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title: "Bundesagentur für Arbeit berichtet Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk in Deutschland; Durchschnittliche Vakanzzeit 242 Tage"
sdDatePublished: "2026-08-04T14:56:00Z"
source: "https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/Generische-Publikationen/AM-kompakt-Arbeits-und-Ausbildungsmarkt-im-Handwerk.pdf;jsessionid=4338B65A5DFBDB10545BCA86DE5CBBAF?__blob=publicationFile\u0026v=2"
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Bundesagentur für Arbeit berichtet Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk in Deutschland; Durchschnittliche Vakanzzeit 242 Tage

Arbeitsmarkt kompakt: Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk

Berichte: Arbeitsmarkt kompakt | August 2026
Arbeits- und Ausbildungsmarkt im
Handwerk

Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk

2
Impressum
Produktlinie/Reihe:
Berichte: Arbeitsmarkt kompakt
Titel:
Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk
Veröffentlichung:
August 2026
Herausgeberin:
Bundesagentur für Arbeit
Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung
Autoren:
Dr. Ehsan Vallizadeh
Claudia Suttner
Nicole Fleischer
Rückfragen an:
Arbeitsmarktberichterstattung
Regensburger Straße 104
90478 Nürnberg
E-Mail:
arbeitsmarktberichterstattung@arbeitsagentur.de
Telefon:
0911 179-1080
Fax:
0911 179-1383
Internet:
http://statistik.arbeitsagentur.de/
Zitierhinweis:
Statistik der Bundesagentur für Arbeit,
Berichte: Arbeitsmarkt kompakt – Arbeitsmarkt kompakt – Arbeits- und
Ausbildungsmarkt im Handwerk, Nürnberg, August 2026
Nutzungsbedingungen: © Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Die Produkte unterliegen dem Urheberrecht (siehe Impressum). Daten und
Tabellen dürfen uneingeschränkt verwendet werden. Informationen dürfen
(auch auszugsweise) gespeichert und mit Quellenangabe weitergegeben,
vervielfältigt und verbreitet werden. Die Inhalte dürfen nicht verändert oder
verfälscht werden. Eigene Berechnungen sind erlaubt, jedoch als solche
kenntlich zu machen. Im Fall einer Veröffentlichung im Internet soll dies mit
einer Verlinkung auf die Homepage der Statistik der Bundesagentur für Arbeit
erfolgen.

Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk

3
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze ........................................................................................................................... 4
1
Definition und Abgrenzung der Handwerksberufe .............................................................................. 5
2
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ...................................................................................... 6
3
Arbeitslosigkeit und gemeldete Stellen ............................................................................................. 12
4
Fachkräfteengpässe ......................................................................................................................... 14
5
Ausbildungsmarkt ............................................................................................................................ 15

Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk

4
Das Wichtigste in Kürze
•
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Handwerksberufen ist seit Jahren rückläufig.
Während die Beschäftigung insgesamt zwischen Juni 2019 und Juni 2025 um 4 Prozent
gewachsen ist, ging sie in Handwerksberufen um 5 Prozent zurück. Im Juni 2025 waren
3,36 Millionen Personen in Handwerksberufen beschäftigt.
•
Die Altersstruktur der Beschäftigten hat sich deutlich nach oben verschoben. Rund 718.000
Beschäftigte in Handwerksberufen sind zwischen 55 und unter 65 Jahre alt und werden in den
kommenden Jahren voraussichtlich altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden.
•
Die Fachkräftesicherung stützt sich zunehmend auf Zuwanderung aus Drittstaaten. Während die
Zahl deutscher Beschäftigter in Handwerksberufen seit Jahren sinkt, wurden zuletzt nur bei
Drittstaatsangehörigen Beschäftigungszuwächse verzeichnet. Mehr als die Hälfte davon wurde
von Staatsangehörigen der Ukraine sowie der acht Asylherkunftsländer getragen.
•
Trotz rückläufiger Stellenmeldungen bleiben die Besetzungsprobleme im Handwerk hoch. Mit
242 Tagen lag die durchschnittliche Vakanzzeit gemeldeter Arbeitsstellen im Jahresdurchschnitt
2025 deutlich über dem Durchschnitt aller Berufe (167 Tage).
•
Knapp die Hälfte aller bundesweiten Engpassberufe auf Fachkraftebene entfällt auf
Handwerksberufe. Fachkräfteengpässe bestehen insbesondere in Bau- und Ausbauberufen, der
Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, der Energietechnik sowie in Berufen der Mechatronik und
Elektronik.
•
Auch vom Ausbildungsmarkt gehen derzeit keine Signale für eine nachhaltige Entspannung der
Fachkräfteengpässe aus. Der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen lag 2025 mit 17 Prozent
deutlich über dem Bereich Industrie und Handel (10 Prozent).

Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk

5
1 Definition und Abgrenzung der Handwerksberufe
• In den Arbeitsmarktstatistiken gibt es keine Zuordnung eines Berufs, einer Firma oder eines
Beschäftigten zum Handwerk. Um dennoch Aussagen zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt im
Handwerk treffen zu können, verwendet die Statistik der Bundesagentur für Arbeit ein spezifisches
Berufsaggregat „Handwerksberufe“1. Dieses umfasst Berufsgattungen der KldB20102, die typische
Berufe im Handwerk beinhalten.
• Bei der Zuordnung von Berufsgattungen zum Aggregat „Handwerksberufe“ gibt es allerdings
Unschärfen. So werden zum Beispiel viele Berufe sowohl im Handwerk als auch in der Industrie
ausgebildet oder ausgeübt, wie beispielsweise Elektroniker/in für Betriebstechnik oder auch Maurer/-
in. Diese „Mischberufe“ sind grundsätzlich im Aggregat enthalten, weil statistisch keine exakte
Zuordnung möglich ist. Weitere Ungenauigkeiten können dadurch entstehen, wenn in einer
Berufsgattung, die die kleinste Erhebungseinheit in der KldB 2010 darstellt, sowohl (reine)
Handwerks- als auch (reine) Industrieberufe zusammen enthalten sind.3 Das Berufsaggregat
„Handwerksberufe“ stellt somit nur eine (bestmögliche) Annäherung an in Handwerksberufen
Beschäftigte dar.
• Da für die Ausübung von Handwerksberufen in der Regel üblicherweise eine abgeschlossene
Berufsausbildung oder eine darauf aufbauende Weiterbildung erforderlich ist, umfasst das
Berufsaggregat ausschließlich Fachkraft- und Spezialistentätigkeiten. Helfer- und Expertentätigkeiten
sind nicht enthalten.

1 Spezifische Berufsaggregate auf Grundlage der KldB 2020, Handwerksberufe
2 Klassifikation der Berufe KldB 2010
3 Methodenbericht der Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Spezifische Berufsaggregate auf Grundlage der KldB2010

Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk

6
2 Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
• Das Handwerk steht zusätzlich zur schwachen Wirtschaftsentwicklung weiterhin unter erheblichem
Fachkräftedruck. Die Beschäftigung geht zurück, die Belegschaften altern und Ausbildungsengpässe
bestehen fort. Die Fachkräftesicherung wird zunehmend von ausländischen Beschäftigten getragen.
• Im Juni 2025 betrug die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt knapp
35 Millionen. In den vergangenen 10 Jahren ist sie – mit Ausnahme einer Delle im ersten Corona-
Jahr – durchweg gestiegen. Im Zuge der zunehmenden konjunkturellen Abkühlung ab Anfang 2022
flachten die Anstiege jedoch ab. Im Juni 2025 lag die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
insgesamt lediglich noch 0,1 Prozent über ihrem Vorjahreswert.
• Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in typischen Handwerksberufen ist seit 2019
rückläufig. Während die Beschäftigung insgesamt zwischen Juni 2019 (vor Corona, Energiekrise und
Ukrainekrieg) und Juni 2025 immer noch gewachsen ist (+4 Prozent), weisen Handwerksberufe
einen Rückgang von 5 Prozent aus. Im Juni 2025 waren 3,36 Millionen Personen in
Handwerksberufen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Abbildung 1
Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Handwerksberufen
Absolutwerte und Vorjahresveränderungen, jeweils Juni 3)
Deutschland
Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
3.511.000
3.518.000
3.537.000
3.550.000
3.544.000
3.500.000
3.477.000
3.467.000
3.428.000
3.389.000
3.358.000
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
-0,1%
+0,2%
+0,5%
+0,4%
-0,2%
-1,2%
-0,7%
-0,3%
-1,1%
-1,2%
-0,9%

Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk

7
Staatsangehörigkeit
• Im Juni 2025 gab es 576.000 Ausländerinnen und Ausländer, die in einem Handwerksberuf
sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Mit 17 Prozent ist der Ausländeranteil damit ebenso
hoch wie in der Beschäftigung insgesamt. Innerhalb der vergangenen 10 Jahre hat sich dieser
sowohl im Handwerk als auch über alle Branchen hinweg fast verdoppelt.
• Im Vergleich zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung insgesamt ist die Zahl der deutschen
Beschäftigten in Handwerksberufen seit Jahren durchgängig rückläufig. Die Zahl der
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einer Staatsangehörigkeit aus dem Europäischen
Wirtschaftraum (EWR) und der Schweiz betrug im Juni 2025 knapp 280.000. Deren
Beschäftigungszuwächse sind im Juni 2024 zum Erliegen gekommen und stagnierten im
vergangenen Jahr (-1.000 ggü. Juni 2024).
• Die Fachkräftesicherung stützt sich zunehmend auf Zuwanderung aus Drittstaaten. Im Juni 2025
hatten 296.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte eine Staatsangehörigkeit der Drittstaaten.
Zuletzt gab es nur bei Menschen mit einer dieser Staatsangehörigkeiten Beschäftigungszuwächse
(+24.000 ggü. Juni 2024).
Abbildung 2
Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Deutsche und Ausländer im Handwerk
Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
jeweils Juni, Veränderung zum Vorjahr (in 1.000)
Deutschland
+27
+25
+18
+19
+14
+2
+9
+10
+6
-1
-1
-31
-25
-17
-27
-40
-56
-40
-37
-63
-56
-54
+3
+7
+18
+21
+20
+10
+7
+18
+18
+17
+24
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
Deutsche
EWR und
Schweiz
Drittstaaten

Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk

8
• Mehr als die Hälfte des Beschäftigungsaufbaus bei Drittstaatsangehörigen in den Handwerksberufen
wurde von Staatsangehörigen aus der Ukraine (26.000; +9.000 ggü. Juni 2024) und den acht
Asylherkunftsländern4 (69.000; +4.000 ggü. Juni 2024) getragen.
Geschlecht
• Der Frauenanteil ist unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Handwerksberufen mit
15 Prozent weit unterdurchschnittlich. Über alle Berufe hinweg sind knapp die Hälfte der
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiblich.
• Die meisten der 497.000 Frauen waren in Berufen zu finden, die in der sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigung insgesamt einen überdurchschnittlichen Frauenanteil aufweisen: Zwei Fünftel der
Frauen in Handwerksberufen übten einen Beruf in nichtmedizinischen Gesundheitsberufen, der
Körperpflege oder Medizintechnik aus. Hierzu zählen neben dem Friseurberuf beispielsweise auch
Berufe in der Zahntechnik, der Augenoptik oder auch der Kosmetik. Darüber hinaus gingen
15 Prozent einem Beruf in der Gebäude- oder in der Textilreinigung nach.
• Bei sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männern mit einem Handwerksberuf dominierten mit
einem Anteil von 22 Prozent Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe wie beispielsweise Berufe in
der Bauelektrik, der elektrischen Betriebstechnik oder auch der Informations- und
Kommunikationstechnik. Mit einem Anteil von 15 Prozent folgten Maschinen- und
Fahrzeugtechnikberufe, etwa in der Kraftfahrzeugtechnik. Stark vertreten waren zudem Hoch- und
Tiefbauberufe, Innen- und Innenausbauberufe sowie Gebäude- und versorgungstechnische Berufe,
wie unter anderem der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.
Alter
• Die Altersstruktur zeigt auch im Handwerk eine deutliche Alterung der Beschäftigten: Stark besetzt
sind insbesondere die höheren Erwerbsalter. Allein rund 718.000 sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte in Handwerksberufen sind derzeit zwischen 55 und unter 65 Jahre alt, das sind – wie
auch über alle Berufe hinweg – mehr als ein Fünftel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
Diese stehen in den kommenden 10 Jahren voraussichtlich altersbedingt vor dem Übergang in den
Ruhestand.
• Zugleich sind jüngere Altersgruppen im Handwerk sichtbarer vertreten als in der
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung insgesamt. Im Juni 2025 waren mit 571.000 etwa

4 Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien.

Arbeits