Die Klosterkirche Niedernburg in Passau beginnt statische Sicherungsmaßnahmen; Wochentags geschlossen bis 14. September 2026

Statische Sicherungsmaßnahmen an der Klosterkirche… | Bistum Passau

Statische Sicherungsmaßnahmen an der Klosterkirche Niedernburg

Ab Anfang August beginnen an der Klosterkirche Niedernburg in Passau statische Sicherungsmaßnahmen. Parallel dazu werden Baugrunduntersuchungen durchgeführt. Die Arbeiten schaffen die Voraussetzungen für die geplante Instandsetzung des denkmalgeschützten Bauwerks und sind für die Dauer der Sommerferien vorgesehen.

Die Klos­ter­kir­che Nie­dern­burg zählt zu den ältes­ten Sakral­bau­ten Pas­saus. Ihre Ursprün­ge rei­chen bis in das frü­he 11 . Jahr­hun­dert zurück. Das heu­ti­ge Erschei­nungs­bild ent­stand im Wesent­li­chen durch Umbau­ten in der Gotik und im Barock. Nach den Stadt­brän­den von 1662 und 1680 wur­den unter ande­rem die heu­ti­gen Gewöl­be im Lang­haus und Quer­schiff errich­tet. Als Teil des ehe­ma­li­gen Klos­ter­kom­ple­xes Nie­dern­burg, der heu­te von der Gise­la-Schu­le genutzt wird, ist die Kir­che als Bau­denk­mal in die Denk­mal­lis­te des Frei­staats Bay­ern eingetragen.

Im Rah­men sta­ti­scher Vor­un­ter­su­chun­gen wur­den erheb­li­che Schä­den an der Trag­kon­struk­ti­on fest­ge­stellt. Ursa­che hier­für ist unter ande­rem die Bau­ge­schich­te der Kir­che: Die baro­cken Gewöl­be wur­den nach­träg­lich anstel­le einer roma­ni­schen Flach­de­cke ein­ge­baut. Die vor­han­de­nen Außen­wän­de sind jedoch kon­struk­tiv nicht für die dadurch ent­ste­hen­den Kräf­te aus­ge­legt. Dies führ­te im Lau­fe der Zeit zu Ver­for­mun­gen und Ris­sen in den Gewöl­ben. Zusätz­lich beein­träch­ti­gen eine unzu­rei­chend aus­ge­steif­te Dach­kon­struk­ti­on sowie spä­ter ein­ge­bau­te Bau­tei­le die Stand­si­cher­heit des Bauwerks.

Bevor die geplan­te Dach­sa­nie­rung begin­nen kann, müs­sen daher zunächst die Gewöl­be gesi­chert wer­den. Wäh­rend der Dach­ar­bei­ten ent­fällt ein Teil der bis­he­ri­gen Las­ten auf den Wän­den. Ohne vor­be­rei­ten­de Siche­rungs­maß­nah­men könn­te dies die his­to­ri­sche Bau­sub­stanz zusätz­lich gefährden.

Zur Sta­bi­li­sie­rung der Kir­che wer­den im Innen­raum tem­po­rä­re Stahl­zug­stä­be ein­ge­baut, die die Gewöl­be wäh­rend der Bau­ar­bei­ten sichern. Ergän­zen­de Ver­span­nun­gen sind im nörd­li­chen Sei­ten­schiff sowie im Bereich der Eras­mus­ka­pel­le vor­ge­se­hen. Die Arbei­ten erfol­gen mit­hil­fe von Arbeits­ge­rüs­ten im Kir­chen­in­ne­ren sowie Gerüs­ten und Hub­ar­beits­büh­nen im Außen­be­reich. Die Hilfs­ver­span­nun­gen ver­blei­ben bis zum Abschluss der Dach­sa­nie­rung im Bau­werk und wer­den anschlie­ßend wie­der entfernt.

Par­al­lel dazu wer­den Bau­grund­un­ter­su­chun­gen durch­ge­führt. Schür­fen und Son­da­gen im Innen- und Außen­be­reich sol­len klä­ren, ob neben der Trag­kon­struk­ti­on auch die Grün­dung oder der Bau­grund zum Scha­dens­bild bei­tra­gen. Unter­sucht wer­den unter ande­rem die Berei­che der Tür­me, des Lang­hau­ses, der Apsis sowie der Pfei­ler und der Kryp­ta. Die Arbei­ten erfol­gen in enger Abstim­mung mit dem Baye­ri­schen Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge, der Dom­bau­hüt­te Pas­sau, der Stadt­ar­chäo­lo­gie sowie den beauf­trag­ten Ingenieuren.

Aus Grün­den der Arbeits­si­cher­heit und zum Schutz der Besu­che­rin­nen und Besu­cher bleibt die Klos­ter­kir­che vom 3 . August bis vor­aus­sicht­lich 14 . Sep­tem­ber 2026 unter der Woche für die Öffent­lich­keit geschlos­sen. An den Wochen­en­den kann der Kir­chen­in­nen­raum ein­ge­schränkt genutzt wer­den, sodass die vor­ge­se­he­nen Got­tes­diens­te – dar­un­ter auch der unga­ri­sche Got­tes­dienst am 30 . August – statt­fin­den können.

Mit den sta­ti­schen Siche­rungs­maß­nah­men wird ein wich­ti­ger Grund­stein für die anschlie­ßen­de Instand­set­zung der Dach­kon­struk­ti­on gelegt. Ziel ist es, die Stand­si­cher­heit der Klos­ter­kir­che dau­er­haft zu gewähr­leis­ten und die­ses bedeu­ten­de Kul­tur­denk­mal für künf­ti­ge Gene­ra­tio­nen zu erhalten.

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