BBV berichtet Auswirkungen der Dürre auf die Landwirtschaft in Bayern; 40% der Betriebe kaufen Futter.
Trockenheit und Hitze in Bayern | Bayerischer Bauernverband
Trockenheit Und Hitze In Bayern
Gebündelte Informationen zu Lage, Maßnahmen und Angeboten
Das sind die Auswirkungen der Dürre
In einer aktuellen Pressemeldung informiert der BBV über die Auswirkungen der Dürre auf alle Bereiche der bayerischen Landwirtschaft - vom Ackerbau übers Grünland bis zu Sonderkulturen und Wald.
Auch in unserer Ernte-Umfrage berichten uns die Betriebe von massiven Auswirkungen der Trockenheit und Hitze:
Lediglich 21 Prozent der Betriebe geben ihren Flächen noch gute bis ausreichende Noten. Knapp 80 Prozent dagegen bewerten ihre Grünlandflächen als mangelhaft oder gar ungenügend (39 Prozent). Vielerorts ist in Bayern der dritte Schnitt nach zwei schwachen Schnitten komplett ausgefallen. Dies hat Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Futter: Bayernweit gaben fast vierzig Prozent der teilnehmenden Landwirte an, bereits Futter zukaufen zu müssen. Besonders hoch liegt ihr Anteil in der Oberpfalz, wo der Umfrage zufolge mehr als jeder zweite Betrieb Futter zukaufen muss.
Drei bis örtlich sogar vier Wochen früher als in den Vorjahren ist heuer die Ernte der meisten Ackerkulturen beendet worden.
Die Erträge des Winterweizens beispielsweise liegen dabei in allen Bezirken mit Ausnahme Schwabens unter dem Durchschnitt. Besonders groß sind die Einbußen in Mittelfranken, wo durchschnittlich rund 58 dt
ha geerntet wurden – der bayerische Durchschnitt lag in den vergangenen Jahren bei 73 bis 75 dt
ha, heuer bei 65 dt
Auch der Raps liegt mit einem Ertrag von bayernweit durchschnittlich 32 dt
ha deutlich hinter dem Schnitt der Vorjahre von circa 37,5 dt
Die Maisbestände geben ein trauriges Bild ab: Selbst in Schwaben, wo die Bestände in guten Lagen gut entwickelt sind, zeigt der Mais mit stechpalmenartig zusammengerollten Blättern deutliche Anzeichen von Trockenstress. Besonders im Norden Bayerns erreichen die Pflanzen jedoch nicht einmal die Hälfte der üblichen Wuchshöhe, haben bislang kaum Fahnen und Kolben ausgebildet und stehen in weiten Abständen auf von Rissen durchzogenem, staubtrockenem Ackerboden. Gerade den Tierhaltern bereitet diese Entwicklung beim Silomais große Sorgen.
44 Prozent der befragten Landwirte bewerten ihren Mais mit der Note mangelhaft bis ungenügend – eine beunruhigende Bilanz für unsere wichtigste Futterpflanze. Im Norden Bayerns wird der Mais teilweise schon jetzt geerntet, Ernteausfälle von 50 Prozent und mehr sind die Regel.
Grünland: Was ist wichtig bei Futtermitttelengpässen?
Betroffen ist einerseits die Weidetierhaltung, wo bereits jetzt zugefüttert wird. Gleichzeitig – und das gilt auch für Tierhalter mit reiner Stallhaltung – fehlt es an Aufwuchs zur Einlagerung für den Winter. Sorgen bereitet zudem, dass die oft zum Ausgleich für die Futternutzung angebauten Zwischenfrüchte aufgrund der Trockenheit nicht aufgehen. Viele Rinder-, Schaf- und Ziegenhalter planen daher bereits aktiv die Futterkalkulation bis Jahresmitte 2027 und, wo sinnvoll, auch eine Anpassung der Tierbestände.
Freiwillige Brachen außerhalb von ÖR-1a, KULAP oder VNP können grundsätzlich zur Futtergewinnung genutzt werden. Vor der Nutzung müssen die Flächen im Mehrfachantrag umcodiert und dem zuständigen AELF gemeldet werden. Bei ÖR-1a-, KULAP- oder VNP-Flächen kann eine Futternutzung zum Verlust der Förderung oder zu Rückforderungen führen – vor einer Nutzung unbedingt das AELF kontaktieren. Alle Details lesen Sie hier .
Die BBV-Futterbörse bringt Betriebe auf der Suche nach Futtermitteln mit anbietenden Betrieben zusammen. Zur Futterbörse .
Neben der Trockenheit ist die Hitze ein großer Belastungsfaktor für Bayerns Nutztierbestände. Hitzeschutzmaßnahmen wie Kühl- und Lüftungsmanagement, zusätzliche Beschattung und ausreichende Wasserversorgung erfordern derzeit die volle Aufmerksamkeit der bayerischen Tierhaltungsbetriebe. Zusätzliche Infos finden Sie hier gebündelt:
Wie Sie Hitzestress bei Schweinen und Geflügel verhindern und an welchen Warnzeichen Sie beginnenden Hitzestress erkennen, lesen Sie hier bei der LfL .
Hobbyhalter gegen Hitzestress bei Hühnern tun können, lesen Sie hier beim LGL .
Über Warnsignale und Auswirkungen von Hitzestress bei Rindern, sowie technische Maßnahmen zur Verhinderung von Hitzestress in Kuhställen informiert die LfL hier .
Auch das Netzwerk Fokus Tierwohl informiert mit einer Schwerpunktseite umfassend zu Hitzestress bei Milchkühen.
Verstärkt weisen die Veterinärämter wie hier in Freyung-Grafenau derzeit darauf hin, bei Weidetieren aktuell ganz besonders auf ausreichende Wasserversorgung und Schatten zu achten.
Angesichts gehäufter Wald- und Feldbrände und nachdem auch für die kommenden Tage weiterhin nur sehr lokal begrenzt Niederschläge vorhergesagt sind, warnt der Bayerische Bauernverband weiterhin vor dem anhaltend hohen Waldbrandrisiko.
⚠️ Waldbesuchern und Betrieben mit Waldbesitz rät der Verband zu erhöhter Achtsamkeit.
⚠️ Sorgen Sie vor: Infos zu Präventionsmaßnahmen und wie Sie sich einen Überblick verschaffen, lesen Sie hier .
Tagesaktuelle Einschätzungen des aktuellen Bodenfeuchtezustands liefert der deutschlandweite Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ).
Die bayerischen Grundwasserstände dokumentiert fortlaufend aktuell der Niedrigwasser-Informationsdienst Bayern des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU).
Tagesaktueller Waldbrandgefahrenindex auf Karte des DWD: Hier klicken