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title: "Caritas Streetwork Verleihung des Zivilcouragepreises Arnstorf; 14.500 Schüler*innen seit 2010"
sdDatePublished: "2026-08-06T13:09:00Z"
source: "https://www.caritas.de/diecaritas/in-ihrer-naehe/bayern/presse/sie-haben-nicht-weggeschaut"
topics:
  - name: "charity"
    identifier: "medtop:20000818"
locations:
  - "Dingolfing-Landau"
  - "Rottal-Inn"
  - "Mühldorf am Inn"
  - "Bavaria"
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Caritas Streetwork Verleihung des Zivilcouragepreises Arnstorf; 14.500 Schüler*innen seit 2010

Sie haben nicht weggeschaut!

Pressemitteilung Sie haben nicht weggeschaut! Verleihung des Zivilcouragepreises von Caritas Streetwork Erschienen am: 06.08.2026 Herausgeber: Kreis-Caritasverband Rottal-Inn e. V. Kreis-Caritasverband Rottal-Inn e. V. Ringstraße 3 84347 Pfarrkirchen +49 8561 3007-0 +49 8561 3007-555 +49 8561 3007-0 +49 8561 3007-555 +49 8561 3007-555 geschaeftsstelle@caritas-rottal-inn.de

Verleihung des Zivilcouragepreises von Caritas Streetwork

Im Kutschenreuter Saal im Unteren Schloss in Arnstorf fand die Verleihung des Zivilcouragepreises statt. Außerdem erhielten die Sponsoren und Gäste der Veranstaltung interessante Informationen zu den Selbstbehauptungsworkshops "Wir gegen Gewalt" an Schulen sowie dem Projekt Safer Zone.

Landrat Martin Koppmann, der die Schirmherrschaft für den Zivilcouragepreis übernommen hatte, dankte den Sponsoren und Partnern von Streetwork und seinen Projekten sowie den Streetworkern für ihre hervorragende, engagierte Arbeit. Sie alle tragen bei, junge Menschen stark zu machen. Konflikte können schnell entstehen, so Koppmann. Wichtig sei es, nicht den Helden zu spielen - aber auch nicht wegzusehen, so wie die heutigen Preisträger. Sie haben Verantwortung übernommen.

Arnstorfs Bürgermeister Christoph Brunner meinte: "Gewalt beginnt dort, wo Menschen wegschauen." Junge Menschen werden mit diesen Workshops gestärkt. Mut kann ansteckend sein, jeder kann etwas beitragen, dass unser Ort sicher bleibt. Den Preisträgern dankte Brunner für ihr Verantwortungsbewusstsein. Sie alle sind Vorbilder, so der Rathauschef.

Streetworker Jakob Kandlbinder von Streetwork Pfarrkirchen und seine Kollegin Karina Weiß von Streetwork Simbach bedankten sich bei den Vertretern der Schulen und Sponsoren für ihre Unterstützung, die es möglich macht, die Workshops kostenlos an den Schulen anzubieten. Anschließend gab Weiß einen kurzen Überblick zu den Workshops an den verschiedensten Schulen im Landkreis. Seit 2010 haben ca. 14.500 Schüler*innen aus 594 Klassen an den Workshops teilgenommen. Karina Weiß informierte über die Inhalte der Workshops, die von Risiko- und Gefahreneinschätzung über Deseskalationstechniken bis hin zu Lösungs- und Entflechtungsgriffen geht. Aktuelle Ereignisse können mit einbezogen werden. Kandlbinder informierte über das Projekt "Safer Zone". Die Aufkleber, die schon an sehr vielen Behörden, Institutionen und Geschäften in Arnstorf und Pfarrkirchen angebracht sind, signalisieren einen sicheren Ort, wenn sich u.a. jemand bedroht fühlt, bedängt oder belästigt wird, es zu Gewalt oder sexuellem Übergriff gekommen ist. In Pfarrkirchen sind u. a. auch das Landratsamt und die Stadtverwaltung "Safer Zone", sowie in Arnstorf u. a. die Marktgemeindeverwaltung. In Simbach gibt es demnächst die Auftaktveranstaltung zu Safer Zone.

Und diese jungen Menschen haben nicht weggeschaut:

Yara, 16 Jahre hat einem Mädchen sehr spät abends am Bahnhof Mühldorf geholfen, als dieses von einem betrunkenen Mann weggezogen werden sollte. Yara holte das Mädchen zu sich sowie die Security und informierte die Eltern. Ein junger Mann, der auch vor Ort war, hat nicht geholfen.

Andres, 19 Jahre hat vor einiger Zeit eine Schlägerei zwischen zwei Schülern beobachtet. Viele Mitschüler haben nur zugeschaut. Er ging dazwischen und trennte die beiden Schüler. Danach löste sich die Schülermenge auch auf.

Mohamed, 19 Jahre hat gleich zwei Mal geholfen. Das eine Mal schlugen sich zwei Schülerinnen. Er schaute nicht zu, entschärfte und beruhigte die Situation. Das andere Mal gab es einen Alarm an der Schule: fremde Person im Gebäude. Mohamed hat sich an die Türe gestellt, seine Mitschülerinnen beruhigt und Sicherheit signalisiert und das so lange, bis sich herausstellte, dass es ein Fehlalarm war.

Johanna (14), Louisa (14) und Alina (15) sahen einen sehr schnell eskalierenden Streit an ihrer Schule, der von vielen Schülern beobachtet wurde. Sie entschieden sich, die Lehrkräfte zu verständigen, welche den Konflikt schlichten konnten.

Viola (14), Anna-Lena (14) und Max (14) bemerkten in der Klassen-Snapchat-Gruppe bösartige Kommentare über Lehrerinnen, über die man sich auch lustig machte und abstoßende Zeichnungen einstellte. Viola und Anna-Lena baten in der Gruppe damit aufzuhören. Dann haben sie zusammen mit Max, der sich den Mädchen anschloss, die Lehrkräfte informiert.

Alessio half im Februar in Simbach einen gestürzten Scooter-Fahrer. Es war dunkel, der Herr lag auf der Straße. Vorbeifahrende Autofahrer halfen nicht, sie schimpften und hupten. Alessio hat den Herrn und seinen Scooter auf den Gehweg gebracht. Jegliche weiter Hilfe wurde leider von dem betrunkenen Herrn abgelehnt.

Alle Preisträger erhielten neben der Urkunde noch eine finanzielle Zuwendung.

Jakob Kandlbinder und Karina Weiß konnten als Gäste Landrat Martin Koppmann und Gattin, Manfred Weindl - Leiter Jugendamt, Arnstorfs Bürgermeister Christoph Brunner, Hermann Gaßner - stellvertr. Bürgermeister Pfarrkirchen, Stephanie Lindner von der Lindner Group, Tanja Haas-Lensing von Haas Fertigbau sowie Rotary Club Rottaler-Land, Elfriede Schießleder vom Rotary Club Rottaler Land, Roland Sichart u. Markus Urban - ITD Pfarrkirchen, Alfred Griebl - Sparkasse, Pfarrer Michael Osterholzer sowie Vertreter aus Schulen, Wirtschaft, der Polizei, Mitarbeiter von Wir gegen Gewalt und Netzwerkpartner sowie die Preisträger und ihre Angehörigen begrüßen.

Die Sponsoren der Zivilcouragepreise: Sparkasse Rottal-Inn, Weko Wohnen, Haas Fertigbau, Rotary Club Rottaler Land, ITD Pfarrkirchen, Holzbau Mangertseder, Linder Group.

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