Ziege Maggie – Miisle, gestorben auf Gut Aiderbichl Ungarn in Szépalme im Alter 15; Mahnmal gegen Schächten

Nachruf auf Ziege Maggie-Miisle | Gut Aiderbichl

29.07. Internationaler Tag des Tigers

Nachruf Ziege Maggie – Miisle

Ziege Hexe und ihre Kitze Chris und Maggie-Miisle waren 2011 für die Schächtung vorgesehen, wurden jedoch von einer Tierfreundin freigekauft und lebten auf Gut Aiderbichl ein geschütztes und respektvolles Leben bis ins hohe Alter.

Die Schächtung von Ziege Hexe und ihren Kitzen war gescheitert

Der Begriff Schächten bezeichnet das Schlachten eines Tieres ohne vorherige Betäubung. Dabei wird den Tieren mit einem Spezialmesser der Hals durchgeschnitten. Dieser Schnitt durchtrennt die Haut, die Muskeln, die Halsschlagadern, die Luft- und Speiseröhre sowie die daneben befindlichen Nervenstränge. Unvorstellbar grausam ist, dass dies bei vollem Bewusstsein der Tiere geschieht, die unter fürchterlichen Schmerzen, Atemnot und Todesangst leiden. Ihr Todeskampf kann bis zu dreißig Minuten andauern und endet erst, wenn sie verblutet sind.

Schächten hat religiösen Hintergrund und ist rechtlich erlaubt

Schlachtungen ohne vorherige Betäubung sind im Tierschutzgesetz zwar prinzipiell verboten, bei zwingenden religiösen Geboten oder Verboten einer gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaft aber erlaubt. Grundsätzlich bezeichnet das Schächten das rituelle Schlachten eines Tieres im Judentum, erklärt Richard Potz, Professor am Institut für Rechtsphilosophie, Religions- und Kulturrecht der Universität Wien. Später wurde es dann auch vom Islam übernommen (Quelle: Schächten: Religiös bedeutend, rechtlich erlaubt – religion.ORF.at ). Wichtig ist dabei das vollständige Ausbluten des Tieres, es darf nur unblutiges Fleisch konsumiert werden. Auch dass keine Betäubung vorgenommen wird, habe einen theologischen Hintergrund, so Potz: „Es gibt in der Religion die Vorstellung, dass ein Tier nicht gegessen werden kann, wenn es nicht völlig okay ist. Sobald man es betäubt, ist es das nicht mehr.“ Durch die Betäubung werden den Tieren Verletzungen zugefügt, durch die das Fleisch nicht mehr koscher ist.

Unterschiedliche Standpunkte zum Schächtschnitt – Leiden die Tiere?

Es wird diskutiert, wie lange Tiere nach einem richtigen Schächtschnitt überhaupt noch Schmerz empfinden können. Es gibt auch Leute, die meinen, dass Schächten tierfreundlicher ist als andere Arten der Tötung von Tieren. Laut einer EU-Richtlinie müssen beim Töten Schmerzen, Stress, Angst oder andere Formen des Leidens bei den Tieren möglichst vermieden werden, das Schlachten ohne vorherige Betäubung ist allerdings aus religiösen Gründen erlaubt. In Österreich ist das Schächten von Tieren derzeit laut dem Tierschutzgesetz des Bundes, das von den Ländern vollzogen wird, erlaubt – allerdings unter bestimmten Auflagen. So muss etwa ein Tierarzt anwesend sein und das Tier sofort nach dem Schnitt betäubt werden. Zudem dürfen die Schlachtungen nur in von der Behörde dafür zugelassenen Schlachtanlagen erfolgen. Prinzipiell ist das Schlachten von Tieren ohne Betäubung aber verboten, nur bei zwingenden religiösen Geboten oder Verboten einer gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaft ist die Schächtung zulässig.

Maggie – Miisle ist ein Mahnmal

Unsere Ziege Maggie – Miisle ist nun im Alter von 15 Jahren auf Gut Aiderbichl Ungarn in Szépalme eines natürlichen Todes verstorben. All die Jahre konnte sie ein fröhliches, geschütztes und respektvolles Leben in der großen Ziegenherde erleben. Maggie-Miisle hat mit ihren 15 Jahren ein hohes Alter für Ziegen erreichen können und ist im Beisein ihrer tierischen und menschlichen Freunde ganz friedlich eingeschlafen.

Wenn Schlachthöfe Fenster hätten, wäre jeder Mensch Vegetarier.

Liebe Maggie-Miisle, du hast uns eine Denkaufgabe hinterlassen: Tiere sind Mitgeschöpfe und Traditionen und moralische sowie religiöse Ansichten dürfen und müssen sich der Zeit anpassen. Tierschutz darf nicht relativiert werden. Mach’s gut, liebe Maggie-Miisle. Deine Geschichte bleibt in unseren Herzen.

Von: Gisela Pschenitschnig, Gut Aiderbichl

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