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title: "Volt fordert europaweiten Talentpool in Europa; schnellere Anerkennung ausländischer Pflegeabschlüsse"
sdDatePublished: "2026-08-03T04:08:00Z"
source: "https://voltdeutschland.org/storage/assets-hildesheim/kw26/jensschultekochzumthemapflege.pdf"
topics:
  - name: "healthcare policy"
    identifier: "medtop:20000479"
  - name: "health care provider"
    identifier: "medtop:20000278"
  - name: "artificial intelligence"
    identifier: "medtop:20001298"
  - name: "employment"
    identifier: "medtop:20000509"
  - name: "education policy"
    identifier: "medtop:20001338"
locations:
  - "Hildesheim"
  - "Munich"
  - "Dresden"
  - "Estonia"
  - "Netherlands"
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Volt fordert europaweiten Talentpool in Europa; schnellere Anerkennung ausländischer Pflegeabschlüsse

1.
Was tun Sie, um dem dramatischen Fachkräftemangel in der Pflege und im
Gesundheitssystem entgegenzuwirken?
Als paneuropäische Partei setzt sich Volt für die Schaffung eines europaweiten Talentpools ein.
Außerdem müssten ausländische Pflegeabschlüsse schneller anerkannt werden. In Hildesheim gibt
es mit der Hermann-Nohl-Schule einen unverzichtbaren Nachwuchslieferanten, diese Schule
verdient eine (zum Glück nun geplante) Modernisierung, außerdem entsteht auf Gut Steuerwald ein
Gründer:innen-Zentrum für soziale Berufe, welches wir ausdrücklich unterstützen.
2.
Wie wollen Sie sich dafür einsetzen, dass wirtschaftlicher Druck nicht zulasten der Qualität in
der Pflege geht?
Grundsätzlich sollen alle Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrer eigenen
Umgebung leben können. Volt präferiert in der ambulanten Pflege das in den Niederlanden überaus
erfolgreiche „Buurtzorg“ Modell, das eine Abkehr von minutengenauer und konkret
tätigkeitsbezogener Abrechnung bedeutet. Kleine Teams betreuen eigenverantwortlich, der
ganzheitliche Abrechnungsansatz erlaubt auch Zeit für einen „Kaffee-Plausch“. In der Kommune
wollen wir die Etablierung solcher Strukturen (wie in München oder Dresden bereits in
Modellprojekten praktiziert) fördern.
3.
Wie wollen Sie Pflegekräfte von bürokratischen Aufgaben entlasten, damit mehr Zeit für
Patient*innen bleibt?
Volt ist die Partei der Digitalisierung. Das ist nach unserer Auffassung der Schlüssel für
Zeitgewinnung für die wichtige Arbeit am Menschen. Inzwischen gibt es eine (übrigens in
Hildesheim entwickelte) KI-Software, die bei den oft komplizierten Dokumentationspflichten
wertvolle Zeit spart. Wir befürworten die digitale Verwaltung nach dem Vorbild von Estland, wo
bereits 99 % aller Behördenangelegenheiten digital erledigt werden können. Kommunal
unterstützen wir die Schaffung von Pflegelotsen, damit Angehörige dort Rat und Hilfe bekommen
können und dadurch Pflegekräfte entlastet werden.
4.
Welche konkreten Maßnahmen würden Sie in den ersten 100 Tagen nach der Wahl für
Patient*innen und Personal im Gesundheitswesen anstoßen?
Kommunalpolitisch gibt es leider nur sehr begrenzte Einflussmöglichkeiten, da alle gesetzlichen
Regelungen auf Landes- und Bundesebene getroffen werden. Wir werden aber ab Tag 1 unserer
parlamentarischen Arbeit die bereits oben erwähnten Ansätze (Buurtzorg-Modell, digitale
Verwaltung, Pflege bei den Quartiersentwicklungen mitdenken) in den Blick nehmen.
5.
Sagen Sie in einem Satz, was Ihnen beim Thema „Pflege“ persönlich am Herzen liegt.
Eine ganzheitliche Betreuung, die die Menschen als Ganzes und nicht nur die an ihnen zu
verrichtenden Tätigkeiten in den Blick nimmt.