BBV zieht Bilanz zur Ernte 2026 in Unterfranken; regional erhebliche Verluste beim Silomais erwartet

Ernte 2026: Unterfrankens Landwirtschaft unter massivem Trockenstress | Bayerischer Bauernverband

Ernte 2026: Unterfrankens Landwirtschaft Unter Massivem Trockenstress

Zwischen Hitzeextremen und Ertragseinbußen - BBV zieht am Köhlerhof Bilanz und fordert verlässliche Perspektiven für Bauernfamilien

Die Ernte zeigt erneut, wie stark der Erfolg eines Erntejahres von der Witterung und der Bodenqualität abhängt. Nach einem guten Start sorgten anhaltende Trockenheit und extreme Hitze ab dem Frühjahr für erheblichen Stress in den Beständen. Besonders auf leichten und flachgründigen Böden kam es zu deutlichen Ertragseinbußen, während tiefgründige Standorte die Trockenheit besser ausgleichen konnten. Die Getreideernte begann aufgrund der frühen Abreife rund drei Wochen früher als üblich. Positiv ist, dass die Qualitäten vieler Kulturen trotz der schwierigen Bedingungen insgesamt gut sind.

Deutliche Ertragseinbußen verzeichneten vor allem Winterweizen, Winterraps und Sommergetreide. Auch bei Silomais, Zuckerrüben, Sojabohnen, Kartoffeln und Grünland sind die Folgen der Trockenheit deutlich spürbar. Besonders beim Silomais werden regional erhebliche Ertragsverluste erwartet, weil neben der geringen Pflanzenmasse auch die Kolben weniger Körner enthalten und nicht gefüllt werden.

„Die Ernte 2026 macht deutlich, dass unsere heimische Lebensmittelversorgung keine Selbstverständlichkeit ist. Unsere bäuerlichen Familienbetriebe brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Perspektiven, damit sie auch künftig hochwertige Lebensmittel regional erzeugen können“, betont Bezirkspräsident Stefan Köhler.

Neben den Witterungsextremen belasten niedrige Erzeugerpreise, steigende Betriebsmittelkosten und anhaltende geopolitische Unsicherheiten die Betriebe. Der BBV fordert deshalb weniger Bürokratie, wirtschaftliche Entlastungen und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen.

Ein wichtiges Zukunftsthema ist aus Sicht des BBV der Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe. Dass Pflanzenölkraftstoff bereits heute praxistauglich ist, zeigt der Köhlerhof. Seit rund 20 Jahren werden die umgerüsteten Schlepper mit selbst erzeugtem Rapsöl betrieben. Der auf den eigenen Flächen angebaute Raps wird am Hof gepresst, das Pflanzenöl als Kraftstoff genutzt und der Rapskuchen als hochwertiges Eiweißfuttermittel verfüttert – ein gelungenes Beispiel für regionale Wertschöpfung und geschlossene Stoffkreisläufe. Um solche Lösungen weiter voranzubringen, fordert der BBV langfristig verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine vollständige Steuerbefreiung erneuerbarer Kraftstoffe.