Stadt Köln plant kein offizielles Gedenken an Srebrenica am 11. Juli in Köln; Diversity-Kalender 2025 aufgenommen

Beantwortung

Dezernat, Dienststelle OB/01/3

Vorlagen-Nummer 05.08.2026

2037/2026 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 01.10.2026

AN/1114/2026 Mitteilung der Verwaltung zur Anfrage der Ratsfraktion Volt zur Erinnerung an die Verbrechen des Bosnienkrieges und den Genozid von Srebrenica Zur o.g. Anfrage der Ratsfraktion Volt teilt die Verwaltung folgende Antworten mit:

  1. Plant die Stadt Köln anlässlich des Internationalen Gedenktages am 11. Juli ein offizi- elles Gedenken an den Genozid von Srebrenica und, falls ja, in welcher Form, an wel- chem Ort und mit welchen Kooperationspartner:innen?

Antwort: Ein offizielles Gedenken an den Genozid von Srebrenica am 11. Juli ist von Seiten der Stadt Köln nicht geplant.

  1. Welche bestehenden Aktivitäten, Kooperationen, Bildungs-, Kultur- oder Vermittlungs- angebote gibt es in Köln bereits zu den Verbrechen des Bosnienkrieges und dem Ge- nozid von Srebrenica?

Antwort: Durch die Stadt Köln koordinierte, fortlaufende Aktivitäten, Bildungs- oder Kulturange- bote zum Gedenken an den Genozid von Srebrenica werden nicht durchgeführt.

Im Jahr 2021 gab es im Programm der Kölner VHS ein Online-Angebot von vhs.wis- sen.live, einem Zusammenschluss zahlreicher VHS, der online Bildungsangebote für alle Menschen kostenfrei zugänglich macht. Der Titel lautete „Srebrenica 1995 - ein europäisches Trauma - vhs wissen live - das digitale Wissenschaftsprogramm“. Ebenso im Jahr 2021 führte die VHS Köln gemeinsam mit dem Jungen Theater Köln die dokumentarische Film-Performance „Die Silberne Stadt – eine weibliche Erinne- rung“ über den Genozid in Srebrenica und dessen Folgen für das Zusammenleben in der europäischen Gemeinschaft durch. Hierbei wurde v.a. den zurückgebliebenen Frauen eine Stimme gegeben.

  1. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, den 11. Juli dauerhaft in die städtische Er- innerungskultur und den öffentlichen Raum aufzunehmen, etwa durch ein jährliches Gedenken, einen Erinnerungsort, eine Gedenktafel, eine künstlerische Erinnerungs- form oder die Benennung eines Platzes, Weges oder einer Straße?

Antwort: Die Stadt Köln widmet einzelne Gedenktage den Opfern und Überlebenden, die unter Menschenrechtsverbrechen auf Kölner Stadtgebiet gelitten haben. In diesen Fällen besteht der für ein gesondertes kommunales Gedenken sinnvolle

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städtische Bezug.

Aller anderen Opfer und Überlebenden weltweit gedenkt die Stadt Köln am Volkstrau- ertag. Dieser findet jährlich am zweiten Sonntag vor dem ersten Advent statt. Ur- sprünglich wurde der Tag zum Gedenken an die gefallenen Soldaten des Ersten Welt- kriegs begangen. Seit Anfang der 50er Jahre wird der Volkstrauertag als Gedenktag für die Opfer beider Weltkriege und der Gewaltherrschaft begangen. Mittlerweile wurde der Wirkbereich dieses Gedenktages noch erweitert und ist inzwischen verschiedenen Gruppen von Menschen gewidmet, die Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Terro- rismus geworden sind. So gedachte zum Beispiel schon der Festakt der Bundesregie- rung 1987 aller Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Terrorismus. Am Volkstrauertag 2025 erinnerte die Bundesrepublik Deutschland an alle Menschen, „die während des Nationalsozialismus wegen ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität verfolgt wurden“, sowie an „Einsatzkräfte, die in der heutigen Zeit im Einsatz für unser Land ihr Leben verloren haben“. In der Stadt Köln wird der Volkstrauertag seit vielen Jahren in diesem Sinne begangen.

  1. Plant die Stadt Köln anlässlich des 11. Juli Maßnahmen zur digitalen Erinnerung und öffentlichen Sichtbarmachung, insbesondere über die Kommunikationskanäle der Stadt Köln sowie des Oberbürgermeisters?

Antwort: Maßnahme zur digitalen Erinnerung sind von Seiten der Stadt Köln aus den unter Ant- wort 3 benannten Gründen nicht geplant.

  1. Welche Voraussetzungen, Zuständigkeiten und Verfahrensschritte bestehen für die Aufnahme des Internationalen Gedenktages für den Genozid von Srebrenica am 11. Juli in den Kölner Diversity-Kalender, und in welcher Form kann die Stadt Köln eine entsprechende Aufnahme sowie die Beteiligung städtischer Einrichtungen, Institutio- nen und Unternehmen unterstützen?

Antwort: Anlässlich seines 30. Jahrestages wurde der Gendenktag zum Genozid von Srebre- nica im Jahr 2025 in den Diversity-Kalender der Stadt Köln aufgenommen. Gedenk- tage, die in ihrem Begehen wichtig für die Kölner Bevölkerung sind, aber in keinem di- rekten kommunalen oder nationalen Zusammenhang stehen, werden im Abstand von 10 Jahren in den Diversity-Kalender aufgenommen.

Gez. Burmester