Miriam Burdelski Ist doch schön hier Ostpreußen; Bewegend trotz Suizid- und Demenz-Thematik

Miriam Burdelski: Ist doch schön hier Fachstelle Büchereiarbeit im Bistum Mainz

Datum: Mo. 3. Aug. 2026

Miriam Burdelski: Ist doch schön hier

Auf-gelesen - Literarische Fundstücke (138)

Burdelski, Miriam (Verfasser): Ist doch schön hier : Roman

Miriam Burdelski. – München : Blessing, 2026. – 384 Seiten ; 20.6 cm, 487 g. – 978-3-426-56513-1. – 978-3-89667-801-0 : EUR 24.00 (DE)

Ein Roadmovie der anderen Art

Die 19-jährige Liesel hatte es bislang nicht einfach im Leben:

Sie lebt mit ihrer Großmutter Emmi und ihrer schwerdepressiven Mutter in einer Sozialwohnung und verdient den Lebensunterhalt mit Aushilfsjobs. Emmi wird allerdings immer dementer und muss in ein Pflegeheim; Liesel will die Gelegenheit ergreifen und nach ihrem Abitur die Heimat ihrer Großmutter in Ostpreußen und damit verbunden auch die eigene Familiengeschichte erkunden.

Da es Emmis größter Wunsch ist, noch einmal an den Ort ihrer Kindheit zurückzukehren, machen sie sich zusammen mit dem polnischen Altenpfleger Jascha auf den Weg.

Wie die drei miteinander auf dieser Reise klarkommen, sich annähern und wieder entfernen, was sie erleben und ersehnen, ist in besonders einfühlsamer Weise aus der Sicht von Liesel in der Ich-Form geschrieben. Die Hauptfiguren wirken nie konstruiert, sondern wie echte Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen und das macht die Anziehungskraft dieses Buches aus.

Dieser Roman ist für mich das Lesehighlight dieses Jahres! Bewegend und trotz der ernsten Themen (Triggerwarnung: Suizid, Depression, Demenz) strahlt die Geschichte Zuversicht und Hoffnung aus gepaart mit trocknem Humor. Noch lange, nachdem ich fertig war, hat es mich sehr beschäftigt und ich wünsche dem Buch viele Leser!

Brigitta Jahn, Fachstelle für kath. Büchereiarbeit