Pichelsteinerfest; Bürokratieabbau gefordert, Betriebe drohen Verlust

Tag der Landwirtschaft | Bayerischer Bauernverband

Klare Signale für Landwirtschaft und ländlichen Raum

Der Tag der Landwirtschaft auf dem Pichelsteinerfest stand ganz im Zeichen der Zukunft von Landwirtschaft, Forstwirtschaft und dem ländlichen Raum. Als Festrednerin konnte die CSU-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer MartinaEnglhardt-Kopf, begrüßt werden.

Die Begrüßung der zahlreichen Gäste übernahm Christian Salzmann, stellvertretender Behördenleiter am Amt für Landwirtschaft und Forsten (AELF Regen), der den erkrankten Behördenleiter Christian Loibl vertrat. Unter den Besuchern befanden sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Politik sowie weiterer Institutionen.

In ihren Grußworten betonten die Redner die große Bedeutung der Veranstaltung. Landrat Ronny Raith hob hervor, dass der Tag der Landwirtschaft vor allem der Sichtbarkeit der Berufsstände in Land- und Forstwirtschaft diene. Auch Landtagsabgeordneter Stefan Ebner unterstrich, dass die Landwirtschaft die Region nachhaltig präge und ein unverzichtbarer Bestandteil des ländlichen Raums sei.

In ihrer Festrede sprach Martina Englhardt-Kopf sowohl über aktuelle agrarpolitische Themen als auch über die Zukunft des ländlichen Raums. Dabei kritisierte sie übermäßige bürokratische Auflagen, die viele landwirtschaftliche Betriebe belasteten. Die Politikerin sprach dabei auch aus eigener Erfahrung: Seit 45 Jahren lebt sie auf einem Bauernhof, der heute im Nebenerwerb geführt wird. Ihr Ehemann ist Landwirt. „Ich bin ein Dorfkind“, betonte sie und verwies darauf, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland im ländlichen Raum lebe.

Auch die Bedeutung des Waldes stellte sie heraus. Der Wald sei ein „Multitalent“ – Erholungsraum, Lebensraum und zugleich wichtiger Wirtschaftsfaktor. Gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer setze sie auf den Grundsatz „Schützen durch Nutzen“. Nachhaltige Bewirtschaftung schaffe Wertschöpfung, sichere Arbeitsplätze und trage zur Versorgungssicherheit des Landes bei.

Englhardt-Kopf machte deutlich, dass sowohl die ökologische als auch die konventionelle Landwirtschaft ihren festen Platz hätten. Angesichts vieler Diskussionen über Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz erinnerte sie daran: „Was zu essen wird der Mensch immer brauchen.“ Deshalb müsse die heimische Landwirtschaft gestärkt werden.

Ein weiteres zentrales Thema war der Bürokratieabbau. Zwar werde an Erleichterungen gearbeitet, gleichzeitig entstünden jedoch immer wieder neue Vorschriften. Ein klares Bekenntnis sprach sie zudem zur Tierhaltung aus. Insbesondere im Baurecht seien Reformen notwendig, da bestehende Standards vielfach zu hohe Hürden für landwirtschaftliche Investitionen darstellten. Mit Nachdruck warnte sie: „Was wir an Betrieben verlieren, werden wir nicht wieder aufbauen können.“ Andernfalls müsse Deutschland künftig noch mehr Lebensmittel aus dem Ausland importieren.

Zum Abschluss der Veranstaltung überreichten Kreisobmann Roland Graf und die stellvertretende Kreisobfrau Teresa Fenzl der Festrednerin eine handgefertigte hölzerne Uhr aus der Region. Verbunden war das Geschenk mit dem Wunsch, dass die Politik die richtigen und notwendigen Entscheidungen rechtzeitig trifft – „hoffentlich um fünf vor zwölf und nicht erst um fünf nach zwölf“.