Evi Simeoni starb in Frankfurt; DOSB bewahrt ehrendes Andenken
Herausragende Frankfurter Sportjournalistin starb mit 68 Jahren
Herausragende Frankfurter Sportjournalistin starb mit 68 Jahren
Mit großer Bestürzung hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) vom Tod der Frankfurter Sportjournalistin Evi Simeoni erfahren. Simeoni war ab 2018 Mitglied der DOSB-Medienkommission und brachte für einige Jahre ihre ganze journalistische Erfahrung in die Arbeit der Kommission ein.
Evi Simeoni berichtete mehr als 40 Jahre in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) unter anderem über Rudern, Formel 1, Ski alpin, Gewichtheben, Ringen und über den Pferdesport, der ihr ganz besonders am Herzen lag. Bekannt war sie aber vor allem für ihre stets sorgfältig recherchierten Reportagen über die Geschichten hinter den Athletinnen, Trainerinnen und allen Beteiligten im Sport, ganz besonders in der internationalen Sportpolitik. „Sosehr ihr Herz auch pochend schlug für die Leistungen der Menschen, für die kraftvolle Synchronisation der Ruderer im Achter, für den Mut der Abfahrtsläufer, für die Schnelldenker in den Formel-1-Cockpits und die Eleganz von Pferd und Reiter bei schwierigsten Pirouetten, so sehr zog es sich zusammen, wenn Evi Simeoni nur den Hauch der Manipulation spürte“, schrieb FAZ-Sportchef Anno Hecker in seinem Nachruf.
Evi Simeoni berichtete von Olympischen Spielen, von Weltmeisterschaften, von Sessions des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und prägte den Stil des FAZ-Sportteils. Dabei schreckte sie nicht vor den schwierigen Themen des Sports zurück, sondern brachte mit ihrem kritischen Blick Ungereimtheiten, Missstände und Angriffe auf die Werte des Sports zutage. Sie war bekannt für ihr einfühlsames, aber auch hartnäckiges Nachfragen, bis wirklich alle Details ausrecherchiert und sattelfest waren, um dann in ihrem eleganten Sprachstil zu berichten, was zu berichten war. Dabei blieb sie stets fair und gab den Menschen die Möglichkeit, sich zu erklären. Für ihre exzellente journalistische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet und war zweimal Sportjournalistin des Jahres. Darüber hinaus machte sie sich auch einen Namen als Autorin von mehreren Büchern.
Auch IOC- und DOSB-Ehrenpräsident Thomas Bach war von ihrer herausragenden journalistischen Leistung beeindruckt: „Evi Simeoni war eine der ganz Großen im deutschen Sportjournalismus. Sie hat sich den Themen einfühlsam zugewandt und ihren Gesprächspartnern aufgeschlossen zugehört, um sich dann ihre eigene Meinung zu bilden. Man konnte spüren, wie ihr manche Themen auch selbst nahe gegangen sind und sie emotional aufgewühlt haben. Ihre große sprachliche Ausdruckskraft hat ihren journalistischen und literarischen Werken Nachdruck und Tiefe verliehen. Ich werde sie vermissen.”
Evi Simeoni wurde 68 Jahre alt. Der DOSB wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren.