Bund Katholischer Unternehmer: Rente mit 63 in Deutschland nicht mehr umsetzbar; Kosten auf nachfolgende Generationen verschoben
Bund Katholischer Unternehmer: “Rente mit 63” nicht mehr umsetzbar | katholisch.de
Kritik an Vorstoß von Ost-Ministerpräsidenten
Bund Katholischer Unternehmer: “Rente mit 63” nicht mehr umsetzbar
VERÖFFENTLICHT AM 03.08.2026 UM 12:30 UHR – LESEDAUER: 1 MINUTE
KÖLN - Ist die abschlagsfreie “Rente mit 63 Jahren” noch möglich? Ein Vorstoß der CDU-Ministerpräsidenten in Ostdeutschland sorgt für Diskussionen. Der Bund Katholischer Unternehmer hat dazu eine klare Meinung.
Eine abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren ist aus Sicht des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) in Deutschland nicht mehr umsetzbar. “Wer jetzt an der abschlagsfreien Frührente festhält, verschiebt die Kosten eines demografisch nicht nachhaltigen Rentensystems auf nachfolgende Generationen”, erklärte der BKU-Bundesvorsitzende Martin Nebeling am Montag.
Zuvor hatten die CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gefordert, auf die von der Bundesregierung geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren zu verzichten. Davon seien besonders Menschen in Ostdeutschland betroffen, argumentieren die Ministerpräsidenten.
Mit der Rente nach 45 Jahren ist die für besonders lange Zeit Rentenversicherte gemeint. Ausgehend von einem frühen Arbeitsbeginn wird sie auch “Rente mit 63” genannt, obwohl das tatsächliche Eintrittsalter inzwischen schon deutlich später liegt. Ihre Abschaffung ist Bestandteil der Rentenreformpläne der Koalition .
Verband: Aufschub würde Regierung schaden
Der BKU warnt davor, die Rentenreform vor diesem Hintergrund zu verschieben. “Ein Reformaufschub würde weiteres politisches Kapital kosten. Nach mehreren gebrochenen Wahlversprechen kann sich das die Bundesregierung jedoch keineswegs mehr leisten”, so Nebeling.
Zugleich kritisierte der Verband, dass die Ministerpräsidenten auf eine besondere Betroffenheit ostdeutscher Einzahler verwiesen hatten. “Sie zahlen denselben Beitragssatz wie alle anderen, doch bei im Bundesvergleich niedrigeren Löhnen bleibt ihnen anteilig weniger zum Leben”, erklärte Nebeling. Eine Beibehaltung der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren würde diesen Effekt verstärken.
Aus Sicht des BKU brauche es vielmehr eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und eine Stärkung der Sozialen Marktwirtschaft. Insbesondere müssten die Kosten von Löhnen, Steuern, Energie und Bürokratie deutlich gesenkt werden. (KNA)
Sozialethiker: Reformpläne lösen Demografieproblem der Rente nicht
Rente per Umlageverfahren funktioniert nur, wenn genug Beitragszahler nachkommen. Der Bochumer Sozialethiker Joachim Wiemeyer vermisst diesen Aspekt in den Reformplänen. Er spricht sich für Abschläge für Kinderlose aus.