Beschäftigte mit Bildschirmarbeit im Homeoffice; 15% melden neue Schmerzen, 19% Zunahme

Muskel-Skelett-Beschwerden: Homeoffice birgt höhere Risiken | Arbeitsschutz | Haufe

Wed Aug 05 05:00:00 UTC 2026

Kommunikation – Schlüssel für eine positive Sicherheitskultur

Gefährdungsbeurteilung körperlicher Belastungen mit der Leitmerkmalmethode

Anlagenverordnung für wassergefährdende Stoffe (AwSV)

Fremdfirmenmanagement: Was zu beachten ist

Coronavirus: Betriebliche Pandemieplanung im Unternehmen

Neue Arbeitswelten: Was uns im Büro hält

Neue Arbeitswelten - Konzepte, Modelle, Räume

Ansprechende Locations für Meetings, Seminare und Kongresse

Muskel-Skelett-Beschwerden: Homeoffice birgt höhere Risiken

Eine neue Studie zeigt: Bildschirmarbeit birgt gesundheitliche Risiken, besonders im Homeoffice. Trotz verbesserter Ergonomie klagen Beschäftigte über zunehmende Beschwerden.

Zwischen September 2023 und April 2024 befragten die Berufsgenossenschaften BGHM und VBG gemeinsam mit der DGUV und weiteren Unfallversicherungsträgern über 1.000 Beschäftigte mit Bildschirmarbeitsplatz. Ziel war es, die Auswirkungen von Bildschirmarbeit im Büro und im Homeoffice auf die körperliche Gesundheit zu erfassen. Die Durchführung und wissenschaftliche Analyse übernahmen das Institut für Arbeit und Gesundheit der DGUV (IFA) sowie das Fraunhofer IPA.

Ein Ergebnis der Studie: Höheres Risiko im Homeoffice

Mobiles Arbeiten führte, so das wichtigste Ergebnis, tendenziell zu stärkeren Muskel-Skelett-Beschwerden als die Arbeit im Büro. Aufgrund der starken Zunahme der mobilen Bildschirmarbeit seit Ausbruch der Pandemie nahmen auch die Beschwerden bei den Beschäftigten zu. Beschäftigte im Homeoffice hatten ein höheres Risiko für neue Schmerzen im unteren Rücken und für eine Zunahme von Nackenschmerzen. Langes Arbeiten am Bildschirm führte weiterhin oftmals zu sogenannter digitaler Augenbelastung (Computer Vision Syndrome). Dazu zählen Symptome wie Augenbrennen, trockene oder müde Augen, Sehprobleme und Kopfschmerzen.

Seit der Pandemie wurde die Ergonomie der Arbeitsplatzausstattung sukzessive durch die Arbeitgeber verbessert. 72 Prozent der Befragten gaben an, einen gut oder optimal ausgestatteten Arbeitsplatz für ihre mobile Tätigkeit zu haben. 69 Prozent der Homeoffice-Beschäftigten berichteten von einer optimalen Sitzgelegenheit, vor allem einem höhenverstellbaren Bürostuhl. Zudem verwendeten 76 Prozent einen externen Bildschirm und 78 Prozent eine externe Tastatur und

Beschwerden vor und nach Pandemie

Doch was hat die bessere Ausstattung für das körperliche Wohlbefinden bei der mobilen Bildschirmarbeit gebracht? Die Studienmacher konnten hierbei lediglich eine partielle Besserung seit Ende der SARS-CoV-2-Pandemie konstatieren. Die subjektiv empfundenen Muskel-Skelett-Beschwerden wurden als Schmerzen mit dem „Brief Pain Inventory“ erfasst. Dieses standardisierte Instrument ermöglicht die differenzierte Messung der Schmerzintensität auf einer numerischen Ratingskala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz). Die Beschwerden der Teilnehmenden wurden retrospektiv für den Zeitraum vor der SARS-CoV-2-Pandemie Anfang 2020 sowie für die jeweils letzte Woche vor der Befragung erfasst.

Insgesamt berichteten 15 Prozent der Beschäftigten über neue Schmerzen und 19 Prozent über eine Schmerzzunahme in mindestens einer Körperregion seit Beginn der Pandemie. Am häufigsten zeigten sich neue Schmerzen im Bereich des Nackens, der Schultern und des unteren Rückens. Mit der besseren ergonomischen Ausstattung der mobilen Arbeitsplätze verbesserte sich die gefühlten Muskel-Skelett-Beschwerden bei den befragten Beschäftigten nur im unteren Rückenbereich, wenn auch recht deutlich um 20 Prozent. In den übrigen Körperregionen berichteten die Befragten dagegen überraschenderweise häufiger von Schmerzzunahmen als -abnahmen seit Beginn der Pandemie. Ein Zustand, der sich trotz der ergonomischen Anpassung der Arbeitsplätze und -umgebungen auch in der Folgezeit nicht änderte. So lag der Wert für Schmerzen im Unterarm

Ellenbogen bei Erhebung der Daten bei 8,4 Prozent, vor der Pandemie betrug dieser lediglich 6,9 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren:

Muskuloskelettale Erkrankungen: Hauptursache für Fehlzeiten

Was tun, wenn die körperlichen Beschwerden am Arbeitsplatz zunehmen

Bildschirmbrille: Fragen und Antworten 1.504

Wiedereingliederung - was ist zu beachten? 607 1

ISO 3941:2026: Neue Brandklasse L für Lithium-Brände 593

Ist der Arbeitgeber zur Getränkeversorgung am Arbeitsplatz verpflichtet – wenn ja, wann? 582

Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht oder freiwillig? 531

Arbeitsstättenverordnung: Wann ist ein Pausenraum Pflicht? 218

Drei-Schicht-System: Grundlagen, Funktionsweise und Arbeitsschutz 173

Was tun, wenn der Frosch nicht verschwinden will 160

Wenn ein Mitarbeiter nachts nicht mehr arbeiten darf 136

Wutausbrüchen am Arbeitsplatz souverän begegnen 131

Muskel-Skelett-Beschwerden: Homeoffice birgt höhere Risiken 05.08.2026

Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte: Bremen geht neue Wege 03.08.2026

Suchtmittelmissbrauch am Arbeitsplatz: Prävention und Regeln 30.07.2026

Überarbeitete DGUV-Regel für die Luftfahrzeug-Instandhaltung 29.07.2026

EU setzt auf Prävention: Neue Programme gegen psychische Belastungen 23.07.2026

Was tun, wenn die körperlichen Beschwerden am Arbeitsplatz zunehmen 21.07.2026

Ikea führt „Stille Stunde“ deutschlandweit ein 14.07.2026

Gefahrstoffverordnung 2025: Strengere Regeln für den Umgang mit Asbest 09.07.2026

Wie Unternehmen sich besser auf den Klimawandel vorbereiten können 06.07.2026

Wählen Sie einen anonymen Namen

Wählen Sie einen anonymen Namen, der für Ihre Beiträge in der Kommentarfunktion angezeigt wird. Sie können diesen Namen jederzeit in Ihren Kontoeinstellungen ändern.

Hinweis: Es sind nur Buchstaben und Zahlen erlaubt.

Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, ihre Mitarbeitenden regelmäßig zum Arbeitsschutz zu unterweisen. Das Buch vermittelt das nötige Know-how, erklärt die erfolgreiche Durchführung, stellt Methoden und Medien vor und erläutert praxisrelevante Details.

Schnell und kompakt informiert zum Arbeitsschutz im Taschenlexikon 2026. Über 300 Fachbegriffe sind verständlich erklärt - von Abbrucharbeiten über Explosionsschutz, Flurförderzeuge, mentale Ersthelfer bis hin zur Verhältnisprävention. Jetzt bestellen!

Blitzschnell auf Praxisfragen Antworten erhalten und mit klar formulierten Texten und Mustervorlagen Sicherheit gewinnen. Der KI-Assistent mit dem fundierten Haufe Wissen.

Unser Ziel ist es, Ihnen eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Website anzubieten. Um Ihnen relevante und nützliche Inhalte, Angebote und Services präsentieren zu können, benötigen wir Ihre Einwilligung zur Nutzung Ihrer Daten. Wir nutzen den Service eines Drittanbieters, um Ihre Aktivitäten auf unserer Website zu analysieren.

Mit Ihrer Einwilligung profitieren Sie von einem personalisierten Website-Erlebnis und Zugang zu spannenden Inhalten, die Sie informieren, inspirieren und bei Ihrer täglichen Arbeit unterstützen.

Wir respektieren Ihre Privatsphäre und schützen Ihre Daten. Sie können sich jederzeit darüber informieren, welche Daten wir erheben und wie wir sie verwenden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit widerrufen. Passen Sie Ihre Präferenzen dafür in den Cookie-Einstellungen an.

Journalist und PR-Berater, Schwerpunkte Arbeitsschutz, Forst- und Holzwirtschaft

Homeoffice: gut für die Produktivität, schlecht für den Nacken.

Ihre Meinung ist uns wichtig

Zum Arbeitsschutz Gesundheit & Umwelt Archiv

rudolf.ai - Haufe meets AI

Profitieren Sie von personalisierten Inhalten, Angeboten und Services!