Wall Street schließt Woche in New York; Amazon +15%

Kommentar Aktien International

Marktkommentar 3. August 2026

Aktien International

Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum

Übersicht

Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 52'485

  • 0.5 S&P 500 7'490
  • 0.7 NYSE: 1.53 Nasdaq Composite 25'374
  • 1.0 Nasdaq: 12.07 Nikkei 225 63'690
  • 1.0 Hang Seng 25'930
  • 0.2 Shanghai Composite 3'800
  • 0.6

Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 25'629 25'595 – 26'195 USD/CHF 0.8080 EUR/CHF 0.9325 EuroStoxx 50 6'358 6'260 – 6'560 Gold 4'066 USD/Unze Stoxx 50 5'454 5'355 – 5'655 NY WTI-Rohöl-Future 79.70 USD

New York Die Wall Street präsentierte sich zum Wochenausklang mit mässigen Gewinnen. Die Indices kamen allerdings deutlich von ihren Tageshochs zurück, wo auch Ge- winnmitnahmen vor dem Wochenende ein Thema war. Vor allem mit den Technologiewerten war es zuletzt wieder deutlich nach oben gegangen. Der technolo- gielastige Nasdaq 100, der im frühen Handel bis zu 1,8 % gewonnen hatte, notierte zuletzt mit 1 % im Plus. Vor allem Chipwerte waren im Technologiesektor mit Schwankungen für die Ausschläge verantwortlich. Ande- re US-Indizes schlugen im Tagesverlauf weniger stark

www.bekb.ch | Marktkommentar | 3. August 2026 2 aus, folgten zuletzt aber der Nasdaq nach oben. Der Dow Industrial legte um ein halbes Prozent. Der marktbreite S&P 500 stieg um 0,7 %. Auf Wochensicht zeichnen sich für die drei Leitindizes Gewinne von bis zu einem Prozent ab. Zu Ende ging am Freitag aber auch der Juli mit einem trüben Bild an der Nasdaq. Während der Dow Industrial in diesem Monat aktuell 0,3 % ge- wonnen hat, bleibt für den Nasdaq 100 trotz der jüngsten Erholung ein deutlicher Abschlag von derzeit 6,4 % in den Büchern. Er war zuletzt schwer gezeichnet von Sorgen um den KI-Megatrend. Amazon hob sich mit einem Kurssprung um 15 % positiv von der Apple-Aktie ab, die in den vergangenen Wochen mit einer Rekordse- rie aber auch einen besseren Lauf hinter sich hatte. Die Titel des Handelsriesen erreichten den höchsten Stand seit Ende Mai, während die Anteile des iPhone- Herstellers mit 10 % unter einem enttäuschenden Um- satzausblick litten. Apple machen vor dem Start der nächsten iPhone-Generation Engpässe bei wichtigen Bauteilen zu schaffen. Amazon profitierte im Quartal weiter vom KI-Boom vor allem über die Cloud-Sparte AWS, die Anleger überzeugte. Der Handelsriese steigerte den Umsatz und Gewinn deutlich. Das zweite Quartal sei genau nach dem Geschmack der Bullen gewesen, kom- mentierte Analyst Brad Erickson von RBC. Dass noch mehr Geld in den Ausbau der KI-Infrastruktur fliessen soll, beunruhigte die Anleger nun nicht mehr. Doug An- muth von JPMorgan kommentierte dazu, dass sich die Investitionen auszahlen würden. Zahlen für das zweite Quartal legten auch zwei grosse Öl-Konzerne vor. Exxon verfehlte die Gewinnerwartungen von Analysten knapp, die Aktie verlor 1,6 %. Chevron hingegen schnitt besser ab als vom Markt erwartet war, das Papier legte um 1,9 % zu. In der Branche im Fokus stand auch der am Frei- tag wieder etwas höhere Ölpreis. Mit Reddit und Roblox gerieten zwei Internet-Aktien wegen enttäu- schender Nutzerzahlen in einen tiefen Abwärtsstrudel: Ihre Kurse brachen um 21 respektive 28 % ein. Coin- base rutschten um 10 % ab, nachdem der Umsatz der Kryptobörse im zweiten Quartal die Markterwartungen verfehlt hatte.

