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title: "Borkenkäfer Ausflug der zweiten Jungkäfergeneration Bayern; Schadholzmengen 67% niedriger als 2025"
sdDatePublished: "2026-08-04T10:08:00Z"
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locations:
  - "Bavaria"
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Borkenkäfer Ausflug der zweiten Jungkäfergeneration Bayern; Schadholzmengen 67% niedriger als 2025

04.08.2026Ausflug der zweiten Buchdruckergeneration steht bevor - Blickpunkt Waldschutz Nr. 8/2026von Cornelia Triebenbacher, Tobias Frühbrodt

04.08.2026 Ausflug der zweiten Buchdruckergeneration steht bevor - Blickpunkt Waldschutz Nr. 8

2026 von Cornelia Triebenbacher, Tobias Frühbrodt Auch wenn sich die Schäden durch Borkenkäfer an der Fichte dieses Jahr bisher trotz trocken-heißer Witterung in Grenzen halten, bleibt weiterhin hohe Wachsamkeit geboten, denn das Borkenkäferjahr ist noch nicht vorbei. In den Bruthölzern befinden sich die Bruten jetzt überwiegend im ausgehenden Larvenstadium. Vereinzelt treten schon Puppen, zum Teil Jungkäfer ohne Reifungsfraß auf. Das betrifft insbesondere jene Regionen, in denen die ersten Überwinterer bereits Mitte April ausflogen und somit auch etwas früher die zweiten Generation Mitte Juni angelegt haben. Dazu gehören die Gebiete des südlichen Schwabens, des tertiären Hügellandes entlang der Donau, des südlichen Niederbayerns und westlichen Unterfrankens. Hier rechnen wir mit einem beginnenden Ausflug der zweiten Jungkäfergeneration in den nächsten beiden Wochen. Für die übrigen bayerischen Regionen ist der Ausflug der zweiten Jungkäfergeneration aufgrund der späteren Brutanlage (Ende Juni) je nach Witterungsverlauf im August in der zweiten Hälfte des Monats zu erwarten. Der Neubefall verlagert sich bei hohen Temperaturen ins kühlere Bestandesinnere. Dies muss bei der Befallssuche berücksichtigt werden. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Buchdrucker jetzt auf von der Hitze und Trockenheit gestresste Fichten treffen, was den Befall im Gegensatz zu den Vorwochen deutlich erleichtern kann. Aktuelle Meldungen zum Schadholzanfall Die derzeitigen Fangzahlen sind in weiten Teilen Bayerns verhältnismäßig gering. Auch die gemeldeten Schadholzmengen durch Borkenkäfer sind auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau (ca. 67 % geringer als im selben Zeitraum 2025). Zuletzt stiegen im Süden Bayerns die Schadholzmengen jedoch kontinuierlich an. Es gibt also trotz des positiven Trends noch keinen Anlass zur Entwarnung. Gründe für den Rückgang der Schadholzmengen, insbesondere in Nord- und Ostbayern sehen wir im Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Ein konsequentes Borkenkäfermanagement (auch über den Winter 2025 auf 2026 hinweg = wenig Ausgangsmaterial), die Zunahme der Antagonisten, die günstige Witterung im Frühjahr und die oftmals rasche Abfuhr von im Wald gelagertem Borkenkäferholz führten zu einer deutlichen Entspannung – trotz für den Buchdrucker weiterhin sehr günstige Witterungsbedingungen. Dranbleiben lohnt sich also! Und ist unbedingt notwendig, denn es schwärmen - wenn auch weniger als erwartet –immer noch reichlich Käfer und der Sommer ist im Zweifelsfall noch lang genug. Den Fangzahlen nach ist das Tertiäre Hügelland von Niederbayern bis Schwaben Schwerpunkt des bisherigen Schwarmgeschehens in diesem Jahr (Abb. 1). Abb. 1: Ergebnisse aus dem landesweiten