Max Schuster-Stiftung fördert APART an Universität Augsburg; über 1,1 Mio Euro
Alltag nach Schlaganfall – Max Schuster-Stiftung fördert Forschungsprojekt APART | Bezirkskliniken Schwaben
Alltag nach Schlaganfall – Max Schuster-Stiftung fördert Forschungsprojekt APART
Max Schuster-Stiftung fördert Forschungsprojekt APART der Universität Augsburg mit über einer Million Euro. (Die Personen von links: Prof. Kadmon, Prof. Bender, Andreas Kuschel, Luzia Fischer, Max Schuster, Stefan Graf) Foto: Marius Ott
Menschen, die einen Schlaganfall hatten, verlieren häufig Alltagsfähigkeiten, weil sie Bewegungsabläufe nicht mehr beherrschen. Das Forschungsprojekt APART des Lehrstuhls für Neurorehabilitation der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg untersucht nun, welche Therapie bei dieser sogenannten Apraxie am besten hilft. Die Max Schuster-Stiftung fördert die Studie mit rund 1,1 Millionen Euro.
Mit APART startet das erste Forschungsprojekt des Augsburger Lehrstuhls für Neurorehabilitation. Bis 2030 unterstützt die Max Schuster-Stiftung den Lehrstuhl im Rahmen eines vereinbarten Forschungsprogramms mit mehreren Millionen Euro. Ziel ist es, die Wirksamkeit etablierter neurorehabilitativer Therapien des Therapiezentrums Burgau wissenschaftlich nachzuweisen.
„Mit Hilfe dieser großzügigen Förderung werden wir untersuchen, welche Behandlungsansätze unseren Patientinnen und Patienten den größten Nutzen bringen“, erklärt Prof. Dr. Andreas Bender, Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Neurorehabilitation der Universität Augsburg und Chefarzt des Therapiezentrums Burgau.
Erste Studie untersucht Therapie bei Apraxie nach Schlaganfall
Das Projekt „APART“ richtet sich an Schlaganfallpatientinnen und -patienten mit einer sogenannten Apraxie. Das ist eine Störung der Handlungsplanung: Betroffene verfügen zwar grundsätzlich über die notwendige Muskelkraft und Beweglichkeit, können alltägliche Handlungen wie Anziehen, Zähneputzen oder den Umgang mit Besteck jedoch aufgrund einer gestörten Planung und Ausführung von Bewegungsabläufen nur eingeschränkt oder gar nicht mehr selbstständig durchführen.
Im Rahmen der Studie werden die Teilnehmenden entweder nach dem im Therapiezentrum Burgau seit der Gründung vor fast 40 Jahren bewährten Affolter-Modell oder mit einem neurorehabilitativen Standardtherapieprogramm behandelt. Der Projekterfolg bemisst sich unter anderem daran, welche Gruppe eine möglichst hohe Selbstständigkeit in den Alltagsaktivitäten zurückerlangt. Nach aktuellem Planungsstand sollen die ersten Studienteilnehmenden im Herbst dieses Jahres in die Studie eingeschlossen und behandelt werden.
Die Studie wird nach internationalen wissenschaftlichen Standards durchgeführt. Dazu gehören unter anderem die zufällige Zuteilung der Teilnehmenden zu den Behandlungsgruppen sowie eine unabhängige Bewertung der Behandlungsergebnisse.
Starkes Netzwerk für hochwertige klinische Forschung
Projektpartner sind neben der Universität Augsburg und dem Therapiezentrum Burgau das Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) der LMU München sowie das REHAB Basel, an dem rund die Hälfte der Studienteilnehmenden behandelt wird.
Der Lehrstuhl für Neurorehabilitation an der Universität Augsburg ist einer der ersten deutschlandweit. Er ist am Therapiezentrum Burgau angesiedelt. Die „Max Schuster-Stiftung“ für Behinderte hat sich unmittelbar nach Einrichtung des Lehrstuhls bereit erklärt, dessen wissenschaftliche Projekte zu fördern. Hierzu wurde mit dem Lehrstuhl ein mehrjähriger Forschungsfahrplan vereinbart.
Bis zum Jahr 2030 sollen verschiedene Felder im Bereich der Hirnschädigungen erforscht werden. Ziel ist es, die bewährten Behandlungskonzepte des Therapiezentrums Burgau auf eine solide wissenschaftliche Basis zu stellen. Kann ihre Wirksamkeit mit den Methoden der modernen evidenzbasierten Medizin nachgewiesen werden, können sie die medizinische Lehrmeinung und die relevanten medizinischen Leitlinien beeinflussen und damit vielen hirngeschädigten Menschen zugutekommen. Die geplanten Studien werden ausschließlich durch die „Max Schuster-Stiftung“ für Behinderte mit mehreren Millionen Euro finanziert. Stifter und Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist der Gründer des Therapiezentrums Burgau, Max Schuster.
Therapiezentrum Burgau als Standort der Neurorehabilitation
Das Therapiezentrum Burgau zählt zu den etablierten Zentren der Neurorehabilitation im deutschsprachigen Raum und behandelt seit Jahrzehnten Menschen mit schweren Hirnschädigungen nach Schlaganfällen, Unfällen oder anderen neurologischen Erkrankungen.
Die „Max Schuster-Stiftung“ ist für ihre Projekte auf private Spenden angewiesen. Das Spendenkonto bei der Stadtsparkasse Augsburg: IBAN DE09 7205 0000 0240 4214 12, BIC AUGSDE77XXX.