Bayerisches Landesamt für Statistik meldet 2024 BIP-Wachstum in Bayern; Schwaben +2,8% nominales Wachstum

Pressemitteilung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) - Bayerisches Landesamt für Statistik

P Fürth, den 4. August 2026

Regionales Wirtschaftswachstum 2024: Zuwachs in sechs von sieben Regierungsbezirken, Schwaben wächst nominal am stärksten

Oberbayern hat höchstes Bruttoinlandsprodukt je Einwohner unter den Regierungsbezirken

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, wächst das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Bayern im Jahr 2024 nominal um 1,8 Prozent. Nach den regional differenzierten Ergebnissen weisen im Jahr 2024 sechs von sieben bayerischen Regierungsbezirken ein nominales Wachstum auf. In Schwaben ist das BIP mit einem nominalen Plus von 2,8 Prozent am stärksten gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt das BIP in Oberbayern mit 74.868 Euro pro Kopf am höchsten unter den Regierungsbezirken. Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung und der Wirtschaftskraft zeigen sich auch zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern, wobei Ingolstadt das höchste BIP je Einwohner (147.651 Euro) aufweist.

Fürth. Das Bayerische Landesamt für Statistik hat Ergebnisse zur wirtschaftlichen Entwicklung und Wirtschaftskraft der bayerischen Regierungsbezirke und Kreise für das Jahr 2024 veröffentlicht. Während in Bayern insgesamt das nominale Wirtschaftswachstum im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr mit 1,8 Prozent beziffert wird, zeigen sich auf tieferer regionaler Ebene Unterschiede in der Entwicklung der Wirtschaft. Unter den bayerischen Regierungsbezirken ist das BIP nominal in Schwaben am stärksten gewachsen (plus 2,8 Prozent), gefolgt von der Oberpfalz und Mittelfranken (plus 2,6 bzw. 2,2 Prozent). Ein positives Wachstum beim BIP weisen ebenfalls Oberbayern mit 2,0 Prozent, Niederbayern mit 0,9 Prozent und Oberfranken mit 0,7 Prozent auf. Einzig Unterfranken verzeichnet einen Rückgang um 0,7 Prozent. Bei diesen Angaben ist zu beachten, dass der Effekt der Teuerung nicht herausgerechnet ist. Grund dafür ist, dass belastbare Zahlen zur Preisentwicklung auf Ebene der Regierungsbezirke und Kreise nicht vorliegen.

BIP pro Kopf in Bayern 2024 beträgt 60.258 Euro Regionale Unterschiede zeigen sich nicht nur beim Wirtschaftswachstum, sondern auch bei der Wirtschaftskraft, die sich anhand des nominalen BIP je Einwohner messen und zwischen verschiedenen Regionen vergleichen lässt. Auch hier muss allerdings berücksichtigt werden, dass das regional unterschiedliche Preisniveau wegen fehlender regionaler Preisdaten nicht herausgerechnet ist. Oberbayern erreicht 2024 mit einem BIP von 74.868 Euro pro Kopf den höchsten Wert aller bayerischen Regierungsbezirke, gefolgt von Mittelfranken und der Oberpfalz mit 58.453 Euro bzw. 56.016 Euro. Es folgen Niederbayern mit 50.197 Euro, Unterfranken mit 49.691 Euro, Schwaben mit 48.860 Euro und Oberfranken mit 48.105 Euro. Für Bayern insgesamt beträgt das BIP pro Kopf 60.258 Euro. Somit erreicht Oberbayern als einziger Regierungsbezirk ein Pro-Kopf-BIP, das über dem gesamtbayerischen Durchschnitt liegt.

Kreisergebnisse: Ingolstadt weiterhin mit dem höchsten Pro-Kopf-BIP Auch die beiden wirtschaftlich stärksten Kreise liegen 2024 in Oberbayern: Die kreisfreie Stadt Ingolstadt weist, wie in den vorherigen Jahren, mit einem BIP von 147.651 Euro je Einwohner den höchsten Wert auf. Dahinter folgt der Landkreis München mit 141.620 Euro. Die kreisfreien Städte Coburg, Erlangen, Regensburg, Schweinfurt und München erwirtschaften 2024 ebenfalls ein sechsstelliges BIP je Einwohner.

Setzt man das BIP je Einwohner für Bayern insgesamt gleich 100 Prozent, lassen sich die regionalen Unterschiede noch intuitiver interpretieren. Die Graphik veranschaulicht diese Unterschiede für alle bayerischen Kreise und Regierungsbezirke. So beträgt das Pro-Kopf-BIP der kreisfreien Stadt Ingolstadt fast das 2,5‑fache (245 Prozent) des bayerischen Pro-Kopf-Durchschnitts.

In diesem Jahr wurden die Ergebnisse zur Wirtschaftskraft der Landkreise und kreisfreien Städte sowie der Regierungsbezirke teilweise zurück bis 1991 neu berechnet. Die Neuberechnung wurde vom Arbeitskreis „VGR der Länder“ vorgenommen, um verbesserte Datengrundlagen und methodische Änderungen einzuarbeiten. Es ist zu beachten, dass früher veröffentlichte Zahlen mit den neuen Ergebnissen nicht mehr vergleichbar sind.

Hinweise: Mehr Ergebnisse finden Sie in GENESIS .

Das Bruttoinlandsprodukt kann auf der Ebene der Regierungsbezirke und Kreise nur zu jeweiligen Preisen ausgewiesen werden, so dass die Inflation bei den dargestellten Wachstumsraten nicht herausgerechnet ist. Grund dafür ist, dass keine Preisindizes auf Regierungsbezirks- und Kreisebene vorliegen. Die präsentierten Zahlen sind daher nicht mit den Werten für das reale Wirtschaftswachstum auf Bundes- und Länderebene vergleichbar. Der Verbraucherpreisindex ist dafür kein Ersatz, weil er die Preisentwicklung der Konsumgüter und nicht die der regionalen Wirtschaftsleistung abbildet.

Die hier vorgelegten Ergebnisse wurden nach den methodischen Vorgaben des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ (AK VGRdL), dem alle Statistischen Landesämter, das Statistische Bundesamt sowie der Deutsche Städtetag angehören, berechnet. Weitere Informationen und Ergebnisse zu den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen der Länder können auf der Homepage des AK VGRdL abgerufen werden. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner wird auf Basis der durchschnittlichen Bevölkerung des jeweiligen Jahres nach dem Wohnortkonzept berechnet (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2022).

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