Deutschland U18-Handballer verlieren gegen Frankreich in Belgrad; Viertelfinal-Einzug nur durch andere Ergebnisse möglich
Zweiter Krimi, zweite Niederlage | dhb.de
U18-EM: Intensiver Kampf gegen Frankreich nicht belohnt
Welch‘ eine Dramatik, welch‘ ein Pech: Die männliche U18 des Deutschen Handballbunds hat auch das zweite Hauptrundenspiel bei der EM in Serbien verloren, mit 28:29 gegen Frankreich – und hat dadurch den Viertelfinaleinzug nicht mehr in eigenen Händen.
Die Mannschaft von Erik Wudtke ist in den abschließenden Hauptrundenspielen am Dienstagabend gleich auf doppelte Schützenhilfe angewiesen, um als zweitbester Gruppendritter noch in die Runde der letzten Acht einzuziehen. In der eigenen Gruppe I darf Serbien nicht gegen Gruppensieger Slowenien punkten, gleiches gilt in Gruppe in Gruppe III für die Färöer-Inseln gegen Dänemark. In genau dieser Konstellation wäre Deutschland als zweitbester Gruppendritter im Viertelfinale.
Einen Tag nach der knappen und unglücklichen 28:30-Niederlage im ersten Hauptrundenspiel gegen Slowenien war auch die Partie gegen Frankreich der erwartet schwere Brocken und endete als echter Krimi, allerdings aus deutscher Sicht ohne Happy-End. Die Ausgangslage für die DHB-Auswahl war klar. Mit einem Sieg wäre das Ticket zur Hauptrunde gelöst, Frankreich reichte schon ein Punkt – und am Ende jubelten die Franzosen nach einer unglaublich intensiven Partie über den zweiten Hauptrundensieg und das Weiterkommen.
Das 1:0 war die einzige Führung der DHB-Auswahl in den gesamten 60 Minuten. Dank einer starken Abwehr- und Torwartleistung setzte sich Frankreich bis auf 14:9 (21. Spielminute) ab, ehe das Team von Erik Wudtke wieder mehr Oberwasser gewann und dank einer tollen Aufholjagd zur Pause zum 16:16 ausglich. Ein entscheidender Faktor war die Umstellung auf die 5:1-Deckung, in der Julius Eisend als „Staubsauger“ eine überragende Partie lieferte. „Wir konnten die körperliche Wucht der Franzosen durch unsere 6:0-Deckung nicht stoppen, mit der 5:1-Variante und richtig viel Leidenschaft sind wir wieder zurückgekommen“, sagte Wudtke.
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Die Partie war wieder völlig offen. Doch gleich nach Wiederbeginn setzte sich Frankreich wieder ab, nach einem 0:3-Lauf zum 20:25 nahm Wudtke eine frühe Auszeit – dennoch änderte sich bis zum 22:28 nichts am Spielverlauf. „Man hat gemerkt, dass uns die Kräfte ausgingen. Wir haben in der Abwehr gekämpft, aber vorne haben wir den einen oder anderen Zweikampf verloren, obwohl wir einige frische Spieler gebracht haben“, sagte Wudtke.
Aber dann: Frankreich leistete sich viele Fehler, erzielte in den letzten sechs Minuten nur noch einen Treffer, die deutsche Mannschaft kämpfte sich, angetrieben vom besten Werfer Toma Gadza (sieben Tore und eine ganz starke Leistung) abermals heran. Als Vincent Faciejew zwei Minuten vor Schluss zum 28:29 traf, schien zumindest ein Remis wieder in Reichweite. Doch die DHB-Auswahl vergab alle drei sich bietenden Chancen, nachdem auch Frankreich kein Treffer mehr gelang. Die letzte Gelegenheit vergab Faciejew mit einem direkten Freiwurf nach der Schlusssirene, der hauchdünn am Tor vorbeiflog.
„Es hat nicht sollen sein“, sagte Wudtke, der ein Manko in seiner Mannschaft ausmachte: „Beim Remis gegen Serbien und den Niederlagen gegen Slowenien und Frankreich hat sich gezeigt, dass andere Mannschaften unter Druck weniger Fehler machen als wir. Das zog sich bislang wie ein roter Faden durchs Turnier. Dreimal ist es uns nicht gelungen, gegen starke Gegner zu gewinnen.“
Dennoch sieht der Bundestrainer einen immensen Lern- und Entwicklungserfolg: „Auch wenn wir heute verloren haben, die Spieler haben zwei Schritte nach vorne gemacht. Ich glaube nicht, dass einer von ihnen schon einmal ein solch‘ intensives Abwehrspiel hatte, das war Männerhandball. Wir können noch viel lernen – und genau dafür sind Jugendturniere da, um sich, unabhängig von Ergebnissen, weiterzuentwickeln.“ Und im Optimalfall kann seine Mannschaft das Turnier ja auch im Viertelfinale und nicht der Platzierungsrunde 9-16 weiterspielen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, meint Wudtke. „Aber dafür muss alles passen.“
In Belgrad: Deutschland – Frankreich 28:29 (16:16)
Deutschland: Tobias Dengler (THW Kiel), Tjorven Knackstedt (VfL Eintracht Hagen); Tim Thielicke (SC Magdeburg
2), Moritz Detlefsen (SG Flensburg-Handewitt), Claudius Beuthner (THW Kiel
1), Julius Pöthke (TSV Burgdorf
1), Finn Meißner (SG Pforzheim
Eutingen), Kalle Gaugisch (JSG Balingen-Weilstetten
2), Vincent Faciejew (THW Kiel
2), Elvis Ernesto Kretzschmar (SC Magdeburg), Lenn Strobel (JSG Balingen-Weilstetten
5), Julius Eisend (THW Kiel), Toma Gadza (HSV Hamburg
7), Malte Elze (SC Magdeburg
5), Constantin Minning (SG Flensburg-Handewitt), Tim Löhr (Rhein-Neckar Löwen
) – bester Werfer Frankreich: Edgar Laforce (6)
Karan (Bosnien-Herzegowina) - Zeitstrafen: Deutschland 6 Minuten, Frankreich 6 Minuten, Siebenmeter: Deutschland 3
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