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title: "Missio Aachen bittet Baerbock, UN-Gedenk- und Aktionstag gegen Hexenwahn einzuführen, New York; UN-Tag erhöht Sichtbarkeit der Betroffenen weltweit"
sdDatePublished: "2026-08-05T10:06:00Z"
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Missio Aachen bittet Baerbock, UN-Gedenk- und Aktionstag gegen Hexenwahn einzuführen, New York; UN-Tag erhöht Sichtbarkeit der Betroffenen weltweit

Missio an Baerbock: Tag gegen Hexenwahn weltweit zu Gedenktag machen | katholisch.de

Fälle in 47 Ländern dokumentiert

Missio an Baerbock: Tag gegen Hexenwahn weltweit zu Gedenktag machen

VERÖFFENTLICHT AM 05.08.2026 UM 08:55 UHR – LESEDAUER: 2 MINUTEN

NEW YORK - Gewalt gegen Frauen wegen "Hexerei": In inzwischen 47 Ländern wurden zuletzt solche Fälle dokumentiert. Das Hilfswerk missio Aachen warnt vor weiter steigenden Zahlen und ruft die UN zu einem besonderen Schritt auf.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen ruft Annalena Baerbock als Präsidentin der UN-Vollversammlung auf, den 10. August als offiziellen UN-Gedenk- und Aktionstag gegen Hexenwahn einzuführen. Dieser solle weltweit auf die Zunahme massiver Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen, denen vor allem Frauen infolge von Hexereivorwürfen ausgesetzt seien, sagte missio-Präsident Dirk Bingener der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die aktuelle missio-Weltkarte zum Hexenwahn dokumentiert entsprechende Fälle inzwischen in 47 Ländern. Neu hinzugekommen ist 2026 der Jemen. "Menschen werden als vermeintliche Hexen stigmatisiert, misshandelt oder getötet", fügte Bingener hinzu: "Dabei spielt sexualisierte Gewalt zunehmend eine große Rolle. Immer öfter werden die Übergriffe öffentlich inszeniert, gefilmt und über Soziale Medien verbreitet." Hier brauche es strengere Regeln, um die Verbreitung solcher Aufnahmen zu unterbinden.

Ein offizieller Gedenk- und Aktionstag der Vereinten Nationen würde "den Betroffenen mehr Sichtbarkeit verleihen und international die Solidarität mit ihnen stärken", heißt es in dem Brief an Baerbock. Ein solcher Tag solle zudem motivieren, mehr offizielle und verlässliche Daten über diese Form von Menschenrechtsverletzungen zu erheben und Strategien für Prävention und Strafverfolgung sowie die Begleitung von Überlebenden zu entwickeln.

Bereits 2020 hatte missio Aachen den 10. August als Welttag gegen Hexenwahn ausgerufen. Das Datum erinnert an eine Frau mit dem Namen Christina aus Papua-Neuguinea. Sie wurde der Hexerei beschuldigt und gefoltert, konnte aber am 10. August 2012 mit Hilfe von missio-Partnerin Schwester Lorena Jenal fliehen.

Hexenwahn kein Problem des Mittelalters

Menschenrechtsverletzungen infolge von Vorwürfen vermeintlicher Hexerei seien ein zunehmendes globales Problem, das jedoch noch zu wenig bekannt sei, ergänzte die Ordensfrau. Daher sei es so wichtig, dass missio Vorkommen dieser Art auf einer jährlich aktualisierten Weltkarte dokumentiere.

Dass jetzt der Jemen als 47. Land auf diese Karte aufgenommen wurde, zeige, "dass Hexenwahn weder ein Phänomen der Vergangenheit noch auf einzelne Weltregionen begrenzt ist", ergänzte missio-Präsident Bingener: "Bewaffnete islamistische Gruppen nutzen solche Vorwürfe der angeblichen Hexerei, um die Bevölkerung einzuschüchtern." Die moderne Hexenverfolgung habe inzwischen mehr Todesopfer gefordert als die im Europa der frühen Neuzeit. (KNA)

Schwester Lorenas Kampf gegen Hexenwahn: Uraltes menschliches Phänomen

Seit über 40 Jahren arbeitet die Schweizer Ordensfrau Lorena Jenal in Papua-Neuguinea. Dort widmet sie sich dem Kampf gegen Hexenwahn. Im Interview erzählt die 72-Jährige, wann sie wegen ihres Engagements zuletzt ein Messer am Hals hatte.

Ordensfrau arbeitet seit 40 Jahren in Papua-Neuguinea