Fußverkehrs-Checks NRW 2026 laufen in Euskirchen, Bergheim und Meckenheim
Kurze Grünphasen, enge Gehwege und neue Ideen: Fußverkehrs-Checks NRW 2026 im Rheinland angelaufen
Kurze Grünphasen, enge Gehwege und neue Ideen: Fußverkehrs-Checks NRW 2026 im Rheinland angelaufen
Die Fußverkehrs-Checks NRW 2026 laufen – im wahrsten Sinne des Wortes. Im Rheinland rücken die Städte Euskirchen, Bergheim und Meckenheim den Fußverkehr in den Fokus. Die gemeinsamen Begehungen mit Bürger*innen, Verwaltung, Politik und Fachleuten machen deutlich, wie unterschiedlich die Herausforderungen im Fußverkehr sind. Gleichzeitig zeigte sich an vielen Stellen, wie wertvoll der direkte Austausch über Probleme und Lösungsansätze sein kann.
Knackpunkte: Unterschiedliche Herausforderungen in Euskirchen und Bergheim
In Euskirchen führte die Begehung vom Bahnhofsvorplatz durch die Innenstadt bis zum Europaplatz. Ein besonders kontrovers diskutiertes Thema war die Radverkehrsführung in der Wilhelmstraße. Die Öffnung einer Einbahnstraße für den Radverkehr könnte Konflikte auf den Gehwegen verringern, doch Erfahrungen aus früheren Änderungen der Verkehrsführung waren aus Sicherheitsbedenken wieder verworfen worden. Die lokale Diskussion zeigt: Gemeinsam lässt sich die beste Lösung finden.
Ganz andere Herausforderungen standen in Bergheim im Mittelpunkt. Die Route führte vom Bahnhof Quadrath-Ichendorf durch gewachsene Wohnquartiere bis zur Haupteinkaufsstraße. Besonders auffällig waren die stellenweise sehr schmalen Gehwege. Für die Teilnehmenden mit Rollator, Rollstuhl und Kinderwagen waren diese teilweise ein Hindernis. Häufig verschärfen Mülltonnen, Baustellenzäune, Garageneinfahrten oder überhängendes Grün die ohnehin beengten Verhältnisse zusätzlich. Da es sich vielfach um alte Bestandsquartiere handelt, sind einfache Lösungen selten möglich. Größere Verbesserungen würden oftmals tiefgreifende Veränderungen im Straßenraum erfordern.
Highlights: Wenn gute Ideen in Bewegung kommen
Neben den Herausforderungen gab es in beiden Städten auch positive Impulse und spannende Erkenntnisse.
In Euskirchen schauten sich die Beteiligten zu Beginn der Begehung das Umfeld des zentralen Busbahnhofs an, eine wichtige Verbindung zwischen Bahnhof und Fußgängerzone. Gesprächsstoff bot insbesondere die kurze Grünphase der Fußgängerampel. In der Diskussion um Ampel oder Zebrastreifen erschien zweiteres als die geeignete Lösung. Das Argument: Fahrgäste seien auf dem Weg zum Bus schließlich ebenfalls Fußgänger*innen. Der Vorschlag verdeutlichte, wie unterschiedliche Interessen zusammengeführt werden können und sorgte für einen motivierenden Auftakt der Veranstaltung.
In Bergheim zeigte sich eindrucksvoll, welchen Einfluss die Gestaltung öffentlicher Räume auf deren Nutzung hat. Während eine Grünfläche an der Graf-Otto-Straße
Ecke Im Rauland eher unattraktiv wirkte und unter Vandalismus litt, bot sich an der Köln-Aachener-Straße
Ecke Domackerstraße ein ganz anderes Bild. Unter schattenspendenden Bäumen nutzten mehrere Anwohnende den öffentlichen Raum als Aufenthaltsort. Für einen Teilnehmer lag der Grund auf der Hand: „Hier stehen Bäume und es sieht einfach schöner aus.“
Die ersten Fußverkehrs-Checks 2026 machen damit deutlich: Die Herausforderungen im Fußverkehr unterscheiden sich von Stadt zu Stadt. Gleichzeitig zeigen die Begehungen, dass vor Ort viel Fachwissen, Engagement und Ideen vorhanden sind. Kurze Grünphasen, Nutzungskonflikte und enge Gehwege wurden nicht nur diskutiert, sondern unmittelbar erlebt. So schafft der gemeinsame Blick auf den Straßenraum die Grundlage, um konkrete Verbesserungen für den Fußverkehr anzustoßen.
Auch in diesem Jahr rücken drei Kommunen im Rheinland den Fußverkehr in den Fokus. Den Auftakt machten Euskirchen und Bergheim. So liefen die ersten Begehungen.
Datenberatung der MDD NRW: Mobilitätsdaten sinnvoll nutzen
Die Datenberatung der MDD NRW unterstützt Kommunen dabei, verkehrsträgerübergreifende Mobilitätsdaten gezielt zu nutzen – von der Abbildung bestehender Angebote über die Integration in Apps und Informationssysteme bis zur fundierten Mobilitätsplanung. Praxisnah, bedarfsorientiert und mit Blick auf konkrete kommunale Anwendungen.
Parkraummanagement als Hebel für zukunftsfähige Kommunen
Parkraummanagement ist mehr als die Organisation von Stellplätzen. Die Akademie für Raumentwicklung (ARL) zeigt in ihrem aktuellen Positionspapier, wie Städte, Kreise und Gemeinden bereits Parksuchverkehre reduzieren und die Verkehrssicherheit erhöhen können.