US-Aktienindizes in New York steigen; Amazon erreicht 3 Billionen USD Marktwert
Kommentar Aktien International
Marktkommentar 4. August 2026
Aktien International
Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum
Übersicht
Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 53'178
- 1.3 S&P 500 7'601
- 1.5 NYSE: 1.34 Nasdaq Composite 25'914
- 0.0 Nasdaq: 11.35 Nikkei 225 63'539
- 0.3 Hang Seng 25'825
- 0.7 Shanghai Composite 3'818
- 0.2
Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 26'001 25'775 – 26'375 USD/CHF 0.8105 EUR/CHF 0.9325 EuroStoxx 50 6'427 6'300 – 6'600 Gold 4'060 USD/Unze Stoxx 50 5'468 5'340 – 5'640 NY WTI-Rohöl-Future 81.40 USD
New York Gestern haben ein Teil der US-Aktienindices zum Wo- chenauftakt Kurs auf Rekordstände genommen. Die Absage neuer Angriffe auf den Iran durch die Vereinig- ten Staaten verlieh gestern den beiden Indices Dow Industrial sowie S&P 500 und dem New Yorker Aktien- markt insgesamt Rückenwind. Insbesondere die zuletzt etwas ins Hintertreffen geratenen Technologiewerte zogen deutlich an. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,78 % auf 28'776,80 Punkte nach oben. Der Dow Jones Industrial stieg um 1,32 % auf 53'178,41 Punkte. Damit fehlt dem Leitindex nicht
www.bekb.ch | Marktkommentar | 4. August 2026 2 mehr viel zum Rekordwert vom 7. Juli bei 53.289 Punkte. Der marktbreite S&P 500 gewann 1,48 % auf 7'600,50 Punkte. Auch er befindet sich knapp unter seinem Höchststand. US-Präsident Donald Trump be- zeichnete neue Gespräche mit dem Iran als “letzte Chance” für Teheran. Trumps Darstellung zufolge dre- hen sich die Gespräche um die Öffnung der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Strasse von Hormus. Demnach geht es darum, die Meerenge bis diesen Dienstag vollständig zu öffnen. In einer zwei- ten Phase soll es seiner Darstellung nach dann um die “Denuklearisierung” des Irans gehen - das werde länger dauern, räumte Trump ein. Unterstützung für den Akti- enmarkt kommt auch von fallenden Marktzinsen. Am Anleihemarkt fiel die Rendite zehnjähriger US-Anleihen um 6 Basispunkte auf 4,69 %, nachdem die USA und Japan eine koordinierte Intervention zur Stützung der japanischen Währung bestätigt haben. Konjunkturseitig wurden am Montag der von S&P Global ermittelte Ein- kaufsmanagerindex sowie der ISM-Index, jeweils für das verarbeitende Gewerbe im Juli, veröffentlicht, dazu die Bauausgaben aus dem Juni. Der ISM fiel besser aus als erwartet. Im Wochenverlauf stehen allerdings stark beachtete Daten vom Arbeitsmarkt an: Am Dienstag Daten zu den Stellenangeboten, am Mittwoch der ADP- Arbeitsmarktbericht für Juli, am Donnerstag die wö- chentlichen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslo- senhilfe und als Highlight der Woche am Freitag der offizielle Arbeitsmarktbericht für Juli. Unter den gröss- ten Gewinnern im Dow knüpften die Papiere von Ama- zon an ihren Kurssprung vom Freitag an und stiegen am Ende um 4,6 %. Sie traten damit erstmals in den exklu- siven Club derjenigen Konzerne ein, die an der Börse drei Billionen Dollar oder mehr wert sind. Amazon profitiert derzeit vom aktuellen Boom rund um Künstliche Intelli- genz (KI) vor allem über die Cloud-Sparte AWS, die der weltgrösste Anbieter von Rechenleistung aus dem Netz ist. Im vergangenen Quartal stieg der AWS-Umsatz deutlicher als vom Analysten im Schnitt erwartet. Die Aktien von Alphabet und die von Microsoft gewannen jeweils fast 5 %. An der Dow-Spitze zogen die Papiere von Boeing um 8 % an. Auch den Papieren des Flug- zeugbauers kamen positive Analystenkommentare zu- gute. So stufte Exane BNP Paribas die Aktien auf “Out- perform” hoch und rechnet so damit, dass sich die Pa- piere in den kommenden zwölf Monaten besser als der Sektor entwickeln werden. Sheila Kahyaoglu von Jef- feries schrieb, das abgelaufene Jahresviertel sei ein voller Erfolg gewesen. Im Kerngeschäft hätten sich die Dinge weiter verbessert. Zudem gab es für Boeing eine positive Unternehmensnachricht: Nach jahrelangen Ver- zögerungen wurde nun eine Zulassung für das kleinste Flugzeug der Modellfamilie 737 