Dow Jones Industrial erreicht Rekordhoch in New York; Palantir +30% Umsatz verdoppelt dank KI-Daten

Kommentar Aktien International

Marktkommentar 5. August 2026

Aktien International

Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum

Übersicht

Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 54'086

  • 1.7 S&P 500 7'737
  • 1.8 NYSE: 1.50 Nasdaq Composite 26'585
  • 2.6 Nasdaq: 9.98 Nikkei 225 66'192
  • 3.5 Hang Seng 25'872
  • 0.1 Shanghai Composite 3'875
  • 1.4

Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 26'202 25'950 – 26'550 USD/CHF 0.8080 EUR/CHF 0.9325 EuroStoxx 50 6'487 6'360 – 6'660 Gold 4'140 USD/Unze Stoxx 50 5'506 5'380 – 5'680 NY WTI-Rohöl-Future 75.25 USD

New York An der Wall Street wurden gestern mit der Hilfe von gesunkenen Ölpreisen und der Unternehmenszahlen neue Rekordmarken erreicht. Für gute Stimmung sorg- te zudem die Hoffnung, dass es im Iran-Krieg eine dip- lomatische Lösung geben könnte. Ausserdem bekam der Nasdaq-100 auf ihrer Erholungsrally einen weiteren kräftigen Schub, weil Quartalsberichte die Sorgen der Anleger um das KI-Thema eindämmten. Diese hatten im Technologiesektor den schwachen Juli geprägt. Der Dow Industrial schraubte seine Bestmarke im Verlauf bis auf fast 54'273 Punkte nach oben. Am Ende betrug sein

www.bekb.ch | Marktkommentar | 5. August 2026 2 Plus 1,71 %. Der ebenfalls rekordhohe S&P 500 legte um 1,79 % zu. Der Nasdaq 100 blieb zu einer Bestmar- ke zwar noch auf Abstand, verbuchte aber einen beson- ders deutlichen Kurssprung von 3,32 %. Er steigerte sein Plus innert 4 Tage um fast 10 %. Unter den Einzel- werten an der Börse fallen die Aktien von Spotify um 1,8 %. Der Musik-Streaming-Anbieter hat im zweiten Quartal erstmals die Zahl von 300 Millionen Premium- Abonnenten verzeichnet, Gewinn und Umsatz ent- täuschten jedoch. Caterpillar sorgte für gute KI- Nachrichten, weil der Baumaschinenhersteller auch ein starkes Standbein im Bereich der Energietechnik für Rechenzentren hat und zuletzt von deren enormen Strombedarf profitierte. Für Erleichterung sorgte, dass das Unternehmen mit seiner Gewinnentwicklung die Erwartungen deutlich übertroffen hatte. Für die Anteile ging es an der Dow-Spitze um 5,6 % hoch. Der noch grössere Treiber für den Tech-Sektor war aber Palantir. Die Titel profitierten vom kräftigen Wachstum der KI- Datenfirma mit einem Kurssprung von fast 30 %. Das KI-Unternehmen verdoppelte den Quartalsumsatz im Jahresvergleich fast. Analyst Karl Keirstead von UBS geht davon aus, dass die Zahlen die Stimmungslage wieder verbessern. Der Verlauf machte gestern den Eindruck, dass einige Investoren sich dazu gezwungen sahen, ihr Engagement im Technologiesektor wieder zu erhöhen. Sogar von einem derzeit stattfindenden “Short-Squeeze” war die Rede, bei dem sich Spekulan- ten eindecken müssen, die im Juli noch auf fallende Kur- se gesetzt hatten. KI-Werte zogen in der Breite mächtig an. Die Kurse von Speicher- und Chipwerten wie Intel, Sandisk, Marvell Technology und ARM Holdings legten prozentual zweistellig zu. Unter den Dow- Verlierern zeigten die Amazon -Aktien wegen Gewinn- mitnahmen nach ihrem jüngsten Rekordlauf Schwäche. Im Pharmasektor gewannen Merck & Co 0,18 %. Das Unternehmen hat aufgrund von Akquisitionskosten sei- ne Jahresziele gesenkt, im zweiten Quartal aber dank des starken Onkologiegeschäfts überraschend gut ab- geschnitten. Krebs- und Herzmedikamente haben auch Pfizer (+1,5 %) zu einem unerwartet guten Ergebnis verholfen. Das rückläufige Covid-Geschäft konnte so kompensiert werden. Der Pharmakonzern hob das unte- re Ende seiner Umsatzprognose für 2026 an. Kursver- luste gab es im Wall-Street-Leitindex noch beim Ölkon- zern Chevron vor dem Hintergrund der gesunkenen Ölpreise. Ausserdem litten die Nike -Anteile mit einem Abschlag von 2,6 % unter einer Abstufung durch das Analysehaus JPMorgan. Titel von McDonald’s beweg- ten sich im Dow mit 1,2 % Plus im Mittelfeld. Die Fast- Food-Kette hat einen neuen Chef für den US-Markt er- nannt, der den Heimatmarkt mit “Fokus und Dringlich- keit” behandeln soll, nachdem die Fast-Food-Kette das langsamste Wachstum seit mehr als einem Jahr ver- zeichnet hatte.