Asien Die fernöstlichen Aktienbarometer starteten zum Wo- chenstart mit teils erheblichen Abgaben. Während die Verluste sich teils in recht engen Grenzen bewegen, ging es an der Börse in Südkorea kräftiger nach unten. Hier kam es nach der Hausse am Freitag, die den Kospi um 18 % nach oben getrieben hatte, zu einer “leichten” Korrektur. Der Index fiel um 5,5 %. Zum Wochenaus- klang hatte er den höchsten Tagessprung seit Oktober 2008 verbucht. Die Aktien der beiden Index- Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix knicken um 7 bzw. 8 % ein, nachdem sie am Freitag um 26,8 bzw. 30 % nach oben geschossen waren. Deutlich moderater fielen die Abgaben beim Shanghai- Composite (-0,7%) aus. Der Hang-Seng-Index in Hongkong zeigte sich wenig verändert. Die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe Chinas ist laut einem privaten Indikator im Juli langsamer gewachsen. Der Index blieb allerdings im Expansionsbereich. So fiel der allgemeine Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe von RatingDog im vergangenen Monat auf 50,9, nach 51,7 im Juni. Das Ergebnis war damit besser als der offizielle Einkaufsmanagerindex, der im Juli auf 49,2 von 50,3 im Juni abgerutscht war. Für den Nikkei-225 in Tokio ging es um 1,1 % nach unten. Ja- panische Aktien dürften weiterhin in einer recht engen Handelsspanne bleiben, da die Unsicherheit über den Iran-Konflikt anhält. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass es ab heute Montag erneute Gesprä- che mit dem Iran geben soll. Eine Reaktion zeigt sich aber lediglich am Ölmarkt, wo der Preis für ein Barrel der Sorte Brent um 5,0 % auf 83,54 Dollar nachgab. Dies stützt wieder einmal die Hoffnung auf eine Lösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran.

Europa Während die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die hohen Ölpreise die Stimmung seit Monaten trü- ben, brachten starke Zahlen von Tech-Konzernen wie Microsoft den Investoren das Vertrauen in die KI- Investitionsstory zuletzt zurück. Die Indices lieferten auf Wochenfrist mässige Plus-Avancen von 1,2 % (Euro- stoxx 50), 1,6 % für den CAC 40 oder über 2 % beim DAX. In dieser Woche stehen mit Palantir Technolo- gies, AMD und Super Micro Computer weitere US- Techbilanzen auf dem Prüfstand. Bei den Unternehmen legen unter anderem Bayer, BP, Heineken, Glencore, Deutsche Lufthansa, Infineon, Deutsche Telekom und Munich Re Zahlen vor um nur einige zu nennen. Konjunkturell startet die Woche mit den deutschen Ein- kaufsmanagerdaten. Sie könnten auf eine Belebung der Wirtschaft hinweisen.

www.bekb.ch | Marktkommentar | 3. August 2026 3 Marktnachrichten

Bristol-Myers Squibb / AstraZeneca: In der Ge- rüchteküche der Fusion Der britische Pharmakonzern führt nach nach spekulati- ven Medienberichten Gespräche über einen Zusam- mengang mit dem US-Rivalen Bristol Myers Squibb. Entstehen könnte mit einem Börsenwert von fast 400 Milliarden US-Dollar eines der weltweit grössten Phar- maunternehmen. Die Unternehmen haben in den ver- gangenen Monaten laut Meldungen Gespräche über einen Zusammenschluss geführt. Die Verhandlungen könnten in naher Zukunft zu einem Deal führen, sich jedoch auch verzögern oder scheitern. Zwar hatte Ast- raZeneca im vergangenen Jahr Pläne für eine direkte Notierung an der US-Börse vorgestellt, um von den hö- heren Bewertungen auf dem US-Markt zu profitieren, doch würde ein solcher Deal bedeuten, dass ein in Grossbritannien ansässiges Unternehmen faktisch einen der führenden US-Pharmakonzern übernehmen würde.

Commerzbank: Etwas Ernüchterung Die Frankfurter Bank akzeptiert ihre Niederlage im Über- nahmekampf mit Unicredit, so Medienberichte. Sie alle räumen inzwischen ein, dass der Kampf um die Eigen- ständigkeit des 156 Jahre alten Geldhauses verloren ist, schliesslich kontrolliert Unicredit inzwischen knapp 50 % der Anteile. Vorstandschefin Bettina Orlopp gibt sich intern optimistisch, dass sie im Austausch mit Unicre- dit-CEO Andrea Orcel aus dem feindlichen Übernahme- versuch noch einen freundlichen Deal machen kann.