Max erteilt. Der Airbus- Rivale kann jetzt Maschinen des Typs 737 Max 7 an Kunden ausliefern. Dagegen büssten die Aktien von Chevron fast 2 % ein, Exxon-Mobil-Aktien gaben leicht nach. Trump hatte beide Ölkonzerne wegen ihrer sprunghaft gestiegenen Gewinne im Zuge der mit dem Iran-Krieg in die Höhe geschnellten Ölpreise kritisiert. Gamestop verbilligten sich um über 12 %. Der Anbieter von Videospielen wandelt 2030 und 2032 fällige Wan- delanleihen im Volumen von 1,4 Milliarden Dollar in Ak- tien um. Dadurch verwässert sich der Wert der ausste- henden Aktien. Als Schlusslicht im S&P 500 knickten die Papiere von Marriott International um rund 7 % ein. Eine höhere Gewinnprognose für das laufende Jahr war den Anlegern bei der Hotelkette nicht genug gewesen
Asien Die Aktienindices in Fernost überzeugten heute gross- mehrheitlich mit etwas gestiegenen Notierungen. Während es nur gerade in Hongkong leicht nach unten ging, legen die Indices in Tokyo, Soeul, Schanghai und Sydney moderat zu. Am Markt könnte eine vorsichtige Rückkehr zu Technologieaktien ein Antrieb gewesen sein. Dazu tragen auch die starken Quartalszahlen von Palantir bei (siehe Marktnachrichten). Dazu kamen posi- tive Vorboten der Wall Street, wo der Dow-Jones- Industrial auf einem Rekordstand geschlossen und sich die positive Entwicklung der Nasdaq-Indizes fortgesetzt hatte. Daneben gab es nach Aussage von US-Präsident Donald Trump weiter Gespräche mit dem Iran, bei denen es vor allem um die Öffnung der Strasse von Hormus geht. Allerdings bleibt bei Marktteilnehmern Skepsis. Die Ölpreise legten nach den Abgaben am Vortag wieder leicht zu. Ein Barrel der Sorte Brent erhöhte sich um 1,5 % auf 85,00 Dollar. Die zeitweise Belastung von erneu- ten Abgaben der Index-Schwergewichtes Samsung und SK Hynix vermochte den Kospi in Seoul nur ins Minus drücken. Die beiden Technologiewerte drehten von Abgaben in die Gewinnzone und legten über 2 % zu. In Tokio gewann sich der Nikkei-225 nach anfänglichen Verlusten um 0,3 %. Der Hang-Seng-Index in Hong- kong verlor hingegen 0,8 %. Wiederum ging es für den Shanghai-Composite um 0,6 % nach oben. Vor allem die Chip-Werte der Region zeigten sich mit Aufschlägen. So gewannen Kioxia Holdings 4,4 % und Lasertec legten um 7,4 % zu. In Schanghai verbesserten sich die Aktien von Foxconn Industrial Internet um 7 % und in Hongkong legen Alibaba um weitere 0,4 % zu. Der Kon-
www.bekb.ch | Marktkommentar | 4. August 2026 3 zern hat ein neues Modell für Künstliche Intelligenz (KI) veröffentlicht und beteiligt sich damit an dem Wettlauf der Tech-Giganten um den Bau immer leistungsfähigere Systeme. Bei den Einzelwerten blieben Nissan Motor nahezu unverändert Der Automobilkonzern hat den ersten Quartalsnettogewinn seit zwei Jahren verbucht. Die Jahresprognosen für den Gewinn blieben unverän- dert. Allerdings wurde die Prognose für den Autoabsatz gesenkt. Im Windschatten verloren Toyota Motor 1,6 % (siehe Marktnachrichten).
Europa
Und auch heute Dienstag gibt zahlreiche Unterneh- menszahlen: Bei der Vorlage der Bayer-Quartalsbilanz rückt nach dem wegweisenden Sieg im Glyphosat-Streit vor dem Obersten Gerichtshof der USA die strategische und finanzielle Zukunft in den Fokus der Anleger. Wäh- rend Analysten einen Rückgang des bereinigten operati- ven Gewinns (Ebitda) auf 1,94 Milliarden Euro rechneten, zeigte sich der Quartalsausweis nun mit einem Plus von über 2 Mrd. Euro überraschenderweise positiv (siehe Marktnachrichten). Dagegen haben die mit dem Iran- krieg stark gestiegenen Treibstoffkosten und eine schwächere Nachfrage bei der Lufthansa nach Ein- schätzung von Experten im zweiten Quartal tiefe Spuren hinterlassen. Im Finanzsektor hat die asiatisch-britische HSBC trotz Gewinnsprung den Markt nicht gänzlich überzeugt. Und auch in den USA öffnen Hochkaräter ihre Bücher - etwa AMD. Nach den ermutigenden Zahlen des Erzrivalen Intel rechnen Börsianer mit vergleichbar starken Zahlen des US-Chipkonzerns. Positive Vorgaben aus Asien und Nordamerika dürften in der Summe die europäischen Indices mit einem leichten Plus aufste- hen lassen.