Asien Die asiatischen Aktienindices verbuchten heute teils regelrechte Höhenflüge, was auch ein wenig den US- Börsen geschuldet war, wo Dow- und S&P-500 jeweils auf Rekordhochs schlossen. Die Hoffnung auf eine Wie- dereröffnung der wichtigen Handelsstrasse zeigt sich vor allem am Ölmarkt. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent reduzierte sich um 1,3 %. Besonders deutlich fiel das Plus an der Börse in Seoul aus, wo es für den Kospi um 4,6 % nach oben ging. Es waren wieder einmal die Kursgewinne der beiden Index-Schwergewichte Sams- ung Electronics (+ 2,8 %) und SK Hynix (+4,7 %), die den Index antrieben. Bei AMD lagen sowohl Gewinn als auch Umsatz im zweiten Quartal über den Konsens- schätzungen. Der Konzern hat angesichts der steigen- den Nachfrage nach agentenbasierter KI bereits das fünfte Quartal in Folge einen Rekordumsatz mit Server- CPUs erzielt. Der Shanghai-Composite legte um 1,6 % zu und für den Hang-Seng-Index ging es um 0,2 % nach oben. Keine Belastung waren hier neue Konjunk- turdaten. Die Aktivität im chinesischen Dienstleis- tungssektor hat sich laut einem privaten Indikator im Juli abgeschwächt. Der von S&P Global erstellte Rating- Dog-Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel auf 50,4 von 54,1 im Juni. Der Wert markierte die langsamste Wachs- tumsrate seit September 2024. Er entsprach allerdings den offiziellen Indikatoren, die auf eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Dynamik im Dienstleistungssektor sowie im verarbeitenden Gewerbe hindeuten. Kräftig aufwärts ging es auch in Tokio, wo der Nikkei-225 um 3,5 % zulegt. Auch hier sind es die Chip-Werte, die den Markt antrieben. So legten Kioxia Holdings um weitere 5,1 % zu, Lasertec stiegen um 5,9 % und die Aktien von Advantest verbessetern sich um 8,6 %.

Europa Nicht nur die US-Märkte konnten in neue Territorien vordringen. Die Aktienbarometer in Frankreich (CAC 40), Deutschland (DAX) oder gar in Europa (EuroStoxx 50) konnte bis zum Handelsschluss allesamt neue Re- kordwerte verbuchen. Nun wird der Handelsstart auch heute mit steigenden Kursen erwartet, wenn auch etwas bescheidener. Es liegen zum Beginn Avancen von bis zu 0,5 % drin. Unterdessen richten Investoren ihren Blick

www.bekb.ch | Marktkommentar | 5. August 2026 3 vor allem auf die Unternehmenssaison. Im Fokus ste- hen heute eine Vielzahl an Gesellschaften (Infineon. Heineken, DHL, Siemens Energy, Novo Nordisk oder Fresenius). Derweil ist der Geschäftsklimaindex in der Automobilindustrie ist im Juli deutlich gestiegen. Der Saldo lag bei minus 15,6 Punkten nach minus 21,6 im Juni. Die Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage zwar weiterhin so schlecht wie im Vormonat und planen, weitere Stellen abzubauen.

Marktnachrichten

Amgen: Geht von leicht besserer Prognose nach positiven Quartalszahlen aus Der US-Biotechkonzern rechnet beim Umsatz jetzt mit einem Anstieg auf 38,2 bis 39,4 Milliarden Dollar, wie er gestern nach dem Handelsschluss mitteilte. Zuvor hatte der Konzern eine Spanne von 37,1 bis 38,5 Milliar- den im Visier. Am oberen Ende der Bandbreite würde der Umsatz im Jahresvergleich um 7 % steigen. Auch beim um Sondereffekte bereinigten Gewinn je Aktie wurde das Unternehmen etwas optimistischer. Experten hat- ten mit einer Anhebung der Prognose gerechnet. Das Papier konnte keine Fortschritte verbuchen. Im zweiten Quartal hingegen übertraf der Konzern die Erwartun- gen und profitierte dabei vom starken Wachstum gleich mehrerer Kassenschlager wie etwa dem Cholesterinsen- ker Repatha und dem Osteoporose-Medikament Evenity. Rückgänge bei wichtigen älteren Medikamenten wie etwa dem unter Konkurrenzdruck stehenden Mittel Prolia (Osteoporose) wurden damit mehr als ausgegli- chen.

AMD: Liefert auf allen Stufen ab Advanced Micro Devices hat gestern nachbörslich Quar- talszahlen vorgelegt, die bei Gewinn und Umsatz die Erwartungen der Analysten übertrafen. Auch die Um- satzprognose für das laufende Quartal lag über den Schätzungen. Das in Santa Clara, Kalifornien, ansässige Unternehmen erzielte im zweiten Quartal 2026 auf be- reinigter Basis einen Gewinn von 1,66 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 11,54 Milliarden US- Dollar. Analysten hatten mit einem Gewinn von 1,60 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 11,25 Milliar- den US-Dollar gerechnet. Für das dritte Quartal rechnet AMD mit einem Umsatz von rund 13 Milliarden US- Dollar, mit einer Spanne von plus/minus 300 Millio- nen US-Dollar. Analysten hatten hier mit 12,51 Milliar- den US-Dollar gerechnet. Trotzdem fielen die Aktien des Chipherstellers nachbörslich um 7,5 %.

Novo Nordisk: Steigert seinen Ausblick Der dänische Pharmahersteller hat wegen des guten Marktstarts der Wegovy-Abnehmpille erneut seine Prognose erhöht. Novo Nordisk blickt nun noch etwas weniger pessimistisch auf das laufende Jahr als zuletzt. So rechnet der Konzern bei dem um Währungseffekte bereinigten Umsatz jetzt maximal mit einem Rück- gang um 6 % und im besten Fall mit einer Stagnation, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Zu- vor hatte Novo Nordisk mit einem Umsatzrückgang von bis zu 12 % in Aussicht gerechnet. Anfang des Jahres waren es sogar noch bis zu 13 % gewesen. Auch beim operativen Gewinn geht Konzernchef Maziar Mike Doustdar jetzt nur noch von einem Rückgang von ma- ximal 6 % aus. Im zweiten Quartal legte der um Son- dereffekte bereinigte Erlös um 6 % auf 78,5 Milliarden dänische Kronen (rund 9.8 Mrd. CHF) zu. Ohne die Um- rechnungsfolgen durch die starke heimische Krone wäre der Umsatz sogar um 7 % gestiegen. Der bereinigte operative Gewinn zog um 8 % auf 33,4 Milliarden Kronen an. Beide Werte fielen höher als von Experten erwartet aus. An der Börse spielte diese aber keine Rolle. Hier wurde die erhöhte Prognose als Enttäu- schung aufgenommen. Investoren hatten sich mehr erhofft. Die in New York gehandelten Anteile des däni- schen Unternehmens, sogenannte Hinterlegungsscheine (ADR), gaben nach der Bekanntgabe der Eckdaten und der neuen Prognose um bis 6 % nach.

Booking: Unsicherheit trotz Gewinnplus in der Luft Gestern Dienstag übertraf Booking Holdings vor dem Hintergrund einer steigenden Nachfrage nach internati- onalen Reisen die Gewinnprognosen der Wall Street für das zweite Quartal. Das Unternehmen warnte jedoch davor, dass der Konflikt im Nahen Osten den Reisever- kehr in die Region unter Druck setze. Die Aktien des Unternehmens, das als erstes grosses US- amerikanisches Online-Reiseunternehmen seine Ergeb- nisse veröffentlichte, legten im nachbörslichen Handel um 6 % zu. Gestern erklärte Booking, man sei sich des Konflikts bewusst und werde dessen direkte und indirek- te Auswirkungen auf die Reisenachfrage beobachten. Der Konflikt im Nahen Osten hat die Aussichten für die Reisebranche für den Rest des Jahres getrübt, und ein langwieriger Krieg könnte die Kosten für die Verbraucher weiter in die Höhe treiben und sich auf die weltweiten Reiseausgaben auswirken. Booking mit Sitz in Norwalk, Connecticut, erzielte einen bereinigten Gewinn von

www.bekb.ch | Marktkommentar | 5. August 2026 4 2,54 US-Dollar pro Aktie, während Analysten mit 2,45 US-Dollar gerechnet hatten.

SpaceX: Startet mit Verlust im 1. publikumswirksa- men Quartal Das US-Weltraumunternehmen SpaceX hat das Quartal mit ihrem Rekord-Börsengang mit einem weiteren Ver- lust abgeschlossen. Unterm Strich liefen rote Zahlen von 541 Millionen Dollar auf, nach einem Minus von rund einer Milliarde Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg unterdessen im Jahresvergleich um fast 92 % auf 7,8 Milliarden Dollar. SpaceX übertraf damit deut- lich die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt eher mit 6,9 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Der zentrale Geldbringer von SpaceX ist nach wie vor der Satelli- ten-Internetdienst St