BoJ: Interveniert am Devisenmarkt Japan hat erstmals seit Jahrzehnten gemeinsam mit den USA am Devisenmarkt interveniert, um den schwächelnden Yen zu stützen. Finanzministerin Satsuki Katayama bestätigte, dass man in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten Yen gekauft habe, um “übermässige Volatilität und ungeordnete Bewegungen” der japa- nischen Landeswährung einzudämmen. Die Regierung in Tokio stehe weiterhin in engem Austausch mit den USA und werde bei Bedarf weitere Massnahmen am Devisenmarkt ergreifen. Der Yen war in den vergange- nen Wochen und Monaten stark unter Druck geraten und Ende Juli gegenüber dem US-Dollar auf den schwächsten Stand seit rund 40 Jahren gefallen. Ende vergangener Woche legte er wegen der Intervention stark zu und setzte die Kursgewinne am Montag weiter fort. Zwar verbilligt eine schwache Währung die Exporte einer Volkswirtschaft, wovon Japan in den letzten Jah- ren deutlich profitierte. Gleichzeitig wird jedoch der Wa- renimport teurer und die Kaufkraft der eigenen Bevölke- rung vermindert.

China: Industrie erreicht den erwarteten Wachs- tumspfad nicht Der von S&P Global ermittelte RatingDog- Einkaufsmanagerindex fiel auf 50,9 Punkte von 51,7 Zählern im Juni, wie aus der aktuellen Umfrage hervor- geht. Analysten hatten im Vorfeld mit 51,5 Punkten gerechnet. Das Barometer bleibt damit zwar über der Marke von 50 Zählern, die Wachstum von Schrumpfung trennt, signalisiert jedoch die schwächste Expansion seit vier Monaten. Die Neuaufträge stiegen so langsam wie seit Januar nicht mehr, während die Exportaufträge nach zwei Monaten des Rückgangs wieder ein leichtes Plus verzeichneten.

Deutsche Telekom: Ungewissheit in Sachen T- Mobile US Als Belastung für die Aktien der Deutschen Telekom könnten Presseberichte sein, wonach das Zusammen- gehen mit der US-Tochter T-Mobile US scheitern könnte. Am Freitag hatte das Online-Nachrichtenportal “Se- mafor” berichtet, dass Grossanleger und sogar das US- Management dagegen seien. Aus US-Sicht sei dies ver- ständlich, da die Deutschen wesentlich langsamer wüchsen als die US-Tochter. Sorgen machten aber die Forderungen von Staatsbehörden, dass die Gewinne in den USA verbleiben sollen.

Lichtenstein: Cyberangriff auf Behörden Das Fürstentum Liechtenstein ist Opfer eines umfang- reichen Cyberangriffs geworden. Die Daten von 31'000 Menschen seien abgegriffen worden, teilte die Regie- rung mit. Sie habe einen Krisenstab unter der Leitung von Regierungschefin Brigitte Haas und Justizminister Emanuel Schädler einberufen. Durch den Angriff sei der Schutz personenbezogener Daten verletzt worden, hiess es. Angegriffen wurde das “Verzeichnis wirt- schaftlich berechtigter Personen”. In solchen Dateien sind Namen und andere Details von Personen hinterlegt, die hinter Firmen, Stiftungen oder Treuhänderschaften stehen. Die Regierung führt dieses Verzeichnis nach eigenen Angaben, um Geldwäsche und Terrorismusfi- nanzierung zu verhindern.

www.bekb.ch | Marktkommentar | 3. August 2026 4 Futures S&P 500 7'561

  • 0.6 % FTSE 100 10'892
  • 0.2 % DAX 25'950
  • 0.9 %

Wichtigste US-Unternehmenszahlen (Erwarteter Gewinn pro Aktie) Vor Börsenöffnung Berkshrie Hathaway (A) 7'500$, Marriott Int. 3.05$, Tyson Foods 97c Nach Börsenschluss -

Wirtschaftsdaten (Erwartungen*) China RatingDog China Einkaufsmanagerindex Hersteller Jul 50.9 (52) Japan S&P Einkaufsmanagerindex Hersteller Jul 54.5 Deutschland Einzelhandel Jun – 1.1 % (- 0.3 %), S&P Einkaufsmanagerindex Hersteller Jul GB S&P Einkaufsmanagerindex Hersteller Jul (52.7) Frankreich S&P Einkaufsmanagerindex Hersteller Jul Europa S&P Einkaufsmanagerindex Hersteller Jul USA 15:45 Uhr: S&P Einkaufsmanagerindex Hersteller Jul 16:00 Uhr: ISM vearb. Gewerbe Jul (54), - bezahlte Preise Jul (70), Bauinvestitionen Jun (+ 0.2 %)

*Wenn nichts Anderes vermerkt, bezieht sich die Veränderung gegenüber dem Vormonat q/q = Veränderung gegenüber Vorquartal, y/y = Veränderung gegenüber Vorjahr, ytd = Veränderung seit Jahresbeginn, sb = Saisonberei- nigt, ( ) = Erwartungen, wenn nicht anders erwähnt.

www.bekb.ch | Marktkommentar | 3. August 2026 5

QUELLEN

AWP-dpa-AFX-DJN-Reuters-BEKB IMPRESS