Schweizer Schwimmteam nimmt an EM 2026 in Paris; Medaillenambitionen und Staffeltests für LA 2028
Schweizer Schwimmteam peilt in Paris EM-Medaillen an - Swiss Aquatics
Schweizer Schwimmteam peilt in Paris EM-Medaillen an
In einer Woche fällt in Paris der Startschuss zu den Schwimmwettkämpfen der Europameisterschaften 2026. Für die 19-köpfige Schweizer Delegation beginnt damit der wichtigste Wettkampf der diesjährigen Langbahnsaison. Angeführt von den Medaillenkandidaten Noè Ponti und Roman Mityukov vereint die Selektion internationale Spitzenathleten mit einer neuen Generation vielversprechender Talente. Neben den Einzelstarts steht insbesondere die Weiterentwicklung der Schweizer Staffelprojekte im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles im Fokus.
Insgesamt 19 Athlet:innen wurden für die kontinentalen Titelkämpfe, die vom 10. bis 16. August 2026 im Centre Aquatique Olympique in Saint-Denis stattfinden, selektioniert. Das Team präsentiert sich leistungsstark und ausgewogen – mit einer Mischung aus international erfahrenen Medaillengewinnern und vielversprechenden Nachwuchstalenten, die erstmals auf Elite-Stufe an einer internationalen Meisterschaft antreten.
Angeführt wird die Delegation von Markus Buck, Leistungssportchef Schwimmen bei Swiss Aquatics. Unterstützt wird er von einem breit aufgestellten Trainer- und Betreuungsteam rund um die Coaches Massimo Meloni, Pablo Kutscher, Clément Bailly und Fausto Mauri sowie dem Medical- und Supportstaff.
Breite und Qualität im Kader
Mit Leistungsträgern wie Noè Ponti und Roman Mityukov verfügt das Team über Athleten, die zur absoluten Weltspitze zählen. Beide reisen mit realistischen Medaillenchancen nach Paris. Gleichzeitig erhalten mehrere junge Schwimmer:innen die Chance, erste Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln. Besonders im Fokus steht Kay-Lyn Löhr: Die 17-Jährige, die im nationalen Leistungszentrum CST in Tenero unter Massimo Meloni und Andrea Mercuri trainiert, gewann Anfang Juli an den Junioren-Europameisterschaften in München über 100 und 200 Meter Brust jeweils die Silbermedaille. Sie wird in Paris erstmals an einer internationalen Elite-Meisterschaft an den Start gehen. Ebenfalls neu auf dieser Stufe vertreten sind unter anderem Enrico Sottile, Mattia Mauri, Balint Ashton und Manon Richard.
Schweizer Aushängeschilder mit Ambitionen: Ponti auf Revanchekurs, Mityukov in Topform
Noè Ponti reist mit klaren Medaillenambitionen nach Paris. Nach seinen Duellen mit dem französischen Topstar Maxime Grousset an den Weltmeisterschaften in Singapur, in denen er sich über 50 und 100 Meter Schmetterling jeweils nur um einen Wimpernschlag geschlagen geben musste, bietet sich dem Tessiner nun bei Groussets Heim-Europameisterschaften, «in der Höhle des Löwen», die Chance zur Revanche. Ponti reist über 100 Meter Schmetterling mit der zweitbesten europäischen Jahresbestzeit nach Paris. Mit der Rückkehr des ungarischen Olympiasiegers Kristóf Milák ins internationale Wettkampfgeschehen erhält das Rennen um die EM-Medaillen jedoch zusätzliche Brisanz. Die Fans dürfen sich auf einen Dreikampf auf Weltklasseniveau freuen.
Auch Roman Mityukov zählt zu den aussichtsreichsten Schweizer Medaillenkandidaten. Der Genfer überzeugte bislang mit einer konstant starken Saison. Nach einem erfolgreichen Auftakt beim Lausanne Swim Cup mit Weltjahresbestzeit über 200 Meter Rücken egalisierte er an den Schweizer Meisterschaften in Uster seinen Schweizer Rekord über 100 Meter Rücken und bestätigte dort ebenso seine ausgezeichnete Form über die doppelte Distanz, seiner Paradedisziplin. Wie Ponti über die 100 Meter Schmetterling reist Mityukov über 200 Meter Rücken mit der zweitbesten europäischen Jahresbestzeit hinter dem Griechen Apostolos Siskos nach Paris. Das im Winter angepasste Höhentrainingskonzept scheint Wirkung zu zeigen. Zusätzliche Motivation dürfte ihm auch die Rückkehr nach Paris geben: In der französischen Hauptstadt gewann der 26-Jährige bei den Olympischen Spielen 2024 die Bronzemedaille über 200 Meter Rücken.
Neben den Einzelstarts liegt ein besonderer Fokus auf den Staffelwettbewerben. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Los Angeles sollen möglichst viele Staffeln besetzt und unter Wettkampfbedingungen getestet werden. Die Europameisterschaften dienen dabei als wichtige Standortbestimmung und liefern wertvolle Erkenntnisse, in welche Disziplinen gezielt investiert werden soll.
