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title: "Landtag von Baden-Württemberg Bericht: Entwicklung der Aktivität linksextremistische Gruppen im Rems-Murr-Kreis; Prognose: Intensität und Häufigkeit künftig steigen."
sdDatePublished: "2026-08-05T10:23:00Z"
source: "https://www.landtag-bw.de/resource/blob/640484/ea089174fbb40d3d6a07af65d4c9e710/18_0138_D.pdf"
topics:
  - name: "political crisis"
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  - name: "political process"
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  - name: "political parties and movements"
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locations:
  - "Rems-Murr-Kreis"
  - "Freiburg (im Breisgau)"
  - "Ostalbkreis"
  - "Stuttgart"
  - "Karlsruhe"
  - "Tübingen"
  - "Heidelberg"
  - "Baden-Württemberg"
  - "Emmendingen"
  - "Ludwigsburg"
  - "Gießen"
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Landtag von Baden-Württemberg Bericht: Entwicklung der Aktivität linksextremistische Gruppen im Rems-Murr-Kreis; Prognose: Intensität und Häufigkeit künftig steigen.

Drucksache 18 / 138

Landtag von Baden-Württemberg
18. Wahlperiode
Drucksache 18 / 138
19.6.2026
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Eingegangen: 19.6.2026 / Ausgegeben: 5.8.2026
Kleine Anfrage
Ich frage die Landesregierung:
1.	Seit wann ist eine Zunahme der Aktivität und Dynamik linksextremistischer
Gruppierungen im Rems-Murr-Kreis zu verzeichnen?
2.	Welche Maßnahmen hat sie als Konsequenz zu der Prognose des Verfassungs­
schutzes eingeleitet, wonach die Intensität und Häufigkeit linksextremistischer
Aktivität künftig im Rems-Murr-Kreis, insbesondere an Schulen, zunehmen
könnte?
3.	Welche Aufklärungsprojekte und Kampagnen gegen rechtsextremistische und
linksextremistische Agitation wurden in den vergangenen fünf Jahren mit wel­
cher Summe vom Land bezuschusst (aufgeschlüsselt nach Jahr, Initiator des
Projekts/Kampagne, Summe der Förderung durch das Land)?
4.	Welche weitere Schulhofkampagnen, die linksextremistische Gruppierungen in
Baden-Württemberg innerhalb der letzten fünf Jahre organisiert haben, sind der
Landesregierung bekannt (aufgeschlüsselt nach Jahr, Ort und Name der Schule,
Gruppierung)?
5.	Wie viele Gefährderansprachen wurden im Rems-Murr-Kreis innerhalb der
letzten fünf Jahre im Umfeld der im Landkreis aktiven linksextremistischen
Gruppierungen durchgeführt?
6.	Wie viele Personen werden seit 2020 bis heute als linksextremistische Ge­
fährder bzw. Relevante Personen im Landkreis Rems-Murr eingestuft (aufge­
schlüsselt nach Jahren sowie nach Gefährdern und Relevanten Personen, Ge­
schlecht)?
Kleine Anfrage
des Abg. Daniel Lindenschmid AfD
und
Antwort
des Ministeriums des Inneren, für Digitalisierung und Europa
Entwicklung der Aktivität und Dynamik von Linksextremis­
ten im Rems-Murr-Kreis
Drucksachen und Plenarprotokolle sind im Internet
abrufbar unter: www.landtag-bw.de/Dokumente
Der Landtag druckt auf Recyclingpapier, ausgezeich-
net mit dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“.

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7.	Wie viele Personen sind nach ihrer Kenntnis aus dem linksextremistischen
Spektrum aus Baden-Württemberg bzw. aus dem Rems-Murr-Kreis zu den
Demonstrationen nach Gießen am 29. November 2025 angereist?
8.	Welche linksextremistischen Gruppierungen waren nach ihrer Kenntnis an der
Organisation der Proteste in Gießen beteiligt (aufgeschlüsselt nach Gruppie­
rung, Landkreis, Anzahl der Teilnehmenden)?
19.6.2026
Lindenschmid AfD
Begründung
Die Pressemitteilung des Landesamts für Verfassungsschutz vom 22. Oktober 2025
warnt vor einer neuen „Schulkampagne“ der linksextremistischen Gruppierung
Offenes Antifaschistisches Treffen Rems-Murr (OAT), die an Schulen u. a. in
Waiblingen und Backnang Schüler zu rekrutieren versucht. In der Mitteilung
heißt es, man rechne damit, dass die Intensität und Häufigkeit linksextremistischer
Aktivität und Dynamik künftig im Landkreis weiter zunehmen werde.
Die Kleine Anfrage möchte zu dieser Prognose Zahlen zum Personen- und Ak­
tivitätspotenzial linksextremistischer Gruppierungen erfragen, welche auch die
Mobilisierung dieser Gruppierungen innerhalb Baden-Württembergs für das
Demonstrationsgeschehen in Gießen am 29. November 2025 miteinschließt.
Antwort*)
Mit Schreiben vom 31. Juli 2026 Nr. IM6-0141.5-789/14/13 beantwortet das Mi­
nisterium des Inneren, für Digitalisierung und Europa im Einvernehmen mit dem
Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit die Kleine Anfrage wie folgt:
1.	Seit wann ist eine Zunahme der Aktivität und Dynamik linksextremistischer
Gruppierungen im Rems-Murr-Kreis zu verzeichnen?
Zu 1.:
Das Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg (LfV) beobachtet in
der linksextremistischen Szene Baden-Württembergs ein dynamisches Aktivitäts­
niveau, bei dem sich die Aktionsschwerpunkte regional immer wieder verschie­
ben. Im Rems-Murr-Kreis registriert das LfV seit einigen Jahren ein hohes Akti­
vitätsniveau der dortigen linksextremistischen Szene.
Aufgabe des Verfassungsschutzes ist es, als Frühwarnsystem verfassungsfeind­
liche Bestrebungen und extremistische Aktivitäten bereits im Vorfeld möglicher
Straftaten zu erkennen und aufzuklären. Die Beobachtung und Einschätzung des
LfV setzen daher nicht voraus, dass Straftaten begangen werden. Vielmehr kön­
nen auch Aktivitäten unterhalb der Strafbarkeit, wie etwa die in Rede stehende
„Schulkampagne“ der linksextremistischen Gruppierung Offenes Antifaschis­
tisches Treffen Rems-Murr oder sonstige Agitationsmaßnahmen, verfassungs­
schutzrechtlich relevant sein und in die Lagebewertung einfließen.
_____________________________________
*)	Der Überschreitung der Drei-Wochen-Frist wurde zugestimmt.

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Die statistische Erfassung Politisch motivierter Kriminalität (PMK) durch die
Polizei erfolgt auf der Grundlage des bundesweit einheitlichen Kriminalpolizei­
lichen Meldedienstes Politisch motivierte Kriminalität (KPMD-PMK). Die Fall­
zahlen extremistischer Straftaten im Phänomenbereich der PMK -links- liegen im
Rems-Murr-Kreis in den vergangenen fünf Jahren im niedrigen zweistelligen Be­
reich (2021: 33, 2022: 31, 2023: 18, 2024: 19, 2025: 14). Der deliktische Schwer­
punkt liegt bei Sachbeschädigungsdelikten.
2.	Welche Maßnahmen hat sie als Konsequenz zu der Prognose des Verfassungs­
schutzes eingeleitet, wonach die Intensität und Häufigkeit linksextremistischer
Aktivität künftig im Rems-Murr-Kreis, insbesondere an Schulen, zunehmen
könnte?
Die Landesregierung hat alle Phänomenbereiche des Verfassungsschutzes und der
PMK fest im Blick. Die Bekämpfung von Extremismus jeglicher Couleur und
der PMK ist fortwährender Schwerpunkt der Sicherheitsbehörden in Baden-Würt­
temberg, die lageorientiert und anlassbezogen alle erforderlichen Maßnahmen er­
greifen.
Zur Bekämpfung des Linksextremismus verfolgen die Sicherheitsbehörden in Ba­
den-Württemberg eine umfassende Bekämpfungsstrategie. Diese reicht von der
Früherkennung des – insbesondere gewaltbereiten – Personenspektrums über eine
konsequente Strafverfolgung bis hin zu Deradikalisierungsmaßnahmen durch das
Kompetenzzentrum gegen Extremismus (konex).
Als „Frühwarnsystem“ der freiheitlichen demokratischen Grundordnung ist es
eine zentrale Aufgabe des LfV, verfassungsfeindliche und sicherheitsgefährdende
Bestrebungen zu beobachten und politisch Verantwortliche, die zuständigen Stel­
len und die Öffentlichkeit über entsprechende Entwicklungen zu informieren. So
thematisierte das LfV beispielsweise im Oktober 2025 in einem Beitrag auf seiner
Webseite (vgl. „Schulen im Visier von Linksextremisten: ‚Offenes Antifaschisti­
sches Treffen Rems-Murr‘ [OAT RM] startet Schulkampagne“) die Aktivitäten
einer linksextremistischen Gruppierung an Schulen im Rems-Murr-Kreis. Zudem
wurde zu zunehmenden Auseinandersetzungen zwischen Rechts- und Linksext­
remisten im Rems-Murr-Kreis berichtet, so in einem Internetbeitrag des LfV auf
seiner Webseite im Januar 2025 (vgl. „Links gegen Rechts – Konfrontationen
zwischen Links- und Rechtsextremisten in Baden-Württemberg nehmen zu“).
Auch im Rahmen von Vorträgen, etwa vor Multiplikatoren und Entscheidern,
informiert das LfV regelmäßig über aktuelle Aktionsfelder und Themenschwer­
punkte der linksextremistischen Szene in Baden-Württemberg.
Das beim SAT BW angesiedelte Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Ba­
den-Württemberg (konex) bietet gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern landes­
weit Informationen und Beratungen gegen politisch und religiös motivierten Ext­
remismus an. Das konex ist dabei vorrangig für die Sekundär- und Tertiärpräven­
tion im Bereich der Extremismusbekämpfung in Baden-Württemberg zuständig.
Zu den Kernaufgaben des konex zählt insbesondere die Ausstiegsberatung für
radikalisierte Personen und deren Umfeld. Die Ausstiegsberatung des konex bie­
tet seit dem Jahr 2020 Beratung für alle Bereiche des Extremismus, unter anderem
des Linksextremismus an.
Darüber hinaus arbeitet das konex beständig daran, die notwendigen Netzwerke zur
Fallakquise und die Sensibilisierung bei entsprechendem Fachpersonal in allen
Phänomenbereichen des Extremismus auszuweiten. Darüber hinaus sensibilisiert
das Landesbildungszentrum Deradikalisierung (LBZ Derad) des konex fortwäh­
rend mögliche Fachkräfte, die in ihrem beruflichen Kontext mit allen Extremis­
musphänomenen konfrontiert werden. Insbesondere umfasst dies Personen, die
potenziell mit „gefährdeten“ Menschen arbeiten (sekundäre Extremismuspräven­
tion) und Personen, die mit betroffenen Menschen bzw. ehemals betroffenen Men­
schen arbeiten (tertiäre Extremismusprävention). Der Zugang zu Ausstiegswilli­
gen erfolgt über die landesweite Beratungshotline für alle Formen des Extremis­
mus, ein WhatsApp-Kontakt sowie eine zentrale E-Mail-Adresse, die insbeson­
dere auf der Internetpräsenz des konex unter www.konex-bw.de veröffentlicht ist.

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Der Arbeitsbereich Angewandte Wissenschaft des konex führt darüber hinaus
Grundlagenforschung zu allen Formen des Extremismus und Terrorismus durch
und veröffentlicht Studien u. a. zu Radikalisierung und Erscheinungsformen des
Linksextremismus.
Des Weiteren entwickelt das Referat Prävention beim LKA BW in Zusammen­
arbeit mit den regionalen Polizeipräsidien im Bereich der polizeilichen Kriminal­
prävention von politisch motivierter Kriminalität fortlaufend landesweit standar­
disierte primär- und sekundärpräventive Programme. Diese werden von den Re­
feraten Prävention der regionalen Polizeipräsidien lage- und brennpunktorientiert
eingesetzt und ergänzt.
Zur kriminalpräventiven Öffentlichkeitsarbeit stellt das Programm Polizeiliche
Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) bundesweit Social Me­
dia Pakete, u. a. zu den Themen „Linksextremismus“, „Rechtsextremismus“,
„Verbreitung verbotener Inhalte“, „Radikalisierung“, „Antisemitismus“, „Ver­
schwörungstheorien“ oder „Gewalt“ zur Verfügung. Diese und weitere Inhalte
werden u. a. über die Social-Media-Kanäle der Polizei Baden-Württemberg einer
breiten Zielgruppe zugänglich gemacht.
3.	Welche Aufklärungsprojekte und Kampagnen gegen rechtsextremistische und
linksextremistische Agitation wurden in den vergangenen fünf Jahren mit
welcher Summe vom Land bezuschusst (aufgeschlüsselt nach Jahr, Initiator des
Projekts/Kampagne, Summe der Förderung durch das Land)?
Das durch konex seit 2018 koordinierte Projekt „ACHTUNG?!“ ist ein für Ju­
gendliche, Eltern und Lehrkräfte landesweites Präventionsangebot mit dem Ziel
der frühzeitigen Verhinderung von Radikalisierung. Das Präventionsprojekt be­
leuchtet hierbei insbesondere die Rolle der digitalen Vernetzung und will er­
reichen, dass junge und erwachsene Menschen verschiedene Weltanschauungen
und Lebensweisen kennenlernen. Das Projekt sammelt und bündelt die Exper­
tisen verschiedener Präventionsakteure und stellt ein ergänzendes Gesamtpaket
für Schulen dar, das bedarfsbezogen angefordert werden kann. Die Finanzierung
und Koordinierung des Präventionsprojektes wird durch das konex beim LKA
BW übernommen. Die organisatorische Planung und Durchführung wird durch
die jeweiligen Präventionsstellen der örtlichen Polizeipräsidien vorgenommen. Im
Rems-Murr-Kreis wurde das Projekt in den vergangenen fünf Jahren drei Mal
durchgeführt und erreichte dabei 356 Schülerinnen und Schüler. Die Kosten be­
liefen sich hierbei auf circa 10 336 Euro.
Das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit hat in den vergangenen
fünf Jahren keine Kampagnen gegen rechtsextremistische und linksextremistische
Agitation bezuschusst. Das Ministerium fördert primärpräventive Maßnahmen,
die zu Rechts- und Linksextremismus aufklären: Im Rahmen des Demokratiezent­
rums Baden-Württemberg werden die Fachstellen mobirex (Monitoring, Beratung
und Information zur extremen Rechten und gruppenbezogener Menschenfeind­
lichkeit) und FEX (Fachstelle Extremismusdistanzierung) gefördert. Informatio­
nen zu Projektträgern und Fördersummen sind in der