---
title: "Tübingen, Konstanz, Freiburg Einführung kommunaler Verpackungssteuern auf Gastro-Verpackungen in Deutschland; Potsdam plant ab 1. Oktober 2026"
sdDatePublished: "2026-08-06T15:08:00Z"
source: "https://einzelhandel.de/images/Umwelt/2026_08_06_Pressegespr%C3%A4ch_kommunale_Verpackungssteuer_GVM_ifeu.pdf"
topics:
  - name: "economy, business and finance"
    identifier: "medtop:04000000"
locations:
  - "Tübingen"
  - "Konstanz"
  - "Baden-Württemberg"
  - "Potsdam"
  - "Germany"
---


Tübingen, Konstanz, Freiburg Einführung kommunaler Verpackungssteuern auf Gastro-Verpackungen in Deutschland; Potsdam plant ab 1. Oktober 2026

Folie 1

Mainz, den 16.12.2009
Titel der Präsentation
Pressegespräch zur Studie
Ökonomische und ökologische Bewertung der
Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
am 06.08.2026
Kurt Schüler
GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH
Mainz, August 2026

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Was versteht man unter einer kommunalen
Verpackungssteuer?
Definition
2

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
> Kommunale Verpackungssteuern wurden bis Frühjahr 2026 von drei Städten
(Tübingen, Konstanz und Freiburg im Breisgau) eingeführt und werden in
unterschiedlichen Varianten auf Gastro-Verpackungen erhoben.
> Die Stadt Potsdam hat beschlossen, ab dem 1. Oktober 2026 ebenfalls eine
kommunale Verpackungssteuer einzuführen.
> In weiteren Kommunen und Städten wird die Einführung einer solchen kommunalen
Steuer diskutiert.
Definition
3
Der Begriff der kommunalen Verpackungssteuer bezeichnet eine örtliche Abgabe, die
von einer Stadt oder Kommune stückzahlbezogen auf Einwegverpackungen für Speisen
und Getränke zum direkten Verzehr erhoben wird.
In Städten mit einer kommunalen Verpackungssteuer werden Einweg-
Gastroverpackungen wie Schalen, Boxen oder Becher mit 50 Cent zzgl. MwSt. pro
Stück besteuert. Zubehör, wie Einwegbesteck, unterliegen hingegen einer Steuer in
Höhe von 20 Cent zzgl. MwSt. pro Stück.
Kommunale Verpackungssteuer

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
steuerlich erfasste
Verpackungsmenge*
steuerlich erfasste
Verpackungsmenge*
> Die Tübinger Verpackungssteuersatzung enthält im Vergleich zu den anderen beiden
Satzungen die geringste Abdeckung:
• Ausnahmen bei relevanten Abfallströme wie den Drive-In-Verzehr (nur in Tübingen)
• Möglichkeit zur stofflichen Verwertung durch private Entsorger (auch in Konstanz)
> Die Satzung der Stadt Freiburg verfolgt hingegen einen umfassenderen Ansatz mit
weniger Ausnahmen:
• Verpackungen aus dem Drive-In werden besteuert
• Keine Ausnahme für vor Ort zurückgenommene Verpackungen
Steuerlich erfasste Verpackungsmengen
Kommunale Verpackungssteuer
4
Tübingen
Konstanz
Freiburg
steuerlich erfasste
Verpackungsmenge*
* schematische
Darstellung der
steuerlich erfassten
Verpackungsmenge
pro Kopf

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Wie wurde vorgegangen?
Vorgehensweise
5

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Bereiche
Anzahl
Hintergrundgespräche
Kommunen
5
Gastronomie / LEH
14
Gastro-Verpackungen
6
NGOs
2
Mehrweg-Initiativen
3
Abfallwirtschaft
2
Sonstige Branchenexperten
3
Gespräche in Kommunen
Gastronomie
24
LEH / Lebensmittelhandwerk
16
Kunden
ca. 50
> Hintergrundgespräche (siehe Tabelle)
> Vor-Ort-Interviews und –Recherchen in
Tübingen und Freiburg (siehe Tabelle)
> Testkäufe
> Desk-Research
> Auswertung der GVM-Datenbank Marktmenge
Verpackungen
> Ermittlung der Gesamtmenge an Gastro- und
Serviceverpackungen
> Ermittlung der steuerrelevanten Menge
> Bewertung der Ergebnisse
Vorgehensweise
6

