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title: "Nicole Razavi erklärt Prioritäten im Rad- und Fußverkehr in Baden-Württemberg; LGVFG-Förderprogramm: Rund 1.000 Maßnahmen über 1 Mrd. Euro"
sdDatePublished: "2026-08-04T10:06:00Z"
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Nicole Razavi erklärt Prioritäten im Rad- und Fußverkehr in Baden-Württemberg; LGVFG-Förderprogramm: Rund 1.000 Maßnahmen über 1 Mrd. Euro

"Verbesserungen im Rad- und Fußverkehr kommen direkt bei den Menschen an."

"Verbesserungen im Rad- und Fußverkehr kommen direkt bei den Menschen an."

Baden-Württembergs neue Verkehrsministerin Nicole Razavi spricht im Interview mit aktivmobil-bw über die Schwerpunkte für die neue Legislaturperiode, insbesondere im Bereich Rad- und Fußverkehr.

Nicole Razavi ist sei Mai 2026 Verkehrsministerin von Baden-Württemberg.

aktivmobil: Das Verkehrskapitel im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung steht unter der Überschrift: „Für eine moderne Mobilität und eine leistungsfähige Infrastruktur“. Welche Kernaussagen daraus sind für Sie von besonderer Bedeutung?

Nicole Razavi: Unser Ziel ist eine moderne, verlässliche und leistungsfähige Mobilität für alle. Die Menschen in Baden-Württemberg sollen sicher, flexibel und entsprechend ihren Wünschen unterwegs sein können – egal ob mit dem Auto, Bus und Bahn, dem Fahrrad oder zu Fuß. Dafür braucht es eine leistungsfähige Infrastruktur, die wir gemeinsam mit den Kommunen und dem Bund weiterentwickeln.

Mobilität bedeutet auch Freiheit und Teilhabe. Gerade Rad- und Fußverkehr spielen im Alltag vieler Menschen eine wichtige Rolle, beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zur Haltestelle. Ein klarer Schwerpunkt liegt dabei auf der Sicherheit. Wir bekennen uns zur Vision Zero und wollen die Zahl der Verkehrsunfälle weiter reduzieren.

Welche Schwerpunkte möchten Sie in dieser Legislatur speziell im Hinblick auf den Rad- und Fußverkehr in Baden-Württemberg setzen?

37 Prozent aller Wege in Baden-Württemberg werden bereits heute zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt. Viele Menschen würden noch häufiger Fahrrad fahren, wenn die Wege durchgängig und sicher wären. Genau hier setzen wir an: Wir schließen Lücken, bauen Netze aus und sorgen so für bessere Verbindungen. Ein Schwerpunkt ist der Ausbau durchgängiger Radnetze zwischen Stadt und Umland. Ein wichtiges Instrument ist der Bedarfsplan für Radwege an Bundes- und Landesstraßen. Bei den Radschnellverbindungen ist Baden-Württemberg ein Vorreiter: Derzeit befinden sich 24 Radschnellverbindungen in Planung oder im Bau. Gleichzeitig stärken wir die Verknüpfung mit Bus und Bahn – etwa durch gute und sichere Abstellanlagen an vielen Haltestellen im Land.

Beim Fußverkehr steht für uns die Sicherheit und Barrierefreiheit im Mittelpunkt. Breite Gehwege, sichere Querungen und eine gute Erreichbarkeit müssen gerade für Kinder, ältere Menschen oder Eltern mit Kinderwagen ausgebaut werden. Besonders wichtig sind sichere Schulwege, die wir mit dem Landesprogramm „MOVERS - Aktiv zur Schule“ gezielt unterstützen.

aktivmobil-bw.de richtet sich insbesondere an die Fach- und Leitungsebenen in den Städten, Gemeinden und Landkreisen. Was möchten Sie den Kommunen mit auf den Weg geben, die im Bereich Rad- und Fußverkehr aktiv sind?

Die Kommunen haben den Schlüssel zur städtebaulichen Entwicklung und auch für ein Mobilitätsangebot, das zu den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen vor Ort passt. Verbesserungen im Rad- und Fußverkehr kommen direkt bei den Menschen an. Ich freue mich, dass viele Städte, Gemeinden und Kreise im Land bereits daran arbeiten, ihre Rad- und Fußverkehrsnetze auszubauen. Das große Engagement zeigt sich auch im LGVFG-Förderprogramm : Rund 1.000 Maßnahmen mit einem Volumen von über einer Milliarde Euro wurden für die nächsten fünf Jahre angemeldet. Das Land bleibt dabei ein verlässlicher Partner und unterstützt Kommunen gezielt. Gleichzeitig arbeiten wir daran, Förderverfahren einfacher und unbürokratischer zu gestalten. Weniger Bürokratie hilft allen Beteiligten und beschleunigt viele Projekte.