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title: "Frauenzentrale Zürich Vorsorgeberatung für Frauen in Zürich; Zugänglichkeit durch Stiftung ermöglicht günstige Beratung."
sdDatePublished: "2026-08-06T13:00:00Z"
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Frauenzentrale Zürich Vorsorgeberatung für Frauen in Zürich; Zugänglichkeit durch Stiftung ermöglicht günstige Beratung.

10 Jahre Vorsorgeberatung für Frauen: «Ängste wandeln sich oft in Klarheit»  - Frauenzentrale Zuerich

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10 Jahre Vorsorgeberatung für Frauen: «Ängste wandeln sich oft in Klarheit»

Ein Blogbeitrag von Olivia Frei mit Silvia Villars und Liliane Grossmann

Seit 2016 bietet die Frauenzentrale Zürich Vorsorgeberatungen für Frauen an. Das Angebot ist niederschwellig, unabhängig und richtet sich an Frauen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Zur Feier des 10-jährigen Jubiläums haben wir mit zwei Frauen gesprochen, die das Angebot geprägt haben: mit Silvia Villars, die die Vorsorgeberatung aufgebaut hat, und mit Liliane Grossmann, die die Beratungen auf der Geschäftsstelle seit 2022 weiterführt.

Als Silvia Villars die Vorsorgeberatung 2016 aufbaute, war ihr Anliegen klar: Frauen sollten einen Ort haben, an dem sie ihre Fragen zur Altersvorsorge stellen können. Unkompliziert und ohne Verkaufsinteresse.

«Als selbstständige, unabhängige Vorsorgeberaterin und Finanzplanerin war es mir ein wesentliches Anliegen, in der Frauenzentrale Zürich ein frauenspezifisches Angebot im Sinne der Selbstermächtigung und Unterstützung aufzubauen», sagt Silvia Villars. Die Vorsorgeberatung sollte das bestehende Angebot der Frauenzentrale ergänzen. Gemeinsam mit der damaligen Präsidentin und der Geschäftsstelle sei das Angebot «mit Freude und Umsetzungskraft» entstanden.

Vorsorgeberatung: Von der Verunsicherung zur Klarheit

In den Anfangsjahren kamen viele Frauen erst kurz vor der Pensionierung in die Beratung. Oft hatten sie lange Familienphasen ohne eigene Erwerbstätigkeit hinter sich und sich bisher kaum mit Finanzthemen oder Altersvorsorge befasst. Sie waren verunsichert, aber motiviert, ihre Situation besser zu verstehen.

Über die Jahre hat sich das Klientel verändert.

«Die Kundinnen wurden teilweise immer jünger und affiner im Umgang mit digitalem Vorsorgewissen.»

Zentrale Fragen waren: Wie kann ich meine eigene Vorsorge aufbauen? Wie lässt sich eine finanzielle Kompensation gegenüber dem besserverdienenden Partner regeln? Braucht es einen Konkubinatsvertrag?

Auch Frauen mit sehr wenig Geld nutzten das Angebot. Dass die Beratung dank Unterstützung durch eine Stiftung zu günstigen Preisen zugänglich gemacht werden konnte, war für viele wichtig.

Ein Angebot, das weitergeführt wird

2022 übergab Silvia Villars die Vorsorgeberatung an Liliane Grossmann. Für sie war die Übernahme naheliegend: «Ich berate gerne, schätze den Austausch und gebe gerne mein erlerntes Wissen weiter.»

Heute kommen viele Frauen zu ihr, die kurz vor der Pensionierung stehen, jedoch andere Anliegen mitbringen. Es geht häufig um Rente oder Kapitalbezug aus der Pensionskasse, eine mögliche vorzeitige Pensionierung und die Frage, worauf sie achten müssen.

Zugleich beobachtet Liliane Grossmann mehr Anfragen von Frauen, die wegen der Kinderbetreuung Teilzeit arbeiten und sich Sorgen machen, was das für ihre Altersvorsorge bedeutet. Gerade hier zeigt sich, wie eng Vorsorgefragen mit Lebensentscheidungen verbunden sind. Familiengründung, Erwerbsunterbrüche, Teilzeit, Scheidung, Stellenwechsel oder Pensionierung sind Momente, in denen es sich lohnt, genauer hinzuschauen.

Warum Frauen besonders gefährdet sind

«Teilzeitarbeit, tiefere Löhne, unbezahlte Care-Arbeit und die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie wirken sich direkt auf die spätere Altersvorsorge aus.»

Hinzu kommt, dass sich viele Frauen im Bereich Vorsorge zu wenig zutrauen. Silvia Villars wünscht sich, dass Frauen sich sagen: «Ich kann das, ich mache das.»

Ein zentrales Thema ist die Familiengründung. Liliane Grossmann betont, dass Frauen wissen sollten, welche Unterschiede es bei der AHV macht, ob sie verheiratet sind oder nicht. Davon hängt unter anderem ab, ob ein Einkommenssplitting erfolgt und wie Erziehungsgutschriften zugeteilt werden. Dieses Wissen kann auch Ängste reduzieren und Handlungsmöglichkeiten sichtbar machen.