Borkenkäfer-Monitoring mit Lockstofffallen. Die Häufigkeit der Überschreitung des Schwellenwertes für möglichen Stehendbefall wird durch die Farbintensität der Punkte dargestellt. Je dunkler die Farbe, desto häufiger wurde der Schwellenwert überschritten. Handlungsempfehlungen Die Befallsdynamik war in den vergangenen Wochen und gerade im Vergleich mit vorherigen Jahren deutlich gebremst. Auf der anderen Seite sind die Ausgangspopulationen lokal nach wie vor hoch (insbesondere in Südbayern). Insofern hängt das Befallsgeschehen von der kommenden Witterung ab: Bei langanhaltender trockener Witterung kann es jederzeit und schnell wieder zu Populationsanstiegen kommen. Umso wichtiger bleibt also weiterhin konsequentes Handeln, mit der Chance, die Population erneut abzusenken: Dringend: Abfuhr und Lagerung befallener Stämme Dringende Abfuhr bzw. Lagerung befallener Stämme außerhalb des Waldes mit mind. 500 m Abstand zum nächsten Nadelholzbestand (auch Kiefern und andere Nadelhölzer kann der Buchdrucker erfolgreich befallen), Nutzung von Nass- und Trockenlagern. Achtung: Die Rinde sitzt möglicherweise recht locker! Wenn die Rinde bereits Jungkäfer enthält, muss sie mit aus dem Wald. Dies ist auch bei Entrindungsverfahren zu beachten (vgl. LWF Merkblatt "Technische Borkenkäferbekämpfung"). LWF Merkblatt Nr. 50 "Technische Borkenkäferbekämpfung" Bohrmehlsuche bleibt dringend notwendig! Suchen Sie auch an frisch aufgearbeiteten Käfernestern und in der Nähe nicht abgefahrene Holzpolter herum. Spechtabschläge und Harztropfen geben ebenfalls einen Hinweis auf möglichen Befall (mehr dazu auch in der Praxishilfe "Befallserkennung"). Da die Fichtenborkenkäfer nach der Brutanlage weitere Bruten (Geschwisterbruten) anlegen, kann man im Sommer jederzeit Bohrmehl finden! LWF Praxishilfe "Buchdrucker und Kupferstecher - Befall erkennen" Aufarbeitung und Kontrolle Befallsherde aus dem Frühjahr Im Frühjahr befallene Fichten zeichnen jetzt zunehmend mit Kronenverfärbung und Nadelabfall. Hier sind die meisten Käfer bereits ausgeflogen. Ein Blick unter die Rinde hilft bei der Entscheidung, diese Fichten ggf. stehen zu lassen. Schauen Sie intensiv im näheren Umfeld nach im Juni befallenen Fichten. Da diese nicht an Nadelverlust, Nadelverfärbung oder anderen älteren Befallkennzeichen erkennbar sind, sind diese jetzt ggf. schwer zu erkennen: Im Zweifelsfall schauen Sie immer unter der Rinde nach und suchen Sie nach Brutstadien. Kupferstecher Der Kupferstecher ist auch dieses Jahr bisher deutlich weniger am Schwärmgeschehen beteiligt. Wir raten aber dringend zur Kontrolle junger Fichtenbestände auf Befall (Rotfärbung der Kronen von oben herab). Legen Sie ein besonderes Augenmerk auf Resthölzer und Kronenmaterial bei der Aufarbeitung. Kontrollieren Sie auch eingearbeitete Äste auf der Rückegasse auf Befall. Am besten fahren Sie so viel wie möglich an Resthölzern mit ab. Lagern Sie kein Fichtenbrennholz im Bestand. Bei Kupferstecherbefall in Resthölzern ist Hacken nur bedingt wirksam, da aufgrund der geringen Größe des Käfers die Überlebenswahrscheinlich-keit erhöht ist. Hackschnitzel daher auf möglichst große Haufen lagern (thermische Abtötung). Weitere Informationen Nähere Informationen über das aktuelle Schwärmgeschehen von Buchdrucker und Kupferstecher inklusive der Fangergebnisse im Fallenmonitoring finden sie auf der interaktiven Risikokarte für Bayern und unter www.borkenkaefer.org.