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title: "Schwester Margarete Wegscheid OSB gestorben am 11.07.2026 in Madrid; Internationale Missionen in Brasilien, Angola, Madrid"
sdDatePublished: "2026-08-03T15:02:00Z"
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Schwester Margarete Wegscheid OSB gestorben am 11.07.2026 in Madrid; Internationale Missionen in Brasilien, Angola, Madrid

Zum Gedenken an Schwester Margarete Wegscheid OSB
geb. am 11.09.1946 gest. am 11.07.2026

„Hört, ich will euch erzählen, was Er mir Gutes getan hat.“ (Ps 66,16)
Diesen Vers schrieb Sr. Margarete über einige Aufzeichnungen aus ihrem Leben.
In Ps 65, der einer ihrer liebsten war, heißt es: Selig, den du erwählst und in deine Nähe
holst, in deinen Vorhöfen darf er wohnen. Nun ging Sr. Margarete selbst in ihrer stillen Art
am späten Abend des Hochfestes des Hl. Benedikt von uns in die bleibende Nähe Gottes. Zu-
vor hatte sie noch Abschied genommen von lieben Freunden, ihrer Familie und uns Mit-
schwestern.
Sr. Margarete, das dritte von den vier Kindern der Eheleute Maximilian und Irmgard Weg-
scheid, wurde am 11. September 1946 in Werneck, in der Diözese Würzburg geboren. Mit
ihren Geschwistern und der Familie war sie durch all die Jahre hindurch immer sehr verbun-
den. Ihre Schwägerin erzählt z.B. mit Schmunzeln, dass sie bei der Feier der ersten Profess von
Sr. Margarete deren Bruder Bernhard näher kennenlernen konnte.
Der Weg von Margarete in den Beruf und ins Kloster vollzog sich in verschiedenen kleinen
Etappen. Immer wurden in den Schulen Sr. Margaretes Fleiß, ihr gutes Betragen und ihre Zu-
verlässigkeit sehr hervorgehoben. Zunächst absolvierte sie nach dem Abschluss der Mittel-
schule der Englischen Fräulein in Bamberg 1962 einen Halbjahres- Kurs für Arzthelferinnen in
Würzburg. Bei diesem lernte sie ihre Freundin Bruni kennen, der sie u.a. die Liebe zum Tanzen
verdankte. An den Wochenenden fuhr sie immer wieder heim, um im Gaststättenbetrieb der
Familie zu helfen.
Nach einer ersten einjährigen Arbeitsstelle im medizinischen Labor im Juliusspital, Würzburg,
begann sie im Oktober 1964 die Hebammen-Ausbildung in Bamberg. Wie es dazu kam, be-
schreibt Sr. Margarete in ihrem Lebenslauf: „Schon immer war ich ein Nachtmensch und
stand morgens entsprechend schlecht auf. Diesem Umstand verdanke ich meinen weiteren
Weg: Montagmorgen hatte ich den Omnibus, der vor der Haustür abfuhr, verpasst und
musste zum Zug laufen, 2 km Weg. Ungefähr die Hälfte hatte ich hinter mir, als das Auto
meines Onkels neben mir hielt, ob ich mitfahren will. Auf dieser kurzen Reststrecke fragte er
mich, ob ich nicht Hebamme lernen will? Werneck suchte dringend jemand fürs Entbin-
dungsheim der Gemeinde. Dieser Onkel war Arzt und Mitglied im Gemeinderat.“
In der Hebammenschule lernte sie durch unsere Sr. Edhilt Fasel, die dort im 2. Ausbildungsjahr
war, die Missions-Benediktinerinnen von Tutzing kennen. Nach Abschluss der Ausbildung
wurde Sr. Margarete dann jedoch nicht Hebamme in Werneck, sondern ging 1966 an ein Kran-
kenhaus in Chur in der Schweiz. Nach einem Jahr aber kehrte sie aufgrund der schweren Er-
krankung und des Todes ihres Vaters wieder nach Hause zurück und arbeitete im Familienbe-
trieb, dem Gasthof Krone-Post, mit. Zu dem Zeitpunkt war in ihr schon der Wunsch zum Ein-
tritt bei den Missions-Benediktinerinnen gereift und sie trat am 15.Oktober 1968 in Bernried