Silvia Villars fasst ihre wichtigste Botschaft zusammen: «Je früher, desto besser mit der Vorsorge beginnen und sich Unterstützung holen, um dranzubleiben.»

Mehr als ein Blick in die Unterlagen

Viele Frauen bringen Pensionskassenausweise, AHV-Fragen, Budgetüberlegungen oder konkrete Pensionierungsentscheide mit in die Beratung. Doch die Vorsorgeberatung leistet mehr, als Unterlagen zu erklären. «Die Beratung ist neutral und vermittelt keine Produkte», sagt Liliane Grossmann. Genau das werde sehr geschätzt. Frauen erhielten Raum für ihre Anliegen und im Gespräch entstünden oft neue Ideen.

Silvia Villars ergänzt: Die Vorsorgeberatung zeige die Leistungen der ersten, zweiten und dritten Säule mittels Vorsorgeanalyse auf. Der unabhängige Raum der Beratung sei zentral. Denn Vorsorge ist nicht nur Mathematik. Es geht auch um Lebensmodelle, Abhängigkeiten, Ängste, Wünsche, Risiken und Handlungsspielräume.

Wenn Unsicherheit zu Handlungskraft wird

Warum ist dieses Angebot auch nach zehn Jahren noch wichtig? Silvia Villars denkt gerne an die Beratungsgespräche zurück. Am Ende seien viele Frauen ermutigt gewesen, sich weiter in ihre Vorsorge zu vertiefen.

«Ihre Ängste wandelten sich oft in Klarheit, was zu tun ist.»

Auch wenn die Situation nicht einfach gewesen sei, hätten viele Frauen danach konkrete nächste Schritte geplant. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr auch die allererste Kundin der Vorsorgeberatung. Nach dem Gespräch brachte diese ihr einen Blumenstrauss vom Markt. «Ein zuversichtlicher Start», sagt sie.

Liliane Grossmann betont, dass eine Vorsorgeberatung nie nur Aktenlektüre ist. Denn hinter jeder finanziellen Situation steht eine Lebensgeschichte.

Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass es im Alter schon irgendwie reichen werde, wenn man immer gearbeitet hat. Silvia Villars sagt, viele glauben, es werde dann schon reichen und man könne sich auch später noch darum kümmern. Dabei geht vergessen, dass der Handlungsspielraum später kleiner ist.

Liliane Grossmann weist darauf hin, dass die Leistungen aus AHV und Pensionskasse den letzten Lohn nicht vollständig ersetzen. Wer sein Pensum reduziert und mit dem aktuellen Einkommen gerade die laufenden Kosten deckt, sollte deshalb genau hinschauen, ob es im Alter knapp werden könnte.

«Besonders wichtig wird Vorsorge bei Übergängen: bei der Geburt von Kindern, längeren Teilzeitphasen, Karriereverzicht, Scheidung, Stellenwechsel und vor der Pensionierung.»

Silvia Villars warnt davor, bei einer Scheidung zu nachgiebig zu sein, wenn es um Finanzaufteilung und Scheidungskonvention geht. Liliane Grossmann ergänzt, dass auch ein Stellenwechsel ein guter Moment ist, um nach der Pensionskasse zu fragen.

Beide Beraterinnen sehen nicht nur einzelne Frauen in der Verantwortung. Auch Politik, Arbeitgeber und Bildungssystem sind gefragt. Silvia Villars wünscht sich mehr Vereinbarkeit, flexible Arbeitsmodelle und konsequente Vermittlung von Wirtschafts- und Finanzwissen in der Schule.

Liliane Grossmann wünscht sich, dass sich die verschiedenen Akteure mehr Zeit nehmen, Zusammenhänge zu erklären. Denn nur wer die eigene Situation versteht, kann sie einschätzen und gute Entscheidungen treffen.

«Wenn jede Frau nur eine Sache über ihre Altersvorsorge wissen oder tun sollte, was wäre das?»

Für Liliane Grossmann ist klar: «Gut ist es, sich für das Thema zu interessieren.» Auch wenn das Rentenalter für eine junge Person noch weit weg sei, sei ein Grundverständnis wichtig.

Silvia Villars nennt konkrete erste Schritte: Budgetplan erstellen, sparen, auch wenn es anfangs wenig ist, regelmässig in die dritte Säule einzahlen und dabei in nachhaltige Wertschriften investieren.

Nach 10 Jahren Vorsorgeberatung zeigt sich: Das Angebot ist noch immer notwendig. Weil Altersvorsorge komplexer wird. Weil Frauen strukturell benachteiligt sind. Weil viele finanzielle Folgen von Familienarbeit, Teilzeit und tiefen Löhnen erst spät sichtbar werden. Und weil Wissen Handlungsspielraum schafft.

Genau dort setzt die Vorsorgeberatung der Frauenzentrale Zürich an.

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