Marktnachrichten
Palantir: Schraubt Ausblick nach Ertrags- und Ge- winnsprung nach oben Der US-Softwarekonzern Palantir hat dank einer starken Nachfrage von Regierungs- und Firmenkunden erneut seine Jahresumsatzprognose angehoben. Die Aktien des Unternehmens stiegen im nachbörslichen Handel um 15 %. Im abgelaufenen zweiten Quartal kletterte der Umsatz den Angaben des US-Datenanalyse- Spezialisten zufolge um 93 % auf 1,94 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten von 1,80 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 41 Cent ebenfalls über den Schätzungen von 35 Cent. Für das Gesamtjahr rechnet Palantir nun mit einem Umsatz zwischen 8,15 und 8,16 Milliarden Dollar. In Europa stösst Palantir zunehmend auf Skepsis, da Regierungen eine zu grosse Abhängigkeit von US- Technologieplattformen befürchten. Palantir geht der- zeit juristisch gegen die Entscheidung vor, einen auf zwei Jahre angelegten Vertrag mit der Londoner Polizei im Volumen von 67,15 Millionen Dollar zu blockieren. Dabei ging es um den Einsatz von KI-Systemen zur Automati- sierung bestimmter Aufgaben und zur Beweisanalyse bei strafrechtlichen Ermittlungen.
Snap: Rückenwind durch Fussball-WM Der Snapchat-Mutterkonzern hat im zweiten Quartal dank höherer Werbeausgaben während der Fussball– die Umsatzerwartungen übertroffen. Zudem hätten stärkere Kampagnen von Grosskunden in Nordamerika zum Wachstum beigetragen, teilte das Social-Media- Unternehmen am Montag mit. Die Aktie legte im nach- börslichen Handel um 13 % zu. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Quartal um rund 19 % auf 1,60 Milliarden Dollar und lag damit über den Analystenschätzungen von 1,54 Milliarden Dollar. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer (DAU) stieg weltweit um etwa 5 % auf 493 Millionen. In Europa verzeichnete Snap jedoch einen Rückgang von rund 2 %, in Nordamerika sank die Nut- zerzahl sogar um fast 7 %. Für das dritte Quartal rech- net das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 1,70 und 1,74 Milliarden Dollar.
BP: Verbucht mit Ölpreis-Rückenwind deutlicher Quartalsgewinn m Die Ölhändler von BP haben erneut kräftige Gewinne erzielt, nachdem der Konflikt im Nahen Osten weiterhin für Turbulenzen an den Energiemärkten sorgte. Der britische Ölkonzern meldete für das zweite Quartal des Jahres einen bereinigten Wiederbeschaffungsgewinn - eine Kennzahl, die dem von US-Ölkonzernen ausgewie- senen Nettogewinn ähnelt - von 5,73 Milliarden US- Dollar. Dies steht im Vergleich zu den 3,2 Milliarden Dollar im ersten Quartal und den 5,11 Milliarden Dollar, die Analysten laut einem vom Unternehmen zusammen- gestellten Konsens erwartet hatten. Die Kunden- und Produktsparte von BP, in der auch die Ölhandelssparte angesiedelt ist, meldete für das Quartal einen Gewinn von 5,1 Milliarden Dollar, nach 2,5 Milliarden Dollar im Vorquartal. Das Unternehmen weist seine Handelsleis- tung bei der Veröffentlichung der Ergebnisse nicht ge- sondert aus, beschrieb die Leistung der Sparte jedoch
www.bekb.ch | Marktkommentar | 4. August 2026 4 als geringfügig höher als im Vorquartal, das “ausserge- wöhnlich” war. Der Konflikt im Nahen Osten hat BP zu- sätzliche Barmittel verschafft, die das Unternehmen zur Stärkung seiner Bilanz einsetzt.
Toyota: Setzte Ausblick nach Zunahme beim Netto- gewinn höher an Der weltweit grösste Autohersteller hat im ersten Quar- tal einen Gewinnsprung von 76 % beim Nettogewinn verzeichnet. Rückenwind kam unter anderem von ge- stiegenen Verkäufen von Hybrid-Elektrofahrzeugen. Der Konzern hob zudem seine Jahresprognose für den Gewinn an. Wie der japanische Autobauer heute früh mitteilte, sei der Nettogewinn in den drei Monaten bis Ende