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
steuerlich erfasste
Verpackungsmenge*
1. Die Ergebnisse werden für Gesamtdeutschland dargestellt.
2. Denn nur der Bezug auf gesamtdeutsche Vergleichsdaten erlaubt es, die
Auswirkungen der kommunalen Verpackungssteuer abfall- und umweltpolitisch
einzuordnen und zu bewerten.
3. Das heißt: Es wird von der Fiktion ausgegangen, dass die kommunale
Verpackungssteuer in allen deutschen Kommunen eingeführt wurde.
4. Dabei haben wir uns im Wesentlichen am Tübinger Steuermodell orientiert, da in
Tübingen die Verpackungssteuer bereits 2022 eingeführt wurde und dort die meisten
Erfahrungen vorliegen.
5. Es wurde berücksichtigt, dass die Menge und Struktur der in Verkehr gebrachten
Gastro-Verpackungen in Tübingen (und auch in Freiburg und Konstanz) vom
deutschen Durchschnitt stark abweicht.

Darstellung für Gesamtdeutschland
Kommunale Verpackungssteuer
7

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Wie hoch ist der Anteil der Gastro-Verpackungen am
Aufkommen von Verpackungen und von Haushaltsabfällen in
Deutschland?
Abfallaufkommen
8

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Anteil am Verpackungsverbrauch
Abfallaufkommen
9

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Aufkommen von Siedlungsabfällen und Verpackungen
10
Abfallaufkommen
Aufkommen von Siedlungsabfällen und Verpackungen in Deutschland
Tonnen
Quelle
Einweg, Mehrweg
Haushaltstypische Siedlungsabfälle
43.918.000
Destatis
nicht relevant
Gesamtverbrauch von Verpackungen - alle Materialien und Anfallstellen
17.886.900
UBA/GVM
EW u. MW
Gesamtverbrauch von Verpackungen - nur PPK, Kunststoff, Aluminium
11.008.400
UBA/GVM
EW u. MW
Haushaltsnaher Verbrauch von Verpackungen - nur PPK, Kunststoff, Aluminium
4.812.900
GVM
nur EW
Verbrauch Gastronomie- und sonstige Serviceverpackungen - nur PPK, Kunststoff,
Aluminium
506.764
GVM
nur EW
Deutschlandweiter Verbrauch von Verpackungen gemäß Bemessungsgrundlage der
kommunalen Verpackungssteuer in Tübingen/Freiburg auf Einweg-Verpackungen
122.437
GVM
EW u. MW

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Welche Auswirkungen hätte die Verpackungssteuer auf den
Verbrauch von Gastroverpackungen?
(Unter der Annahme, dass die Verpackungssteuer in allen
Kommunen in Deutschland eingeführt wird)
Auswirkungen
11

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Die kommunale Verpackungssteuer führt zu gegenläufigen Effekten auf den
Verpackungsverbrauch. Neben den Reduktionseffekten durch verminderten
Einwegeinsatz treten auch Substitutionseffekte ein.
Auswirkungen
12
Effekt
Beschreibung
Erklärung
A
Reduktion des Aufkommens steuerpflichtiger
Verpackungen mit Steuersatz 0,50 € (inkl. nicht
steuerpflichtiger Nebenpackmittel).
Allgemeiner Rückgang der Nutzung von
Einwegverpackungen, z. B. durch bewusste
Konsumentscheidungen.
B
Reduktion des Aufkommens steuerpflichtiger
Verpackungen mit Steuersatz 0,20 €.
Reduzierte Inanspruchnahme von begleitenden
Einwegartikeln wie Besteck, Strohhalmen,
Rührstäbchen oder Essstäbchen.
C
Anstieg des Aufkommens durch Konsum von
Speisen und Getränken in nicht steuerpflichtigen
ladengängigen Verkaufsverpackungen.
Verzicht auf Verpackungen aus der Gastronomie durch
Ausweichen auf verpackte Produkte aus dem
Lebensmitteleinzelhandel bzw. Convenience-Bereich.
D
Anstieg des Aufkommens durch Konsum von
Speisen und Getränke in nicht steuerpflichtigen
Einweg-Gastronomie-Verpackungen.
Anpassung des Konsumverhaltens, z. B. Verzicht auf
warme Speisen zugunsten kalter Alternativen,
Verschiebung zwischen Abholung und Lieferdienst.
E
Anstieg des Aufkommens durch Konsum in
Mehrweg-Verpackungen.
Zunahme abfallrelevanter Mengen durch den Einsatz
von Mehrwegverpackungen.