ein. Von den drei Frauen, die im April 1970 das Noviziat begannen, war sie die einzige, die am
19. April 1971 die erste Profess ablegte.
Als Jungprofesse absolvierte Sr. Margarete nun die Krankenpflege- Ausbildung an der Kran-
kenpflegeschule unserer Gemeinschaft, so dass sie die ewige Profess erst am 04. August 1975
zusammen mit unserer Sr. Edith Donabauer ablegte.
Sr. Margarete lebte ihr reiches missions-benediktinisches Leben in einem häufigen Wechsel
der Tätigkeiten im In- und Ausland:
nach 6 Jahren der Tätigkeit in unserem Tutzinger Krankenhaus in der chirurgischen und inter-
nen Abteilung wurde ihr Wunsch, auch im Ausland tätig zu werden, zu ihrer großen Freude
Wirklichkeit und sie brach 1981 nach Brasilien auf. Hier wirkte sie für 5 Jahre in der kleinen
Gemeinschaft in Cunha, im Priorat Sorocaba, sowohl in der Pastoral wie im Krankenhaus. An
diese Zeit der auswärtigen Mission schlossen sich elf Jahre wieder im Krankenhaus Tutzing an,
diesmal im OP, dort auch in der Leitung, in der Ambulanz und im Verbandszimmer.
1997 erfolgte Ihre Ernennung zur Oberin in Wessobrunn. Diese Tätigkeit brachte ihr viele neue
wertvolle Erfahrungen, aber sie wollte doch nur eine Amtszeit übernehmen und war dann
bereit für 3 weitere Jahre in Angola. Diese verbrachte sie in Menongue zusammen mit Sr.
Mechthild Kuhl. Von ihr – so sagte sie – hat sie sehr viel gelernt.
2003 kam Sr. Margarete wieder zurück nach Deutschland, passend zum 90. Geburtstag ihrer
Mutter. Ihr Einsatzgebiet war diesmal die Bernrieder Gemeinschaft, wo sie vor allem am Emp-
fang des Bildungshauses mitarbeitete. Hier blieb sie bis zum Jahr 2014, um dann noch ein
letztes Mal für einen Auslandseinsatz bereit zu sein. Diesmal war es die Berufung zur Oberin
in Madrid.
Nach Beendigung des Einsatzes dort ging Sr. Margarete zurück ins Mutterhaus. Hier hat sie
sich in den letzten Jahren sehr in der Infirmerie, der Sakristei und Unterküche verdient ge-
macht. Sie übernahm auch Dienste für die Missions-Prokura im Haus Benedikt. Zusätzlich en-
gagierte sie sich im Hospizdienst und der Pfarrei, in der sie Wort-Gottes-feiern gestaltete. Sr.
Margarete war ein Mensch, der sich gerne weiterbildete, um andere gut begleiten zu können.
Als im Jahr 2024 ein Speiseröhrenkrebs diagnostiziert wurde, hat sie sich sehr bewusst darauf
eingestellt, nicht mehr sehr lange zu leben. Sie hat die Beeinträchtigungen dieser Erkrankung
und auch die zahlreichen Behandlungen mit bemerkenswerter Ruhe und Geduld getragen und
hat selbst anderen Menschen viel Mut gemacht.
Sr. Margarete war eine Mitschwester, die nicht viele Worte machte. Im Umgang wirkte sie
manchmal recht streng. Sie war aber sehr aufmerksam, wenn es einer Schwester oder einem
Gast nicht gut ging, und auch dafür, wo sie selbst gebraucht werden konnte. Sie hat sich an
vielen kleinen Dingen sehr freuen können, an Alltäglichem sowie an Geistlichem. Ein Wunsch
von ihr, den sie sicher manchen mitgegeben hat, findet sich in der Apostelgeschichte: „Und
jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen.“
Eine Beobachtung aus ihrer Zeit in Brasilien mag nun am Schluss stehen: Sie schreibt, wie un-
glaublich sie folgende Erkenntnis eines Kommunionkindes fand. Das Kind stellte fest, dass in
dem lateinischen Wort für Gott «Deus» das kleine portugiesische Wort «eu» = «ich» enthal-
ten ist. So meinte das Kind ganz selbstverständlich: also bin ich mitten in Gott!!!!! Sr. Marga-
rete schrieb: so einfach und so wahr ist das!
Wir sind sicher, dass Sr. Margarete nun im Leben der Fülle mitten in Gott angekommen ist.
Möge sie für all die Menschen, mit denen sie lebte, eine gute weitere Wegbegleiterin sein.

Tutzing, 30. Juli 2026
Subpriorin und Schwestern des Priorats Tutzing