Volt fordert europaweiten Talentpool in Europa; schnellere Anerkennung ausländischer Pflegeabschlüsse

Was tun Sie, um dem dramatischen Fachkräftemangel in der Pflege und im Gesundheitssystem entgegenzuwirken? Als paneuropäische Partei setzt sich Volt für die Schaffung eines europaweiten Talentpools ein. Außerdem müssten ausländische Pflegeabschlüsse schneller anerkannt werden. In Hildesheim gibt es mit der Hermann-Nohl-Schule einen unverzichtbaren Nachwuchslieferanten, diese Schule verdient eine (zum Glück nun geplante) Modernisierung, außerdem entsteht auf Gut Steuerwald ein Gründer:innen-Zentrum für soziale Berufe, welches wir ausdrücklich unterstützen. 2. Wie wollen Sie sich dafür einsetzen, dass wirtschaftlicher Druck nicht zulasten der Qualität in der Pflege geht? Grundsätzlich sollen alle Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrer eigenen Umgebung leben können. Volt präferiert in der ambulanten Pflege das in den Niederlanden überaus erfolgreiche „Buurtzorg“ Modell, das eine Abkehr von minutengenauer und konkret tätigkeitsbezogener Abrechnung bedeutet. Kleine Teams betreuen eigenverantwortlich, der ganzheitliche Abrechnungsansatz erlaubt auch Zeit für einen „Kaffee-Plausch“. In der Kommune wollen wir die Etablierung solcher Strukturen (wie in München oder Dresden bereits in Modellprojekten praktiziert) fördern. 3. Wie wollen Sie Pflegekräfte von bürokratischen Aufgaben entlasten, damit mehr Zeit für Patientinnen bleibt? Volt ist die Partei der Digitalisierung. Das ist nach unserer Auffassung der Schlüssel für Zeitgewinnung für die wichtige Arbeit am Menschen. Inzwischen gibt es eine (übrigens in Hildesheim entwickelte) KI-Software, die bei den oft komplizierten Dokumentationspflichten wertvolle Zeit spart. Wir befürworten die digitale Verwaltung nach dem Vorbild von Estland, wo bereits 99 % aller Behördenangelegenheiten digital erledigt werden können. Kommunal unterstützen wir die Schaffung von Pflegelotsen, damit Angehörige dort Rat und Hilfe bekommen können und dadurch Pflegekräfte entlastet werden. 4. Welche konkreten Maßnahmen würden Sie in den ersten 100 Tagen nach der Wahl für Patientinnen und Personal im Gesundheitswesen anstoßen? Kommunalpolitisch gibt es leider nur sehr begrenzte Einflussmöglichkeiten, da alle gesetzlichen Regelungen auf Landes- und Bundesebene getroffen werden. Wir werden aber ab Tag 1 unserer parlamentarischen Arbeit die bereits oben erwähnten Ansätze (Buurtzorg-Modell, digitale Verwaltung, Pflege bei den Quartiersentwicklungen mitdenken) in den Blick nehmen. 5. Sagen Sie in einem Satz, was Ihnen beim Thema „Pflege“ persönlich am Herzen liegt. Eine ganzheitliche Betreuung, die die Menschen als Ganzes und nicht nur die an ihnen zu verrichtenden Tätigkeiten in den Blick nimmt.