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title: "Herzogin Anna Amalia Bibliothek eröffnet Ausstellung in Weimar zur öffentlichen Sichtbarkeit der Bestände; Eröffnung am 30. April 2026"
sdDatePublished: "2026-08-06T10:09:00Z"
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locations:
  - "Weimar"
  - "China"
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Herzogin Anna Amalia Bibliothek eröffnet Ausstellung in Weimar zur öffentlichen Sichtbarkeit der Bestände; Eröffnung am 30. April 2026

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s u p r a l i b ro s j u l i 2 0 2 6
Vorwort
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wir freuen uns, dass wir Ihnen die 31. Ausgabe unserer
Zeitschrift SupraLibros vorlegen können. Sie enthält wie-
der den Jahresbericht der Bibliothek, der auf eine erfolgrei-
che strategische Entwicklung des Hauses zurückblicken
kann, auch mit Kennzahlen Rechenschaft ablegt und mit
den profilbildendenden Handlungsfeldern in die Zukunft
blickt. Vieles ist erreicht, vieles steht auf dem Spiel, wenn
die Bibliothek ihr Potential nicht effektiv nutzen kann, um
Bestände zu erhalten, Sammlungen weiterzuentwickeln
und als öffentlicher Ort präsent zu sein.
Die Gesellschaft Anna Amalia Bibliothek steht der
Bibliothek bei der Erfüllung ihres Auftrags als eine der
bekanntesten Archiv- und Forschungsbibliotheken zur
Seite. Im vorliegenden Heft berichtet die Vorsitzende
über die Vorstandsarbeit, das Vereinsleben und die Unter­
stützung der Bibliothek. Hervorhebenswert ist wieder
die Junge Euro­päische Sommerschule, die sich 2025 dem
Thema »Was ist Aufklärung« widmete. Hier ist eine Freude
an der Arbeit mit den Sammlungen spürbar, die den
Freundeskreis inspiriert und künftig erweitern wird. Ein
Nachruf erinnert in diesem Heft an einen großen Freund
und Förderer unserer Bibliothek, an den Autor, Musiker
und Musikwissenschaftler Peter Gülke.
Mit Dankbarkeit können wir immer wieder Zuwen­
dungen Einzelner entgegennehmen, die es uns ermöglich­-
en, unabweisbare zusätzliche Aufgaben im Bereich der
Be­standserhaltung und des Sammlungsaufbaus zu erfül-
len. So hat uns in diesem Jahr wieder Peter Detlef Hansen
im Auftrag der Martha Acktories Stiftung einen nennens-
werten Betrag zur Verfügung gestellt und damit den Willen
der Stifterin umgesetzt, die Weimarer Bibliothek und ihre
Bestandserhaltung zu fördern.
Im zurückliegenden Jahr konnten wir mit einer Veran-
staltungsreihe das Thomas-Mann-Jubiläum begehen und
mit der Jahresausstellung »Teuflisch! Mephisto in der Bib-
liothek« einen attraktiven Beitrag zum Themenjahr »Faust«
der Klassik Stiftung Weimar anbieten. Im Kulturprogramm
wurden wieder unterschiedliche Akzente gesetzt. Dazu
zählten eine Vortragsreihe und Führungen zur Ausstellung
ebenso wie eine Tagung zum »Wissen des Krieges« mit
dem Zentrum für Klassikforschung. Ein besonderes Erleb-
nis war ein musikalischer Abend zu »Liebe, Krieg und Tod«
mit Daniel Heide und Christian Brückner.
In diesem Jahr geht es um »Öffentlich machen! Das
ABC der Herzogin Anna Amalia Bibliothek« und leitende
Be-griffe, mit denen die Bibliothek sich auf der Höhe der
Zeit beschreiben und zugleich mit einem historisch infor-
mierten Blick in die Zukunft schauen muss. Am 30. April
2026 konnten wir musikalisch moderiert die Ausstellung
eröffnen, in die Claudia Streim im vorliegenden Heft ein-
führt. Paula Jänig hat in ihrem Bericht für die Frankfurter
Allgemeine Zeitung vom 19. Mai 2026 Ausrichtung und
Arbeit der Bibliothek unter dem Titel »Hinein in die begeh-
bare Enzyklopädie« treffend festgehalten: »Bibliotheken
sind schon lange nicht mehr einem Publikum ­intellektueller
Aristokraten vorbehalten, auch nicht jene, die sich ›herzog-
lich‹ nennen dürfen. Dennoch ist Initiative nötig, um eine
Bibliothek, zumal eine Archiv- und Forschungsbibliothek,
in einen öffentlichen Ort mit leichter Zugänglichkeit zu ver-
wandeln.« Diese Herausforderung hat das gesamte Team
der Bibliothek angenommen. Das Thema der Bestands­
erhaltung wurde ebenfalls öffentlich vorgestellt: Im Kollo-
quium »Retten im Verbund«, das im März 2026 stattfand,
warb die Bibliothek für die Zukunft der Restaurierungs-
werkstatt in Legefeld, auch mit Unterstützung des Astro-
physikers und Wissenschaftsjournalisten Harald Lesch.
Die Beiträge in diesem Heft machen wieder neugierig
auf die Sammlungen und spektakuläre Entdeckungen
öffentlich: So unter der Leitung von Aeka Ishihara »Eine
große Karte von China aus der Goethe-Zeit: Eine voll­stän­
dige Karte der ewigen Vereinigung der Qing-Dynas­tie«,
ein Fund, der am 3. September auch im Vortrags­programm
der Bibliothek vorgestellt wird. Frank Boblenz bietet
Neues zur Geschichte der Weimarer Büchersammlungen
vor einer ­Institutionalisierung der Bibliothek im ausgehen-
den 17. Jahrhundert. Die Dynamik der Sammlungen und
die Kontingenz der kulturellen Überlieferung ­werden am
Beispiel des Buchbesitzes von Johann Ernst von Sachsen-
Weimar (1594–1626) in besonderer Weise anschaulich. Neu
ist die Rubrik »Lieblingsstücke«.

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die dazu bei­ge­
tragen haben, dass dieses Heft erscheinen kann. Neben
den Autorinnen und Autoren sind das vor allem das Re­dak­
tionsteam unter der Leitung von Mieke Hagenah, unter-
stützt von Claudia Streim, Paulina Ebmeier, Wolfram
Wojtecki, Elisabeth Dietrich, Hannes Bertram und unseren
FKJlerinnen Lotta Gottschling und Lavinia Ruhe. Gold-
wiege hat uns auch unter Termindruck wieder die Treue
gehalten und mit Lisa Hartsch ein ansprechendes Heft
­gestaltet.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!
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annette seemann
Vorsitzende des Vorstands der Gesellschaft Anna Amalia
Bibliothek e.V.
reinhard laube
Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek