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title: "Eva Welskop-Deffaa – bewertet Wiedereinführung des Zivildienstes – Berlin; Nur geringe Beteiligung, Zivildienst kaum Wirkung"
sdDatePublished: "2026-08-05T08:10:00Z"
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Eva Welskop-Deffaa – bewertet Wiedereinführung des Zivildienstes – Berlin; Nur geringe Beteiligung, Zivildienst kaum Wirkung

"Neuer Zivildienst nur Randnotiz"

Pressemitteilung "Neuer Zivildienst nur Randnotiz" Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: Neuer Zivildienst hätte keine Ähnlichkeit mit Zivildienst vor 2011 Erschienen am: 04.08.2026 Herausgeber: Caritasverband für die Diözese Hildesheim Moritzberger Weg 1 31139 Hildesheim 05121 938-0 05121 938-0 https:

Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: Neuer Zivildienst hätte keine Ähnlichkeit mit Zivildienst vor 2011

Berlin, 4. August 2026. Zur Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht und des Ersatzdienstes, des Zivildienstes äußert sich die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes Eva Welskop-Deffaa differenziert. Hintergrund: Die Koalition hat sich für den Fall, dass der freiwillige Wehrdienst angesichts einer sich verschärfenden verteidigungspolitischen Lage nicht ausreicht, im Wehrpflichtgesetz, in Paragraph 2a auf die Einführung einer Bedarfswehrpflicht verständigt. Bei einer Bedarfswehrpflicht werden nur so viele junge Männer eingezogen, wie die Bundeswehr benötigt. Die Auswahl soll auf der Grundlage sachlicher Kriterien erfolgen, das Losverfahren soll, wenn die Zahl der geeigneten Wehrpflichtigen den Bedarf übersteigt, nur eingesetzt werden, wenn andere Maßnahmen ausgeschöpft sind.

Keine Lösung für Personalprobleme sozialer Einrichtungen

Eva Welskop-Deffaa sagt dazu: "Es ist davon auszugehen, dass die Angaben, die mit der neuen Bereitschaftserklärung erhoben werden, gerade auch die Aussagen zur Motivation, vorrangig berücksichtigt werden. Daher können wir davon ausgehen, dass unter den Bedingungen einer Bedarfswehrpflicht nur sehr wenige junge Männer den Wehrdienst verweigern. Ein Zivildienst wäre unter diesen Bedingungen eine Randnotiz. Er hätte zahlenmäßig keine Ähnlichkeit mit dem Zivildienst, den wir als Ersatzdienst für die allgemeine Wehrpflicht kannten. Ein neuer Zivildienst bliebe auf eine kleine Gruppe beschränkt. Wer den Eindruck erweckt, auf diesem Weg ließen sich die Personalprobleme sozialer Einrichtungen lösen, weckt völlig falsche Erwartungen."

Sie meint weiter: "Wir stehen Diensten junger Menschen in sozialen Einrichtungen grundsätzlich sehr positiv gegenüber - sowohl einem Freiwilligendienst als auch einem Ersatzdienst. Wir wünschen uns, dass viele junge Menschen die prägende Erfahrung machen, gebraucht zu werden und mit ihrem Engagement einen Unterschied zu machen. Dafür müssen vor allem die Freiwilligendienste, insbesondere die Jugendfreiwilligendienste attraktiver werden. Der entsprechende Auftrag des Bundestages aus dem Entschließungsantrag zum Wehrdienstmodernisierungsgesetz aus Dezember 2025 muss jetzt umgesetzt werden: Die Freiwilligendienste müssen unter Mitsprache der Verbände, Träger und Freiwilligen gestärkt und ihre Attraktivität gesteigert werden.

Jedes Jahr leisten rund 12.000 junge Menschen ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst in katholischen Einrichtungen, das Potential ist damit lang nicht ausgeschöpft. Ein auskömmliches Taschengeld auf Niveau des BAFöG-Höchstsatzes für Freiwillige und ein kostenfreies Deutschlandticket wären starke Anreize für einen Freiwilligendienst für alle.

Schon in die Debatte um den neuen Wehrdienst haben wir unsere Erfahrungen mit Zivildienst, Bundesfreiwilligendienst und Freiwilligem Sozialen Jahr eingebracht. Dabei haben wir deutlich gemacht, dass verlässliche Rahmenbedingungen und eine angemessene Förderung notwendig sind. Es darf keine Dreiklassengesellschaft entstehen, in der Wehr- und Zivildienst mit einem hohen Sold vergütet werden, während Freiwillige im BFD oder FSJ deutlich weniger erhalten. Das wäre nicht nur ungerecht, sondern würde auch neue Unterschiede zwischen jungen Männern und Frauen schaffen, weil die Wehrpflicht und damit auch der Zivildienst nur für Männer gelten. Die Caritas verfügt über jahrzehntelange Erfahrung mit Freiwilligendiensten und könnte, falls erforderlich, einen lernorientierten und sinnvollen Zivildienst erneut mitgestalten. Eine gesetzliche Vorbereitung ins Blaue hinein halten wir jedoch nicht für zielführend."

Caritasverband für die Diözese Hildesheim Moritzberger Weg 1 31139 Hildesheim