Die aktuelle Kadertiefe, vor allem im Männerteam, eröffnet dabei neue Möglichkeiten: Erstmals stehen mehr als vier Athleten auf Topniveau zur Verfügung. Auch die Positionen fünf und sechs sind leistungsstark besetzt. Dies erlaubt es, verschiedene Kombinationen auszuprobieren und gleichzeitig realistische Finalchancen anzuvisieren – eine Ausgangslage, die in der Vergangenheit nur selten gegeben war.
Auch bei den Damen will Swiss Aquatics möglichst viele Staffeln mit den selektionierten Schwimmerinnen besetzen. Mit dem jungen und vielversprechenden Team ergibt sich die Möglichkeit, in den Staffelwettbewerben erste Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln, Kombinationen zu testen und die internationale Konkurrenzfähigkeit Schritt für Schritt aufzubauen.
Die Europameisterschaften 2026 gelten als wichtige Standortbestimmung innerhalb des olympischen Zyklus. Erstmals seit der Corona-Pandemie findet wieder ein regulärer Wettkampfrhythmus statt, was laut Markus Buck zu einem deutlichen Leistungsanstieg in ganz Europa führen dürfte: „Wir erwarten ein sehr hohes Niveau bei diesen Europameisterschaften. In den vergangenen Jahren waren die Bedingungen für ein hohes Leistungsniveau an einer EM alles andere als ideal. Die pandemie- und kriegsbedingten Verschiebungen im internationalen Wettkampfkalender erforderten eine höhere Anzahl und Dichte an internationalen Grossanlässen. Nun können sich die Athlet:innen wieder gezielt auf einen Höhepunkt vorbereiten. Entsprechend gehen wir davon aus, dass das Leistungsniveau an dieser EM sehr hoch sein wird.“
Wie bereits bei früheren internationalen Meisterschaften unterstützt Swiss Aquatics auch an den Europameisterschaften 2026 den Liechtensteiner Schwimmer Rufus Bernhardt organisatorisch und sportlich. Damit setzt der Verband die langjährige Zusammenarbeit mit dem Liechtensteinischen Schwimmverband fort. Bereits in der Vergangenheit wurden Liechtensteins Aushängeschilder Julia Hassler und Christoph Meier im Rahmen internationaler Meisterschaften in die Schweizer Delegation integriert und vor Ort mitbetreut.
Selektionierte Athlet:innen European Aquatics Championships 2026
Die Wettkämpfe können live auf Eurovision Sport verfolgt werden.
Alle Infos zur EM finden Sie auf der Eventwebseite .
Aufgebot EM 2026 in Paris
Tiago Behar, 2002, Lausanne Aquatique
Thierry Bollin, 2000, Schwimmklub Bern
Flavio Bucca, 2005, Schwimmclub Uster
Antonio Djakovic, 2002, Schwimmclub Uster
Gian-Luca Gartmann, 2003, Schwimmclub Uster
Mattia Mauri, 2006, A-Club Swimming Team Savosa
Roman Mityukov, 2000, Genève Natation 1885
Noè Ponti, 2001, Schwimmclub Uster
Enrico Sottile, 2007, A-Club Swimming Team Savosa
Marius Toscan, 2002, Schwimmclub Uster
Robin Yeboah, 2003, Basel Aquatics
Vanna Djakovic, 2005, Schwimmclub Uster
Kay-Lyn Löhr, 2008, Schwimmclub Uster
Angelina Patt, 2005, Schwimmclub Uster
Gaia Rasmussen, 2004, Genève Natation 1885
Manon Richard, 2007, Genève Natation 1885
Julia Ullmann, 2005, Schwimmclub Uster
Men’s 1500 FR F Women’s 200 BU SF
Einsätze können noch angepasst werden. Staffel werden final vor Ort besetzt. fett: Medaillenentscheidung
Thierry BOLLIN of Switzerland competes in the Men’s 100m Backstroke Heats during the swimming events of the European Aquatics Championships in Belgrade, Serbia, Saturday, June 22, 2024. (Photo by Patrick B. Kraemer
Noe PONTI of Switzerland celebrates after winning in the Men’s 50m Butterfly Final during the 23rd European Aquatics Short Course Swimming Championships in Lublin, Poland, Wednesday, Dec. 3, 2025. (Photo by Patrick B. Kraemer
Antonio DJAKOVIC, Gaia RASMUSSEN, Tiago BEHAR and Julia ULLMANN of Switzerland react after competing in the Mixed 4x100m Freestyle Relay Heats during the 2025 European Aquatics U23 Swimming Championships in Samorin, Slovakia, Saturday, June 28, 2025. (Photo by Patrick B. Kraemer
Schweizer Schwimmteam peilt in Paris EM-Medaillen an