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Wie hoch fällt das Aufkommen von Gastroverpackungen aus
und wie stark zeigen sich die jeweiligen Reduktions- und
Substitutionseffekte?
(Unter der Annahme, dass die Verpackungssteuer in allen
Kommunen in Deutschland eingeführt wird)
Aufkommen von Gastroverpackungen
13

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Unter der Annahme einer in allen Kommunen Deutschlands eingeführten
Verpackungssteuer würde sich der Verbrauch von Verpackungen wie folgt verändern:
Auswirkungen auf das Aufkommen
14
Aufkommen von Gastroverpackungen
Verpackungssteuer in allen Kommunen in Deutschland
Tonnage (inkl.
Zukauf von MW)
Deutschlandweiter Verbrauch von Verpackungen gemäß Bemessungsgrundlage der
kommunalen Verpackungssteuer in Tübingen/Freiburg auf Einweg-Verpackungen
122.437 t
Reduktion des Aufkommens steuerpflichtiger Verpackungen mit Steuersatz 0,50 €
(inkl. nicht steuerpflichtiger Nebenpackmittel)
-19.165 t
Reduktion des Aufkommens steuerpflichtiger Verpackungen mit Steuersatz 0,20 €
-1.348 t
Anstieg des Aufkommens durch Konsum von Speisen und Getränken in nicht steuerpflichtigen
ladengängigen Verkaufsverpackungen
+2.228 t
Anstieg des Aufkommens durch Konsum von Speisen und Getränken in nicht steuerpflichtigen
Einweg-Gastronomie-Verpackungen
+7.111 t
Anstieg des Aufkommens durch Konsum in Mehrweg-Verpackungen (inkl. Zukauf von MW)
+3.357 t
Deutschlandweiter Verbrauch von Verpackungen nach Einführung einer kommunalen
Verpackungssteuer in allen Kommunen in Deutschland
114.620 t
Vermeidungseffekt durch die kommunale Verpackungssteuer
-7.817 Vermeidungs-
effekt: < 10 kt

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Die Reduktionseffekte A und B führen zu einer sinkenden Nachfrage nach Einwegverpackungen. Die
Substitutionseffekte C, D und E wirken dem entgegen und erhöhen die Verpackungsmenge.
Reduktions- und Substitutionseffekte

Aufkommen von Gastroverpackungen
15
Legende:
A: Reduktion des Aufkommens
steuerpflichtiger Verpackungen
mit Steuersatz 0,50 €
B: Reduktion des Aufkommens
steuerpflichtiger Verpackungen
mit Steuersatz 0,20 €
C: Anstieg des Aufkommens durch
Konsum von Speisen und
Getränken in
Verkaufsverpackungen
D: Anstieg des Aufkommens durch
Konsum von Speisen und Getränke
in nicht steuerpflichtigen
Einweg-Gastronomie-
Verpackungen
E: Anstieg des Aufkommens
durch Mehrweg-Verpackungen

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Welche Auswirkungen hätte die Verpackungssteuer auf
Siedlungsabfälle sowie den allgemeinen
Verpackungsverbrauch?
(Unter der Annahme, dass die Verpackungssteuer in allen
Kommunen in Deutschland eingeführt wird)
Siedlungs- und Verpackungsabfälle
16

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Siedlungs- und Verpackungsabfälle
17

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Welche Branchen werden durch Beteiligungsentgelte,
Abgaben nach EWKFondsG und kommunale Verbrauchssteuern
mehrfach belastet?
Mehrfachbelastung
18

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Artikel
Beteiligungs-
entgelt
EWKFonds-
Abgabe
Kommunale
Verpackungs-
steuer
Anmerkungen
Serviceverpackung Speisen – Kunststoff
x
x
x
Serviceverpackung Speisen –
Papierverbund (mit Kunststoffanteil)
x
x
x
Serviceverpackung Speisen – Papier
(unbeschichtet)
x
x
Kein EWKFonds (kein
Kunststoffanteil)
Serviceverpackung Speisen –
Aluminium
x
x
Kein EWKFonds (kein
Kunststoffanteil)
Getränkebecher – Kunststoff
x
x
x
Getränkebecher – Papierverbund
(Coffee-to-go)
x
x
x
Getränkeflaschen (Einweg, Kunststoff)
x
Bepfandete Getränke-
flaschen sind nicht Teil
kommunaler
Verpackungssteuern
Getränkedosen (Aluminium)
Besteck – Holz
x
Keine Verpackung
Strohhalme – Papier
x
Keine Verpackung
Teller / Schalen – Papier
x
Beispiele
Mehrfachbelastung
19

Mainz, August 2026
Pressegespräch – Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern
Einteilung unterschiedlicher Verpackungen / Zube