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title: "NWL und Partner zeigen Wege integrierter Mobilität in Essen, Münster und Köln; Rechtsinstrumente übertragbar"
sdDatePublished: "2026-08-04T11:24:00Z"
source: "https://www.nwl-info.de/newsroom/mobilitaet-von-anfang-an-mitdenken-fachveranstaltungen-zeigen-wege-fuer-zukunftsfaehige-siedlungsentwicklung-auf.html"
topics:
  - name: "infrastructure projects"
    identifier: "medtop:20001245"
  - name: "public transport"
    identifier: "medtop:20001362"
  - name: "housing and urban planning policy"
    identifier: "medtop:20000628"
  - name: "transport"
    identifier: "medtop:20000337"
locations:
  - "Arnsberg"
  - "North Rhine-Westphalia"
  - "Darmstadt"
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NWL und Partner zeigen Wege integrierter Mobilität in Essen, Münster und Köln; Rechtsinstrumente übertragbar

Mobilität von Anfang an mitdenken: Fachveranstaltungen zeigen Wege für zukunftsfähige Siedlungsentwicklung auf | NWL

Mobilität von Anfang an mitdenken: Fachveranstaltungen zeigen Wege für zukunftsfähige Siedlungsentwicklung auf

Wie wir künftig wohnen, beeinflusst maßgeblich, wie wir unterwegs sind. Rund drei Viertel aller Wege beginnen oder enden direkt vor der eigenen Haustür. Umso wichtiger ist es, Mobilität bereits bei der Stadt- und Dorfentwicklung mitzudenken. Bei drei Fachveranstaltungen in Essen, Münster und Köln tauschte sich der NWL gemeinsam mit den anderen Trägern des Zukunftsnetz Mobilität NRW, der ILS Research Dortmund und weiteren Akteuren des Projekts „NaMoLi III – Nachhaltige Mobilität in Lincoln III“ über aktuelle Forschungsergebnisse und deren Bedeutung für die Planung zukunftsfähiger Wohnquartiere aus.

Im Fokus standen Fragen, wie nachhaltige Mobilität von Anfang an und verbindlich in Planungsprozessen zur Entwicklung neuer Quartiere verankert werden kann und welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit umweltfreundliche Mobilitätsangebote langfristig erfolgreich sind.

„Die Entscheidungen über das Mobilitätsverhalten von morgen fallen häufig schon bei der Standortwahl und der Planung neuer Wohngebiete“, betont Dr. Tobias Bödger, zuständig für die strategische Stadt- und Mobilitätsplanung sowie für das Mobilitätsmanagement Münsterland, Ruhr-Lippe und Südwestfalen beim Zukunftsnetz Mobilität NRW. „Wenn wir neue Quartiere dort entwickeln, wo bereits Infrastruktur vorhanden ist, schaffen wir deutlich bessere Voraussetzungen für kurze Wege, einen attraktiven ÖPNV und vielfältige Mobilitätsangebote.“

Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Forschungsprojekt untersucht am Beispiel der Lincoln-Siedlung in Darmstadt unter anderem, wie innovative Mobilitätskonzepte verstetigt und auf andere Regionen übertragen werden können. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen: Gut integrierte Mobilitätskonzepte wirken und fördern die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel.

Die Veranstaltungsreihe machte zugleich deutlich, welche Lehren aus früheren Siedlungsentwicklungen gezogen werden können. Über Jahrzehnte entstanden vielerorts Wohngebiete mit geringer Dichte und einer starken Trennung von Wohnen, Arbeiten und Versorgung. Die Folge sind lange Wege und eine hohe Abhängigkeit vom eigenen Auto. Heute rücken deshalb wieder stärker funktionsgemischte Quartiere in den Fokus, in denen Wohnen, Nahversorgung, Bildung und Freizeitangebote möglichst nah beieinanderliegen. Ergänzt durch attraktive ÖPNV-Angebote, Sharing-Systeme oder Quartiersgaragen können so lebenswerte Wohnumfelder mit kurzen Wegen entstehen.

Bei der zweiten der drei Veranstaltungen in Münster wurde zudem ein Handlungsleitfaden vorgestellt – ergänzt um das Praxisbeispiel „ Wohnhöfe Am Müggenberg “ aus Arnsberg. Der unter anderem am Beispiel der Lincoln-Siedlung entwickelte Handlungsleitfaden beschreibt den gesamten Entwicklungsprozess integrierter Mobilitätskonzepte – von der frühzeitigen Abstimmung zwischen Stadt- und Verkehrsplanung bis zur Frage, wer das Mobilitätsmanagement im laufenden Betrieb trägt. Das Praxisbeispiel „Wohnhöfe Am Müggenberg“ in Arnsberg zeigt, dass sich dieser Ansatz auch außerhalb von Großstädten umsetzen lässt: ein direkt übertragbares Vorbild für Neubauvorhaben. Diesen finden Sie auch im Anschluss an diesen Artikel.

„Es geht nicht darum, bestimmte Wohnformen oder Mobilitätskonzepte gegeneinander auszuspielen“, so Bödger. „Entscheidend ist, die Wechselwirkungen zwischen Siedlungsstruktur und Mobilität frühzeitig zu berücksichtigen. Nur so schaffen wir die Voraussetzungen für mehr Lebensqualität, soziale Teilhabe und umweltschonende Mobilität.“ Für den NWL und die beim Verband angesiedelte Koordinierungsstelle Westfalen-Lippe des Zukunftsnetz Mobilität NRW ist die enge Verzahnung von Siedlungsentwicklung und Mobilitätsplanung deshalb ein zentrales Zukunftsthema – sowohl in den Städten als auch im ländlichen Raum. Damit werden die Weichen für lebenswerte Quartiere und eine nachhaltige Mobilität von morgen gestellt.

Wer einen Blick in die Praxis werfen möchte, findet im begleitenden Film zur Lincoln-Siedlung anschauliche Beispiele für die erfolgreiche Umsetzung nachhaltiger Mobilitätskonzepte: https:

Den Handlungsleitfaden zum Entwicklungsprozess integrierter Mobilitätskonzepte können Sie hier herunterladen:

Ein Rechtsgutachten aus dem Projekt zeigt, dass sich die in Lincoln eingesetzten rechtlichen Instrumente – etwa Festsetzungen im Bebauungsplan oder städtebauliche Verträge – grundsätzlich auf andere Vorhaben übertragen lassen. Die Musterstellplatzsatzung NRW eröffnet dabei Spielräume, Stellplätze durch Maßnahmen des Mobilitätsmanagements zu reduzieren. Wer beispielsweise diese Instrumente kennt, kann Mobilitätskonzepte von Beginn an rechtlich absichern. Das Rechtsgutachten finden Sie hier: