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title: "Fürstentum Liechtenstein – Ende des Finanzplatzes durch gestohlene Daten; Vertrauen verloren"
sdDatePublished: "2026-08-05T04:08:00Z"
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Fürstentum Liechtenstein – Ende des Finanzplatzes durch gestohlene Daten; Vertrauen verloren

Schnarchnasen – Zackbum

Gerade wird das Ende des Finanzplatzes Liechtenstein eingeläutet. Aber es ist heiss, kein Schwein schaut.

Seit der doppelten Notrettung der UBS , seit dem schmählichen Ende der Credit Suisse ist nichts Vergleichbares passiert. Dazu in unmittelbarer Nähe der Schweiz.

Dem Fürstentum Liechtenstein sind seine Kronjuwelen abhanden gekommen. Personen können nun mit all den hübschen Gefässen wie Stiftungen, Trusts & Co. zusammengeführt werden. Was viele der 31’000 Betroffenen tunlichst vermeiden wollten. Und was ihnen auch mit heiligen Schwüren von den 130 fürstlichen Treuhändern versprochen worden war.

Also der GAU, der Schlag ins Kontor. Wie das auch immer ausgeht und was mit diesen Daten auch immer geschieht: das Vertrauen in den Finanzplatz Liechtenstein als sichere und diskrete Aufbewahrungsstelle für Vermögen jeglicher Art ist futsch.

Und Vertrauen, das weiss sogar jeder Banker bei der LGT oder der LLB , ist die Grundlage des Geschäfts.

Also ein Fest für die vom Sommerloch und der Sommerhitze geplagten Medien in der Schweiz. Da sollten die Artikel, die Nachzüge, die Zusätze, die Weiterungen, die Analysen, die Einordnungen nur so heraussprudeln.

Seitdem der Skandal explodiert ist, verzeichnet die SMD schlappe 30 Treffer , wenn man nach Cyberangriff und Liechtenstein sucht.

Zunächst einmal das rein Deskriptive, die Zusammenfassung, was vier wie begossene Pudel dastehende fürstliche Regierungsmitglieder an der Pressekonferenz vom Sonntag eingestanden.

Das wären schon mal 12 Artikel, Doubletten in den Kopfsalatblättern von CH Media und Tamedia nicht mitgezählt. Dann ein paar dünne Versuche der Einordnung, die NZZ interviewt einen « Stiftungs-Spezialisten », Anwälte und andere berufene, öffentlichkeitsgierige, aber von vertieften Kenntnissen unbeleckte Anwälte und « Spezialisten » melden sich ebenfalls zu Wort. « Super-GAU » ist das beliebteste Stichwort.

Nachdem die blosse News abgefrühstückt ist, wird es ganz dünn. « Täterschaft weiterhin unklar », zu solchen Allgemeinplätzen muss gegriffen werden. Vertieft Recherchierende vermelden sogar, dass die tatkräftige Regierung im Ländle doch tatsächlich Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht und andere Datenbanken vom Netz genommen habe.

Täterschaft unklar? Wieso, die Anzahl der üblichen Verdächtigen ist so klar wie überschaubar. Eine tatkräftige NGO, Kriminelle, Geheimdienste oder andere staatliche Behörden, stinksaure Besitzer der 800 Zombie-Trusts, ein geldgieriger Insider. Oder jeder beliebige Amateur-Hacker, wenn die IT-Sicherheit so schlapp war, wie zu vermuten steht.

Wie weiter? Da wollen sich alle Kommentatoren vornehm zurückhalten, das Fürstentum könnte ja übelnehmen und Rufschädigung sowie Beleidigung oder Verstoss gegen das UWG krähen. Also kein Wort darüber, dass das nicht einfach ein GAU ist wie der Datenklau bei der LGT, der zum Steuerskandal ( Zumwinkel ) und dem Ende des Geschäftsmodells Tarngefäss zur Steuerhinterziehung führte.

Sondern dass das ohne Weiteres das Ende des Finanzplatzes Liechtenstein einläuten könnte, wie wir ihn kennen und wie ihn die Treuhänder und die Fürstenbanken lieben.

Denn dort werden Gelder nicht besser verwaltet oder gemehrt wie in vielen anderen Orten der Welt. Sogar eher schlechter, weil happige Gebühren und exorbitante Honorare abgegriffen werden. Aber die Basis dafür ist ganz einfach mit einem Wort zu beschreiben: Vertrauen.

Vertrauen darauf, dass der Nutzniesser im Hintergrund bleibt, der Treuhänder ihn nicht zuletzt mit seinem Anwaltsgeheimnis und unterstützt von der fürstlichen Justiz beschützt. Und er niemals nicht damit rechnen muss, geoutet zu werden.

Unabhängig davon, was mit den geklauten Datensätzen passieren wird: das Vertrauen ist weg. Sie bleiben geheim, weil sie vom Fürsten zurückgekauft wurden? Vertrauen ist weg. Sie werden für Erpressung und andere kriminelle Handlungen benützt? Vertrauen ist weg. Sie werden von Staatsbehörden oder dem Fiskus des Steuersitzes des Besitzers gegen ihn benützt? Vertrauen ist weg. Sie werden, wie bei dem Riesenklau in Panama und anderswo, einfach ins Netz gestellt? Vertrauen ist weg.

Und ist das Vertrauen weg, ist ein Finanzplatz am Ende.

Aber nicht einmal so diesen naheliegenden Schlussfolgerungen können sich die schwitzenden C-Teams aufraffen, die während der Sommerpause auf den Schrumpfredaktionen die Stellung halten müssen.

Schlagworte: 30 Artikel , 31'000 Betroffene , Diskretion , Endes des Finanzplatzes , fürstliche Treuhänder , keine Analyse , Kronjuwelen Liechtenstein , LGT , LLB , mediale Schnarchnasen , NZZ , Sommerhitze , Sommerloch , Super-GAU , Vertrauen weg

30 Artikel , 31'000 Betroffene , Diskretion , Endes des Finanzplatzes , fürstliche Treuhänder , keine Analyse , Kronjuwelen Liechtenstein , LGT , LLB , mediale Schnarchnasen , NZZ , Sommerhitze , Sommerloch , Super-GAU , Vertrauen weg

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logo1.svg René Zeyer 2026-08-05 05:00:14 2026-08-04 11:32:31 Schnarchnasen

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